{"id":10187,"date":"2018-10-27T08:10:45","date_gmt":"2018-10-27T06:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=10187"},"modified":"2018-10-27T08:10:45","modified_gmt":"2018-10-27T06:10:45","slug":"wie-viel-energie-steckt-eigentlich-in-einer-wolke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wie-viel-energie-steckt-eigentlich-in-einer-wolke\/","title":{"rendered":"Wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro\">\n<h1 class=\"isFirstInSlot\" style=\"text-align: justify;\">Wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?<\/h1>\n<div class=\"docData news\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div class=\"abstract\" style=\"text-align: justify;\">\n<p>Manche sehen wunderbar flauschig aus, andere k\u00f6nnen wiederum sehr bedrohlich wirken, alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie schweben scheinbar am Himmel und sehen federleicht aus. Aber sind Wolken wirklich so leicht, wie sie aussehen? Und wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"body-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Menschen haben den Eindruck, Wolken seien schwerelos und schweben lautlos \u00fcber der Erde. Vor allem beim Blick aus dem Flugzeug wirken sie federleicht. Und selbst m\u00e4chtige Gewitterwolken geben uns trotz ihres bedrohlichen Aussehens nicht gerade den Eindruck, als seien sie tausende Tonnen schwer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wagen wir uns deshalb an ein kleines Gedankenexperiment und fragen uns, wie viel eine flauschige &#8222;Sch\u00f6nwetterwolke&#8220; wohl wiegen k\u00f6nnte. Sch\u00f6nwetter- bzw. Quellwolken werden in Fachkreisen als Kumuluswolken (Cumulus humilis oder Cumulus mediocris, siehe Bilder und Links am Seitenende auf www.dwd.de\/DE\/wetter\/thema_des_tages\/2018\/10\/23.html) bezeichnet. Bei den Kumuli (Plural von Kumulus) handelt es sich um reine Wasserwolken, die im tiefsten der drei Wolkenstockwerke in einer H\u00f6he zwischen 600 m und etwa 2 km anzutreffen sind. Eiswolken befinden sich im Gegensatz dazu in deutlich gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen. Die Temperatur schwankt im Inneren der Kumuluswolke etwa zwischen -10 und +10 Grad, die Wolkentr\u00f6pfchen k\u00f6nnen also auch &#8222;unterk\u00fchlt&#8220; (d. h. im fl\u00fcssigen Aggregatszustand mit einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt) vorliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gehen wir also davon aus, dass diese Wolke etwa 500 Meter breit, 500 Meter lang und 500 Meter hoch ist und nehmen nun der Einfachheit halber an, dass Luft bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius etwa 5 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen kann. Dann bringt alleine das Wasser unserer Quellwolke ein unglaubliches Gewicht von 625 Tonnen (entspricht 625 m\u00b3 Wasser) auf die Waage &#8211; das Gewicht der Luft nicht eingerechnet. Unsere flauschige Sch\u00f6nwetterwolke wiegt also genauso viel, wie 125 ausgewachsene, afrikanische Elefanten. Und mit den Wassermassen k\u00f6nnte man etwa 4200 Badewannen oder ein quadratisches Schwimmbecken mit einer Tiefe von 2 Metern und einer Seitenl\u00e4nge von etwa 18 Metern f\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einem gewittrigen Schauer im Sommer k\u00f6nnen auch schon mal 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter Regen in kurzer Zeit aus einer Gewitterwolke fallen. Allerdings verlagert sich die Wolke noch mehrere Kilometer stromabw\u00e4rts und regnet dabei immer weiter ab. Demzufolge kann eine durchschnittliche Gewitterwolke in unseren Breiten gut und gerne \u00fcber eine Million Tonnen wiegen. In den Tropen k\u00f6nnen sie sogar noch um ein vielfaches schwerer sein. Auch wenn Wolken federleicht aussehen, sollte sp\u00e4testens jetzt klar sein, dass es sich dabei wohl eher um &#8222;meteorologische Schwergewichte&#8220; handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch beeindruckender ist \u00fcbrigens die latente Energie, die in Form von Wasserdampf in den Wolken steckt. Um sie zu berechnen, kann man annehmen, dass es etwa 2500 Kilojoule an Energie ben\u00f6tigt, um 1 Kilogramm fl\u00fcssiges Wasser mit einer Temperatur von 0 Grad Celsius in Wasserdampf umzuwandeln. Rechnet man dies auf den Wassergehalt unserer Wolke hoch, schlagen sagenhafte 1.562.500.000 Kilojoule (entspricht etwa 1,56 Terajoule ) zu Buche. Konvertiert man diesen Wert in die allgemein gel\u00e4ufigere Einheit Wattstunde, so stecken gute 434.028 Kilowattstunden (kurz kWh) an Energie in einer solchen Wolke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Anhieb wird man sich jedoch auch unter der Angabe der Energiemenge in Kilowattstunden nur wenig vorstellen k\u00f6nnen. Anhand einiger Beispiele wird jedoch schnell klar, dass es sich hierbei um eine gewaltige Menge handeln muss, die in der harmlos aussehenden Sch\u00f6nwetterwolke steckt. Denn die 434.028 kWh entsprechen der bei einer Explosion von etwa 375 Tonnen Trinitrotoluol (kurz: TNT &#8211; wohl einer der bekanntesten Sprengstoffe) frei werdenden Energie und ist damit fast zehnmal so hoch, wie die Sprengkraft der st\u00e4rksten konventionellen Bombe mit dem Namen &#8222;Vater aller Bomben&#8220; (kurz: FOAB), die von Russland erstmals im Jahr 2007 gez\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nimmt man an, dass ein Elektroauto der Mittelklasse einen Verbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometern Strecke aufweist, so kommt man mit der Energie einer Kumuluswolke stolze 2,2 Millionen Kilometer weit. Das entspricht ganzen 55 Erdumrundungen entlang des \u00c4quators. Alternativ k\u00f6nnte man mit der Energie auch einen handels\u00fcblichen Haartrockner mit 2000 Watt \u00fcber 25 Jahre hinweg dauerhaft betreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MSc.-Met. Sebastian Schappert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 23.10.2018<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"10188\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wie-viel-energie-steckt-eigentlich-in-einer-wolke\/e9aca353-8a28-4f15-a4f3-d06f77755eae\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE.png\" data-orig-size=\"855,1116\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE-785x1024.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-10188\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE.png\" alt=\"Wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?\" width=\"855\" height=\"1116\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE.png 855w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE-230x300.png 230w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE-768x1002.png 768w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/E9ACA353-8A28-4F15-A4F3-D06F77755EAE-785x1024.png 785w\" sizes=\"auto, (max-width: 855px) 100vw, 855px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Energie steckt eigentlich in einer Wolke? 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