{"id":2032,"date":"2015-12-01T15:26:25","date_gmt":"2015-12-01T13:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=2032"},"modified":"2015-12-01T15:26:25","modified_gmt":"2015-12-01T13:26:25","slug":"die-sturmtiefs-nils-und-oscar-holen-die-letzten-blaetter-von-den-baeumen-und-lassen-die-flusspegel-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/die-sturmtiefs-nils-und-oscar-holen-die-letzten-blaetter-von-den-baeumen-und-lassen-die-flusspegel-steigen\/","title":{"rendered":"Die Sturmtiefs Nils und Oscar holen die letzten Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen und lassen die Flusspegel steigen!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Sturmtiefs Nils und Oscar holen die letzten Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen und lassen die Flusspegel steigen!<\/p>\n<p>Die Serie um die Sturmtiefs Nils I und II sowie Oscar und Philipp beendeten das Winterintermezzo schlagartig und l\u00e4uteten erneut eine milde West- bis S\u00fcdwestlage ein. Schon am gestrigen Montag stiegen die Temperaturen landesweit wieder auf 6 bis 13 Grad an. Der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt soll am heutigen Dienstag, dem 1. Dezember 2015 und meteorologischen Winteranfang, mit H\u00f6chstwerten zwischen 7 und 15 Grad erreicht werden. Aber auch im weiteren Verlauf bleibt es f\u00fcr die Jahreszeit zu warm. F\u00fcr den kommenden Sonntag deuten die Wettermodelle einen neuerlichen Warmluftvorsto\u00df aus s\u00fcdlichen Breiten an. Dabei sollen die Temperaturen bei erneut st\u00fcrmischem Wind auf 9 bis 16 Grad steigen.<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die deutlich zu milde Witterung zum meteorologischen Winteranfang und auch dar\u00fcber hinaus ist eine ausgepr\u00e4gte West- bis S\u00fcdwestlage. Nachdem sich ein Randtief von Tief &#8222;Lauritz&#8220; am vergangenen Mittwoch langsam ins Mittelmeer verlagerte und schlie\u00dflich abschn\u00fcrte, konnte sich das Hoch &#8222;Waltraud&#8220; von Russland her nach Westen schieben und eine Hochdruckbr\u00fccke \u00fcber Deutschland hinweg zum Azorenhoch schlie\u00dfen. Dies war die erneute Geburtsstunde einer zonalisierten, also von West nach Ost orientierten, Grundstr\u00f6mung, die sich zwischen tiefem Luftdruck von Neufundland bis nach Finnland und hohem Luftdruck von den Azoren bis ins \u00f6stliche Mittelmeer einstellte. Mit dieser wurden im weiteren Verlauf wiederholt kleine, aber kr\u00e4ftige Randtiefs samt deren auch nach Deutschland ausgreifenden Ausl\u00e4ufern vom Atlantik \u00fcber die Britischen Inseln hinweg ostw\u00e4rts gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Den Anfang machte dabei das Tief &#8222;Michel&#8220; am Freitag, dem 27. November. Zwar kam Michel noch nicht allzu weit nach Osten voran und bewegte sich stattdessen in Richtung Nordmeer. Dessen Tiefausl\u00e4ufer \u00fcberquerten jedoch auch das Bundesgebiet und transportierten dabei schon deutliche mildere Atlantikluft nach Mitteleuropa und somit auch nach Deutschland.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf fungierte Tief &#8222;Michel&#8220; \u00fcber dem Nordmeer zunehmend als steuerndes Tiefzentrum. Dem gegen\u00fcberstehend plusterte sich Hoch &#8222;Xena&#8220; \u00fcber dem s\u00fcdeurop\u00e4ischen Raum mit Schwerpunkt \u00fcber der Iberischen Halbinsel weiter auf. Die westliche Str\u00f6mung verst\u00e4rkte sich und wurde zur Autobahn f\u00fcr die Sturmtiefs &#8222;Nils I und II&#8220; sowie &#8222;Oscar&#8220;. Alle drei Sturmtiefs verlagerten sich rasch ostw\u00e4rts. Vor allem Sturmtief Oscar dringt bis morgen weit nach Osteuropa bis hin zum Schwarzen Meer vor. Deutschland lag dabei auf deren Zugbahn und wurde komplett von den Sturmfeldern erfasst. W\u00e4hrend &#8222;Nils&#8220; vor allem an den K\u00fcsten und im h\u00f6heren Bergland in Orkanst\u00e4rke wehte, fegte Oscar haupts\u00e4chlich \u00fcber die mittleren und s\u00fcdlichen Regionen Deutschlands hinweg und sorgte dort verbreitet bis ins Tiefland f\u00fcr Sturmb\u00f6en.