{"id":1988,"date":"2015-11-25T14:00:57","date_gmt":"2015-11-25T12:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=1988"},"modified":"2015-11-25T14:00:57","modified_gmt":"2015-11-25T12:00:57","slug":"wintergastspiel-geht-zu-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wintergastspiel-geht-zu-ende\/","title":{"rendered":"Wintergastspiel geht zu Ende"},"content":{"rendered":"<h2>Wintergastspiel geht zu Ende<\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Ein polarer Kaltlufteinbruch brachte in den vergangenen Tagen verbreitet winterliches Wetter.Ursache f\u00fcr den Kaltlufteinbruch war ein kr\u00e4ftiges Azorenhoch, das sich \u00fcber dem Atlantik aufgebaut hat. An seiner Ostflanke konnten Tiefdruckgebiete, die auf ihrer R\u00fcckseite Polarluft mit sich f\u00fchrten, \u00fcber Mitteleuropa weit nach S\u00fcden vordringen. Dabei sorgten nicht nur zuletzt die kr\u00e4ftigen Schneeschauer am Sonntag daf\u00fcr, dass es mancherorts in Deutschland sogar in tieferen Lagen &#8222;wei\u00df&#8220; wurde. In der Nacht zum heutigen Mittwoch griffder Ausl\u00e4ufer eines Tiefs mit Zentrum auf den Westen Deutschlands \u00fcber und verlagert sich im Laufe des Mittwochs langsam ostw\u00e4rts. Er brachte den westlichen Mittelgebirgen noch einmal eine ordentliche Neuschneeauflage. Doch auch in tieferen Lagen blieb der Schnee zum Teilliegen.<\/p>\n<p>Der meiste Schnee liegt derzeit im S\u00fcdschwarzwald und im Allg\u00e4u mit 20 &#8211; 35 cm. Der Brocken meldete heute Morgen 22 cm, der Kahle Asten im Hochsauerland16 cm und auf dem Kleinen Feldberg im Taunus liegen auch immerhin schon 15 cm. Aber auch in tieferen Lagen hat es im Westen mancherorts ordentlich geschneit. Zum Beispiel liegen in Wilhelmsfeld im s\u00fcdlichen Odenwald auf 347 m H\u00f6he 14 cm Schnee. Die \u00f6stlichen Mittelgebirge haben bisher nicht ganz so viel Schnee abbekommen. Dort liegen nur knapp \u00fcber 10 cm. Auch wenn die Schneemengen meist nicht f\u00fcr Wintersport reichen, so konnte in vielen Skigebieten wenigstens mit der Kunstschneeproduktion begonnen werden.<\/p>\n<p>Nun werden sich sicherlichnicht nur die Wintersportler und Skiliftbetreiber fragen, wie es mit dem Winterwetter weiter geht. In tieferen Lagen ist das Wintergastspiel schon heute wieder vorbei. Hinter dem bereits erw\u00e4hnten Tiefausl\u00e4ufer flie\u00dft etwas mildere Nordseeluft ein. So steigt die Schneefallgrenze auf etwa 600 m. In Lagen dar\u00fcber bleibt es allerdings zun\u00e4chst noch winterlich. Am Alpenrand kann es durch Stauniederschl\u00e4ge sogar noch etwas gr\u00f6\u00dfere Neuschneemengen geben.<\/p>\n<p>Zum Wochenende stellt sich die Wetterlage dann um. Das Atlantikhoch wird abgebaut und weicht reger Tiefdruckaktivit\u00e4t, sodass uns erneut eine st\u00fcrmische Westwetterlage erwartet. Dabei ziehen Tiefdruckgebiete in rascher Abfolge von West nach Ost \u00fcber Deutschland hin weg. In den Mittelgebirgen bleibt es dabei zun\u00e4chst noch winterlich, denn es ist noch subpolare Luft mit Ursprung bei Gr\u00f6nland wirksam. Somit kann es oberhalb von 600 m nochmals Neuschnee geben.<\/p>\n<p>Zu Beginn der neuen Woche setzt sich dann wieder deutlich mildere Luft durch, wodurch die winterliche Phase auch im Bergland zu Ende geht und die Temperaturen in tieferen Lagen sogar wieder \u00fcber 10 \u00b0C ansteigen. Die Frontalzone, die kalte Polarluft von milder Subtropikluft trennt, wird durch das sich bis nach S\u00fcdeuropa ausweitende Azorenhoch weiter nach Norden abgedr\u00e4ngt. In der Meteorologie spricht man dann von einer sogenannten &#8222;antizyklonen Westwetterlage&#8220;. Noch ist nicht sicher, wie weit sich das Hoch bis nach Deutschland ausweitet. Sollte sich der Hochdruckeinfluss bei uns festigen, so kann es in den Niederungen bei Hochnebel mitunter recht k\u00fchl werden, w\u00e4hrend im Bergland bei milderen Temperaturen meist die Sonne scheint.<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckkehr zu richtigem Winterwetter ist zun\u00e4chst einmal eher unwahrscheinlich, da sich der Kaltluftpol Richtung Nordostkanada verschoben hat und dabei immer wieder kalte Luft auf den relativ warmen Nordwestatlantik (10-15 \u00b0C) ausflie\u00dft. Dort kommt es dann zur Bildung von Tiefdruckgebieten, die auf ihrer Vorderseite mit einer s\u00fcdwestlichen Str\u00f6mung milde Luft nach Mitteleuropa f\u00fchren. Ein \u00e4hnliches Str\u00f6mungsmuster stellte sich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit auch in den vergangenen beiden milden Wintern ein. Ob dieses Zirkulationsmuster auch diesen Winter f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit anh\u00e4lt, l\u00e4sst sich jedoch nicht vorhersagen.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Christian Herold Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 25.11.2015<\/p>\n<p>Copyright (c) <a href=\"http:\/\/www.dwd.de\" target=\"_blank\">Deutscher Wetterdienst<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wintergastspiel geht zu Ende Ein polarer Kaltlufteinbruch brachte in den vergangenen Tagen verbreitet winterliches Wetter.Ursache f\u00fcr den Kaltlufteinbruch war ein kr\u00e4ftiges Azorenhoch, das sich \u00fcber dem Atlantik aufgebaut hat. 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