{"id":1606,"date":"2015-10-01T20:09:59","date_gmt":"2015-10-01T18:09:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=1606"},"modified":"2015-10-01T20:09:59","modified_gmt":"2015-10-01T18:09:59","slug":"groesstes-antarktisches-ozonloch-seit-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/groesstes-antarktisches-ozonloch-seit-2008\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008<\/p>\n<p>F\u00fcr gew\u00f6hnlich kommt es jedes Jahr \u00fcber der Antarktis ab August zu<br \/>\neiner schnellen und kr\u00e4ftigen Abnahme der Ozonschicht. Dieses<br \/>\nPh\u00e4nomen wird antarktisches Ozonloch genannt. Zum Jahresende hin<br \/>\nf\u00fcllt sich dieses Loch aber wieder auf.<\/p>\n<p>Was aber ist Ozon \u00fcberhaupt und warum bilden sich L\u00f6cher?<\/p>\n<p>Ozon ist ein aus drei Sauerstoffatomen bestehendes Molek\u00fcl. Dieses<br \/>\nbei Zimmertemperatur und normalem Luftdruck farblose Gas hat zwei<br \/>\nGesichter: Am Boden ist es aufgrund seiner oxidierenden Wirkung f\u00fcr<br \/>\nMenschen, Tiere und Pflanzen sch\u00e4dlich, aber in der Stratosph\u00e4re (das<br \/>\nist diejenige Schicht der Atmosph\u00e4re, die sich etwa zwischen 11 und<br \/>\n50 km H\u00f6he befindet) sch\u00fctzt das dort befindliche Ozon vor der<br \/>\nsch\u00e4dlichen UV-Strahlung der Sonne. Die h\u00f6chste Ozonkonzentration<br \/>\nfindet man in einer H\u00f6he von 32 Kilometern.<br \/>\nGemessen wird der Gehalt an Ozon in sogenannten Dobson-Einheiten<br \/>\n(Dobson Unit &#8211; DU). Wenn man das gesamte Ozon aus einer vom Erdboden<br \/>\nbis ins Weltall reichenden Lufts\u00e4ule nehmen und auf eine Temperatur<br \/>\nvon 0 \u00b0C und einen Druck von 1013,25 hPa (1 atm), also den<br \/>\nNormaldruck auf der Erde, bringen w\u00fcrde, w\u00e4re diese S\u00e4ule etwa 0,3 cm<br \/>\n(oder auch 0,3 atm-cm) dick. Aus praktischen Gr\u00fcnden definierte man<br \/>\neine Dobson Unit als 0,001 atm-cm. Daher entspricht eine S\u00e4ule von<br \/>\n0,3 atm-cm 300 DU. Von einem Ozonloch spricht man, wenn der Wert von<br \/>\n220 DU unterschritten wird. Diese Zahl wurde als Grenzwert<br \/>\nfestgelegt, da sich in historischen Beobachtungen von 1930 bis 1979<br \/>\nkeine niedrigeren Werte finden lassen.<\/p>\n<p>Der Abbau des Ozons in der Stratosph\u00e4re wird neben nat\u00fcrlichen<br \/>\nQuellen (wie zum Beispiel Vulkanausbr\u00fcche) haupts\u00e4chlich durch<br \/>\ngasf\u00f6rmige Halogenverbindungen verursacht, die \u00fcber einen langen<br \/>\nZeitraum in h\u00f6here Atmosph\u00e4renschichten transportiert werden.<br \/>\nVorrangig sind hier die in fr\u00fcherer Zeit durch den Menschen in die<br \/>\nAtmosph\u00e4re eingebrachten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zu<br \/>\nnennen. Mittlerweile hat Lachgas (Distickstoffmonoxid), das unter<br \/>\nanderem durch Stickstoffd\u00fcngung der B\u00f6den in die Atmosph\u00e4re<br \/>\neingebracht wird, deren Rolle als bedeutendste Quelle ozonsch\u00e4dlicher<br \/>\nEmissionen \u00fcbernommen. Diese Stoffe sammeln sich aufgrund getrennter<br \/>\nTemperatur- und Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse in der Stratosph\u00e4re und k\u00f6nnen<br \/>\nvon dort nicht mehr so einfach verschwinden. Sie dienen als<br \/>\nKatalysator f\u00fcr die Reaktion von Ozon zu gew\u00f6hnlichem Sauerstoff.<br \/>\nDie Abnahme der Ozonschicht hat negative Folgen sowohl f\u00fcr den<br \/>\nMenschen als auch f\u00fcr seine Umwelt, da mehr UV-B-Strahlung auf die<br \/>\nErdoberfl\u00e4che gelangt. Sofern man sich nicht dagegen sch\u00fctzt, kann<br \/>\ndas beim Menschen zu Hautsch\u00e4den bis hin zum Hautkrebs f\u00fchren.<br \/>\nAus diesem Grund beschloss man 1987 im &#8222;Montreal-Protokoll&#8220; das<br \/>\nVerbot der Emission von FCKW in die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>F\u00fcr das ausgepr\u00e4gte Ozonloch im antarktischen Fr\u00fchjahr ist unter<br \/>\nanderem auch die Bildung polarer Stratosph\u00e4renwolken (PSC)<br \/>\nverantwortlich. F\u00fcr gew\u00f6hnlich gibt es in der Stratosph\u00e4re aufgrund<br \/>\nder dort herrschenden Trockenheit keine Wolken. Wenn aber w\u00e4hrend der<br \/>\ns\u00fcdlichen Polarnacht die Temperaturen besonders tief sind, k\u00f6nnen<br \/>\nReste von Wasserdampf zusammen mit Salpeters\u00e4ure (Sauerstoffs\u00e4ure des<br \/>\nStickstoffs) gefrieren und so die PSCs bilden. Wenn sich die<br \/>\nDunkelheit in der Polarnacht dem Ende zuneigt, k\u00f6nnen nun bei<br \/>\nSonnenaufgang (je h\u00f6her man in der Atmosph\u00e4re ist, desto eher geht<br \/>\ndie Sonne w\u00e4hrend der Polarnacht wieder auf) durch chemische<br \/>\nReaktionen sehr viele Ozon zerst\u00f6rende Radikale frei werden.