<\/p>\n<p>Die st\u00e4rkste B\u00f6e infolge der beiden &#8222;Nils\u00b4&#8220; meldete die Station auf dem Brocken im Harz (SA) mit 158,4 km\/h. Auch in der S\u00fcdh\u00e4lfte ragten die Windspitzen des h\u00f6heren Berglandes heraus. Auf der Zugspitze (BY) und dem Weinbiet (RP) wurden Spitzenb\u00f6en von 136, 8 km\/h gemessen. Gefolgt vom Fichtelberg im Erzgebirge (SN) mit 133, 2 km\/h. Interessanter sind jedoch die maximalen B\u00f6en im K\u00fcstenumfeld. Dort wurden auch verbreitet orkanartige B\u00f6en oder Orkanb\u00f6en beobachtet. Mit einer B\u00f6e von 133,2 km\/h kann sich die Insel Sylt mit der Station List (SH) durchaus mit den Bergspitzen messen. Auch auf der Hallig Hooge mit 127,8 km\/h oder auf dem Leuchtturm Alte Weser mit 126 km\/h st\u00fcrmte Nils nur wenig schw\u00e4cher. Direkt an der Nord- und Ostseek\u00fcste registrierten die Stationen maximale Windgeschwindigkeiten zwischen 100 und 125 km\/h. Im Umfeld von kr\u00e4ftigen Schauern oder Gewittern, die auf einflie\u00dfende H\u00f6henkaltluft zur\u00fcckzuf\u00fchren waren und vor allem Norddeutschland \u00fcberquerten, registrierten auch Messstationen landeinw\u00e4rts einzelne orkanartige B\u00f6en. Beispielhaft ist diesbez\u00fcglich die Station Goldberg (MV) mit einer B\u00f6e von 109,4 km\/h zu nennen.<\/p>\n<p>Das Sturmtief &#8222;Oscar&#8220; w\u00e4hlte im Vergleich zu seinen Vorg\u00e4ngern Nils I und II eine s\u00fcdlichere Zugbahn von Benelux nach Brandenburg und weiter nach Osten. Damit frischte der Wind haupts\u00e4chlich in den mittleren und s\u00fcdlichen Gebieten des Landes erneut st\u00fcrmisch auf. Da sich das Hauptsturmfeld jedoch im Warmsektor, also unter weitestgehend stabilen atmosph\u00e4rischen Bedingungen, befand, wurden die h\u00f6heren Windgeschwindigkeiten in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen (~1500 m) durch die fehlende vertikale Durchmischung nicht zum Boden transportiert. Daher herrschte vor allem auf den Bergen erneut Orkanst\u00e4rke, w\u00e4hrend in tieferen Lagen meist nur st\u00fcrmische B\u00f6en oder Sturmb\u00f6en gemessen wurden. Den Spitzenplatz belegte bei &#8222;Oscar&#8220; wieder der Brocken im Harz (SA) mit 133,2 km\/h. Diesem folgten der Feldberg im Schwarzwald (BW) mit 129,6 km\/h, der Fichtelberg im Erzgebirge mit 127,4 km\/h und der Weinbiet (RP) mit 123,8 km\/h. An der Nordsee- und Ostseek\u00fcste bewegten sich die maximalen B\u00f6en zwischen 85 und 110 km\/h. Auch s\u00fcdlich der Donau sowie vom Aachener Raum bis ins Saarland fegte Oscar mit B\u00f6en zwischen 80 und 100 km\/h mit voller Sturmst\u00e4rke \u00fcber das Land.<\/p>\n<p>Neben dem Sturm f\u00fchrten die Tiefs aber auch l\u00e4nger anhaltenden und teils ergiebigen Regen nach Deutschland. Vor allem in der Mitte und im S\u00fcden fielen \u00fcber einen Zeitraum von 48 Stunden bis Dienstagmorgen verbreitet 20 bis 50 Liter pro Quadratmeter, in Weststaulagen teils auch bis 100 Liter. Spitzenreiter war der Gro\u00dfe Arber im Bayerischen Wald mit 138.4 l\/qm. Gefolgt von Baiersbronn-Mitteltal im Schwarzwald (BW) mit 101,1 l\/qm, dem Kahlen Asten im Rothaargebirge (NRW) mit 97,3 l\/qm, Braunlage im Harz (NI) mit 93,9 l\/qm, Meinerzhagen-Redlendorf (NRW) mit 93,5 l\/qm und Lindberg-Buchenau (BY) mit 91,1 l\/qm (vgl. Graphik).<\/p>\n<p>Allgemein lassen sich die St\u00fcrme &#8222;Nils I und II&#8220; sowie &#8222;Oscar&#8220; nahtlos in die Riege der Sturmtiefs &#8222;Albert&#8220;, &#8222;Binrasheed&#8220;, &#8222;Frank&#8220;, &#8222;ex-Kate&#8220; und &#8222;Heini&#8220; einordnen, die den November mit einer deutlich zu milden und zum Ende hin auch vielerorts \u00fcberdurchschnittlich feuchten Witterung pr\u00e4gten.