{"id":1981,"date":"2015-11-24T13:28:06","date_gmt":"2015-11-24T11:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=1981"},"modified":"2015-11-24T13:28:06","modified_gmt":"2015-11-24T11:28:06","slug":"rossby-wellen-wie-beeinflussen-sie-unser-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/rossby-wellen-wie-beeinflussen-sie-unser-wetter\/","title":{"rendered":"Rossby-Wellen &#8211; Wie beeinflussen sie unser Wetter?"},"content":{"rendered":"<p>Rossby-Wellen &#8211; Wie beeinflussen sie unser Wetter?<\/p>\n<div class=\"docData news\"><span class=\"value\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div class=\"abstract\">\n<p>Rossby-Wellen und der Einfluss auf das Wetter auf der Nordhalbkugel in Abh\u00e4ngigkeit von der Wellenl\u00e4nge, der Erdrotation und der mittleren zonalen Str\u00f6mung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"body-text\">\n<p>Der wesentliche Antrieb aller wetterbedingten Vorg\u00e4nge in der Atmosph\u00e4re liegt in der Sonneneinstrahlung. Da diese jedoch auf der Erde sehr unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt ist, kommt es zu gr\u00f6\u00dferen Temperaturgegens\u00e4tzen zwischen \u00c4quator und den Polregionen. W\u00e4hrend am \u00c4quator die Sonne fast das ganze Jahr \u00fcber nahezu senkrecht einstrahlt, bekommen die Polregionen bei flachem Einfallswinkel nur wenig w\u00e4rmende Sonnenenergie ab. Im Winter bleibt es in diesen n\u00f6rdlichen bzw. s\u00fcdlichen Regionen der Erde teilweise sogar komplett dunkel, d.h. die Sonne geht dort gar nicht mehr auf.<\/p>\n<p>Da die Atmosph\u00e4re jedoch einen Temperaturausgleich anstrebt, str\u00f6mt die warme Luft aus den \u00e4quatorialen Gebieten in der oberen Troposph\u00e4re nach Norden bzw. S\u00fcden. In den mittleren und n\u00f6rdlichen\/s\u00fcdlichen Breiten sind die Tiefdruckgebiete f\u00fcr den W\u00e4rmeaustausch verantwortlich. Diese entstehen bevorzugt im Bereich der sogenannten Polarfront, die z.B. auf der Nordhalbkugel die kalten polaren Luftmassen im Norden von den warmen subtropischen Luftmassen im S\u00fcden trennt.<\/p>\n<p>Die so entstehende oft wellenf\u00f6rmig deformierte Luftmassengrenze wird nach dem Wissenschaftler C.G. Rossby als Rossby-Wellen bezeichnet. Im Gesamtbild der Luftmassenzirkulation der Erdatmosph\u00e4re sind diese Rossby-Wellen also als m\u00e4andrierender (wellender) Verlauf des Polarfrontjetstreams (schmales, bandartiges Starkwindfeld in der oberen Troposph\u00e4re bzw. unteren Stratosph\u00e4re) entlang der Luftmassengrenze zwischen der kalten Polarluft und der warmen Subtropenluft auf der Nord- und auch auf der S\u00fcdhalbkugel der Erde beobachtbar.<\/p>\n<p>Die sogenannten Rossby-Wellen (mit einer durchschnittlichen Wellenzahl von 5 bis 7) steuern dabei die Hoch- und Tiefdrucksysteme in den mittleren Breiten und sind somit f\u00fcr den Austausch von W\u00e4rme zwischen hohen und niedrigen Breiten verantwortlich. Dabei verlagern sich die Wellen in den mittleren Breiten immer langsamer als die durchschnittliche westliche Grundstr\u00f6mung. Die Verlagerungsgeschwindigkeit ist dabei von der Wellenl\u00e4nge und der Ver\u00e4nderung der Corioliskraft (Rechtsablenkung der Luftstr\u00f6mung auf der Nordhalbkugel durch die Erdrotation) mit dem Breitengrad abh\u00e4ngig. Unter bestimmten Voraussetzungen k\u00f6nnen die Rossby-Wellen auch station\u00e4r werden (typisch f\u00fcr blockierende Wetterlagen) oder sich sogar gegen die Luftstr\u00f6mung verlagern (retrograd). In unseren Breiten (~45\u00b0N) muss f\u00fcr station\u00e4re oder retrograde Wellen die Wellenanzahl kleiner als 5 sein.