<br \/>\nDass das Ozonloch auf der S\u00fcdhalbkugel viel ausgepr\u00e4gter ist als auf<br \/>\nder Nordhalbkugel, liegt in der Form des antarktischen Kontinents<br \/>\nbegr\u00fcndet. W\u00e4hrend der Polarnacht entstehen gro\u00dfr\u00e4umige H\u00f6hentiefs,<br \/>\ndie sogenannten Polarwirbel. Diese behindern den Zufluss von Luft aus<br \/>\nden tropischen Ozon-Entstehungsgebieten, wo durch die starke<br \/>\nSonneneinstrahlung die meisten zweiatomigen Sauerstoffmolek\u00fcle zu<br \/>\ndreiatomigem Ozon umgewandelt werden, zu den Polen. Findet dieser<br \/>\nZufluss statt, nennt man dies die Brewer-Dobson-Zirkulation. Aufgrund<br \/>\nder gro\u00dfen Eisfl\u00e4chen und der im Wesentlichen runden Form des<br \/>\nantarktischen Kontinents ist dort der Polarwirbel an seinen R\u00e4ndern<br \/>\nwenig gest\u00f6rt und es k\u00f6nnen sehr tiefe Temperaturen bis -85 \u00b0C<br \/>\nerreicht werden. Auf der Nordhalbkugel aber st\u00f6ren die Gebirge der<br \/>\nhohen Breiten und Meeresstr\u00f6mungen eine solche starke Auspr\u00e4gung des<br \/>\nPolarwirbels, wodurch w\u00e4rmere Luft eingemischt wird. In der Folge<br \/>\nk\u00f6nnen bei nicht so tief absinkenden Temperaturen keine PSCs<br \/>\nentstehen, was zu einer D\u00e4mpfung des Ozonabbaus f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gegen Ende jedes Jahres wird die Ozonschicht am S\u00fcdpol durch das<br \/>\nVerschwinden des Polarwirbels und den resultierenden Zustrom<br \/>\nozonreicher Luft aus Richtung \u00c4quator wieder aufgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Wie Sie dem Diagramm unter www.dwd.de\/tagesthema entnehmen k\u00f6nnen,<br \/>\nlie\u00df sich, verglichen mit den Vorjahren, in diesem Jahr (schwarze<br \/>\nLinie) zwar recht sp\u00e4t ein Ozonloch beobachten. Daf\u00fcr gewann es aber<br \/>\nrasch an Gr\u00f6\u00dfe und erreichte bereits am 17. September eine Gr\u00f6\u00dfe von<br \/>\n\u00fcber 25 Millionen Quadratkilometern (km\u00b2). Zwei Tage sp\u00e4ter hatte es<br \/>\nmit 26,66 Millionen km\u00b2 seine bisher gr\u00f6\u00dfte Ausdehnung. Damit ist es<br \/>\ndas gr\u00f6\u00dfte Ozonloch seit 2008. Damals hatte das Ozonloch am 12.<br \/>\nSeptember eine Gr\u00f6\u00dfe von 27 Millionen km\u00b2. Mit 29,86 Millionen km\u00b2<br \/>\nerreichte das antarktische Ozonloch am 9. September 2000 seine<br \/>\nhistorisch maximale Ausdehnung. Diese riesigen Fl\u00e4chenangaben kann<br \/>\nman sich vielleicht besser vorstellen, wenn man die Fl\u00e4che des<br \/>\ngr\u00f6\u00dften Landes der Erde, n\u00e4mlich Russlands, gegen\u00fcberstellt. Diese<br \/>\nbetr\u00e4gt &#8222;nur&#8220; ungef\u00e4hr 17 Millionen km\u00b2.<\/p>\n<p>Nach aktuellen Trends soll das Ozonloch noch etwas anwachsen und<br \/>\nk\u00f6nnte somit das gr\u00f6\u00dfte seit 2006 (29,6 Mio. km\u00b2) werden. Dennoch<br \/>\nl\u00e4sst eine globale Verringerung des Ozonabbaus auf eine allm\u00e4hliche<br \/>\nErholung der Ozonschicht hoffen.<\/p>\n<p>M.Sc. Met. Stefan Bach<br \/>\nDeutscher Wetterdienst<br \/>\nVorhersage- und Beratungszentrale<br \/>\nOffenbach, den 30.09.2015<\/p>\n<p>Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<div id=\"attachment_1607\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1607\" data-attachment-id=\"1607\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/groesstes-antarktisches-ozonloch-seit-2008\/image-49\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1.png\" data-orig-size=\"891,1458\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Ozonloch\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1-183x300.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1-626x1024.png\" class=\"size-large wp-image-1607\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1-626x1024.png\" alt=\"Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008\" width=\"584\" height=\"955\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1-626x1024.png 626w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1-183x300.png 183w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/image1.png 891w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1607\" class=\"wp-caption-text\">Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00f6\u00dftes antarktisches Ozonloch seit 2008 F\u00fcr gew\u00f6hnlich kommt es jedes Jahr \u00fcber der Antarktis ab August zu einer schnellen und kr\u00e4ftigen Abnahme der Ozonschicht. 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