<\/p>\n<p>Nach einer \u00fcber das Jahr hinweg l\u00e4nger anhaltenden Trockenheit war der Regen vor allem in der zweiten Novemberh\u00e4lfte in den meisten Regionen Deutschlands dringend n\u00f6tig. Wie der Kollege Trippler im Thema des Tages vom 3. November bereits auff\u00fchrte, waren seit Februar 2015 alle Monate im Vergleich zum vielj\u00e4hrigen Mittel zu trocken. Auch im Oktober fielen gerade einmal 79% des \u00fcblichen Niederschlags. Als Konsequenz der anhaltenden Trockenheit sanken die Flusspegel der meisten deutschen Fl\u00fcsse zunehmend ab. Zum Novemberbeginn hatte beispielsweise in K\u00f6ln der Rheinpegel mit weniger als 122 cm mittleres Niedrigwasser. Der Mittelwert des Wasserstandes liegt dort bei 321 cm. Ein \u00e4hnliches Bild zeigte sich auch an den weiteren gr\u00f6\u00dferen Fl\u00fcssen wie der Elbe, der Donau, des Mains und des Neckars. Besonders von der Trockenheit betroffen waren die kleineren Nebenfl\u00fcsse, die nur noch als Rinnsale daherkamen.<\/p>\n<p>Doch die Sturmserien, vor allem in der zweiten Novemberh\u00e4lfte, sorgten f\u00fcr Entspannung. Sie schraubten die Novemberniederschl\u00e4ge bez\u00fcglich des vielj\u00e4hrigen Mittels sogar verbreitet auf \u00fcberdurchschnittliche Mengen. Zahlreiche Regionen warteten zum Monatsende sogar mit der doppelten Menge des \u00fcblichen Novemberniederschlags auf. Damit verbunden stiegen auch die Flusspegel deutlich an. Insbesondere der Dauerregen vom 29.11. bis 01.12. sorgte bei den kleineren Fl\u00fcssen f\u00fcr einen rasanten Anstieg und nachfolgende \u00dcberschwemmungen. In Weidennau\/Siegen an der Sieg liegt der mittlere Wasserstand bei 35 cm. In den letzten Tagen stieg dieser in kurzer Zeit jedoch auf Werte von \u00fcber 160 cm an. Neben der Sieg f\u00fchren vor allem die Lahn, die Ruhr, die Eder, der Obermain, der Regen, die Leine sowie weitere Fl\u00fcsse, deren Quellgebiete oder Zufl\u00fcsse aus den Mittelgebirgsregionen rund um Eifel, Rothaargebirge, Th\u00fcringer Wald, Bayerischer Wald, Harz, u.s.w. entstammen, Hochwasser.<\/p>\n<p>Ab dem heutigen Dienstag \u00fcbernimmt zumindest vor\u00fcbergehend das Azorenhoch &#8222;Xena&#8220; auch in Mitteleuropa das Wetterkommando. Es schiebt sich nach Nordosten vor und liegt am morgigen Mittwoch mit Zentrum \u00fcber dem \u00f6stlichen Frankreich. Damit dreht die Grundstr\u00f6mung auf eine s\u00fcdwestliche Komponente. Tiefausl\u00e4ufer streifen nachfolgend lediglich den \u00e4u\u00dfersten Norden unseres Landes. Ansonsten stellt sich bis Freitag meist ruhiges, vor allem im S\u00fcden und der Mitte zu Nebel und Hochnebel neigendes herbstliches Wetter ein. Erst zum Wochenende soll verbreitet neuer Regen aufkommen.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.12.2015 Copyright (c) <a href=\"http:\/\/www.dwd.de\" target=\"_blank\">Deutscher Wetterdienst<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2033\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/die-sturmtiefs-nils-und-oscar-holen-die-letzten-blaetter-von-den-baeumen-und-lassen-die-flusspegel-steigen\/sturmtief\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief.png\" data-orig-size=\"966,580\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Sturmtief\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Die Sturmtiefs Nils und Oscar holen die letzten Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen und lassen die Flusspegel steigen!&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief-300x180.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-2033\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief.png\" alt=\"Sturmtief\" width=\"966\" height=\"580\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief.png 966w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Sturmtief-300x180.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 966px) 100vw, 966px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sturmtiefs Nils und Oscar holen die letzten Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen und lassen die Flusspegel steigen! 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