<\/p>\n<p>In den letzten sehr milden Wochen herrschten \u00fcber Europa weitestgehend \u00e4hnliche Luftdruckverh\u00e4ltnisse vor. Ein ausgepr\u00e4gtes Azorenhoch, das sich weit nach Osten teilweise bis ins \u00f6stliche Mittelmeer erstreckte sowie gleichzeitig eine gro\u00dfr\u00e4umige und hochreichende Tiefdruckzone von Neufundland zeitweise bis nach Russland, sorgten fast durchg\u00e4ngig f\u00fcr eine westliche Str\u00f6mung \u00fcber West-, Nord- und Teilen Mitteleuropas. Dabei \u00fcberquerten wiederholt kr\u00e4ftige Tiefausl\u00e4ufern Deutschland von Westen nach Osten, sodass vor allem im Norden und der Mitte ein unbest\u00e4ndiger und st\u00fcrmischer Wettercharakter dominierte.<\/p>\n<p>Diese Wetterverh\u00e4ltnisse lassen sich auch \u00fcber die Rossby-Wellen erkl\u00e4ren, die in diesem Zeitraum eine Wellenzahl von meistens 6 bis 8 aufwiesen. Da die Wellen \u00fcber eine geringe Amplitude, also Ausdehnung in meridionaler Richtung (Nord-S\u00fcd, S\u00fcd-Nord) verf\u00fcgten, verlagerten sie sich rasch ostw\u00e4rts. Zwischen den Wellenbergen (Tr\u00f6gen, vgl. www.dwd.de\/lexikon Stichwort &#8222;Trog&#8220;) bildete sich h\u00e4ufig eine kr\u00e4ftige zonale (West-) Str\u00f6mung aus, mit der zahlreiche Randtiefs ostw\u00e4rts zogen. F\u00fcr Europa bedeute dies von Mitte Oktober bis Mitte November teilweise sehr milde und vor allem im Norden und der Mitte auch feuchte Westwinde.<\/p>\n<p>Erst am letzten Wochenende (21.\/22.11.2015) stellte sich die Wetterlage \u00fcber Europa zumindest vor\u00fcbergehend um. Allerdings korreliert die sich einstellende n\u00f6rdliche Str\u00f6mung, die den Winter nach Deutschland brachte, nicht mit einer deutlichen Abnahme der Wellenzahl. Um die Nordhemnisph\u00e4re ziehen sich weiterhin 6 bzw. 7 Rossby-Wellen. W\u00e4hrend jedoch die Wellenamplitude von Russland \u00fcber den Pazifik hinweg bis nach Alaska weiter verringerte, dehnten sich \u00fcber Amerika und Europa zwei Tr\u00f6ge (Wellen) weit nach S\u00fcden aus. Gleichzeitig konnte sich in h\u00f6heren troposph\u00e4rischen Schichten ein R\u00fccken (H\u00f6henhoch) sowie am Boden ein Hoch \u00fcber dem Atlantik weit in Richtung Polarregion ausbreiten. Nachfolgend stellten sich \u00fcber Europa und auch \u00fcber Amerika meridionale Luftstr\u00f6mungen ein, die Trog-\/Tiefr\u00fcckseitig kalte Luft polaren Ursprungs s\u00fcdw\u00e4rts transportierten.<\/p>\n<p>Da sich die Anzahl der Rossby-Wellen \u00fcber die gesamte Nordhemnisph\u00e4re hinweg jedoch nicht deutlich reduzierte und derzeit weiterhin meist eine rasche Ostverlagerung der Wellen vorliegt, ist nicht mit einer l\u00e4ngerfristigen Einwinterung bis in mittlere oder tiefe Lagen zu rechnen. Stattdessen wird sich die Str\u00f6mung wohl wieder zunehmend zonalisieren und eher etwas mildere Meeresluft nach Europa und somit auch nach Deutschland f\u00fchren. Gleicherma\u00dfen sollten Tiefausl\u00e4ufer wiederholt Niederschl\u00e4ge bringen und auch der Wind h\u00e4ufiger stark bis st\u00fcrmisch auffrischen. Der Winter w\u00e4re entsprechend lediglich in den H\u00f6henlagen der Mittelgebirge oberhalb von 600 bis 900 Metern weiter anzutreffen.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel<\/p>\n<p>Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.11.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) <a href=\"http:\/\/www.dwd.de\">Deutscher Wetterdienst<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rossby-Wellen &#8211; Wie beeinflussen sie unser Wetter? \u00a0 Rossby-Wellen und der Einfluss auf das Wetter auf der Nordhalbkugel in Abh\u00e4ngigkeit von der Wellenl\u00e4nge, der Erdrotation und der mittleren zonalen Str\u00f6mung. 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