{"id":2051,"date":"2015-12-04T14:28:29","date_gmt":"2015-12-04T12:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=2051"},"modified":"2015-12-04T14:29:45","modified_gmt":"2015-12-04T12:29:45","slug":"der-nikolaus-mit-t-shirt-und-regenjacke-milde-westwinde-machen-es-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/der-nikolaus-mit-t-shirt-und-regenjacke-milde-westwinde-machen-es-moeglich\/","title":{"rendered":"Der Nikolaus mit T-Shirt und Regenjacke?! Milde Westwinde machen es m\u00f6glich!"},"content":{"rendered":"<h2>Der Nikolaus mit T-Shirt und Regenjacke?! Milde Westwinde machen es m\u00f6glich!<\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier! Ein Spruch, der derzeit auch gut auf das Wetter \u00fcbertragen werden kann. Mit Ausnahme von einem kurzen Winterintermezzo Ende November herrscht seit Anfang des letzten Monats meist eine westliche bis s\u00fcdwestliche Str\u00f6mung vor, die milde, teils auch sehr milde Atlantikluft nach Deutschland transportiert. Verantwortlich f\u00fcr die wenig winterlichen und stattdessen teilweise eher fr\u00fchherbstlichen, Anfang November auch sp\u00e4tsommerlichen Witterungsverh\u00e4ltnisse ist die Luftdruckverteilung \u00fcber dem \u00f6stlichen Atlantik und dem europ\u00e4ischen Kontinent. W\u00e4hrend einerseits von Neufundland bis nach Skandinavien Tiefdruckgebiete dominieren, herrscht anderseits von den Azoren bis ins \u00f6stliche Mittelmeer hoher Luftdruck vor. Da beide Druckgebilde stark ausgepr\u00e4gt sind, f\u00fchren die gro\u00dfen Luftdruckunterschiede zu einer kr\u00e4ftigen zonal orientierten West- bis S\u00fcdweststr\u00f6mung. W\u00e4hrend vor allem der S\u00fcden Deutschlands vom hohen Luftdruck profierte, lag der Norden wiederholt im Einflussbereich von Sturmtiefs und dessen Ausl\u00e4ufern.<\/p>\n<p>Allgemein sorgten die Wetterbedingungen im November \u00fcber viele meteorologische Parameter hinweg f\u00fcr zahlreiche statistische Besonderheiten. Vor allem die erste Novemberh\u00e4lfte sticht dabei mit ungew\u00f6hnlichen Witterungsverh\u00e4ltnissen heraus. Kr\u00e4ftige S\u00fcdwestwinde f\u00fchrten Warmluft vom Meeresgebiet um die Kanarischen Inseln bis nach Deutschland. In Emmendingen-Mundingen wurden am 7. November bei einer H\u00f6chsttemperatur von 23,8 Grad eher Sommergef\u00fchle geweckt. Insgesamt stiegen an der Station \u00fcber einen Zeitraum von 5 Tagen, vom 5. bis 9. November, die H\u00f6chstwerte \u00fcber 20 Grad an. Dabei war Emmendingen kein Einzelfall. Am 8. November registrierten deutschlandweit 35 Messstationen in Deutschland eine Tagesh\u00f6chsttemperatur von mehr als 20 Grad. Dagegen wurde beispielhaft am 23. Juni dieses Jahres lediglich an 2 Stationen im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes die 20 Grad-Marke \u00fcbertroffen. Allgemein meldete zwischen dem 1. und 10. November jeweils mindestens eine Wetterstation eine Spitzentemperatur \u00fcber 20 Grad. Bis zum 18. November erreichte die Station Piding n\u00f6rdlich von Bad Reichenhall ein mittleres Maximum von +17,7 Grad.<\/p>\n<p>Ebenfalls sehr auff\u00e4llig war in der ersten Novemberdekade die r\u00e4umlich und auch vertikal unterschiedliche Temperaturverteilung in Deutschland. Unter Hochdruckeinfluss bildete sich insbesondere in der S\u00fcdosth\u00e4lfte des Landes vielerorts eine markante Inversion aus. Als Folge lag das Tiefland h\u00e4ufig unter einer Hochnebeldecke. Dagegen besa\u00dfen die Berggipfel bei eitel Sonnenschein meist eine perfekte Weitsicht. Diese unterschiedlichen Wetterbedingungen spiegelten sich schlie\u00dflich auch bei den Temperaturen am Tage und in der Nacht wider. W\u00e4hrend am 3. November in N\u00fcrnberg eine Tiefsttemperatur von -5 Grad gemessen wurde, sank die Temperatur auf dem 1456 m aufragenden Gro\u00dfen Arber im Bayerischen Wald im Zustrom milder Luft in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen nur auf +12 Grad ab. Am Tage meldete Garmisch-Patenkirchen dann bei viel Sonnenschein einen H\u00f6chstwert von +23 Grad, wohingegen die B\u00fcrger in Seehausen in der Altmark im Dauergrau bei nur +3 Grad froren. Bis zum 9. November f\u00fchrte die einflie\u00dfende Luft vor allem in gr\u00f6\u00dferen H\u00f6hen f\u00fcr rekordverd\u00e4chtige Temperaturabweichungen im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Auf dem Fichtelberg im Erzgebirge wurde z.B. in diesem Zeitraum eine Temperaturabweichung von +11,3 Grad zum vielj\u00e4hrigen Mittel registriert. Auch auf dem Brocken mit +10,9 Grad und dem Gro\u00dfen Arber mit +10,7 Grad waren die Anomalien nur unwesentlich niedriger.<\/p>\n<p>Die oben aufgef\u00fchrte Luftdruckverteilung in den ersten beiden Novemberdekaden hatte schlie\u00dflich auch gro\u00dfen Einfluss auf weitere meteorologische Parameter wie den Niederschlag und die Sonnenscheindauer. W\u00e4hrend im S\u00fcden und S\u00fcdosten und dort vor allem s\u00fcdlich der Donau die Sonnenausbeute bei teils \u00fcber 200 % des Solls nahezu mehr perfekt ausfiel, mussten sich die westlichen und n\u00f6rdlichen Regionen unseres Landes mit unterdurchschnittlichem Sonnenschein zufrieden geben. Im Raum Trier schien die Sonne beispielhaft nur 28 Stunden im gesamten Monat, was lediglich 56 % bez\u00fcglich des vielj\u00e4hrigen Mittels entspricht. Allgemein konnten die s\u00fcdlichen und \u00f6stlichen Gebiete Deutschlands das Sonnendefizit im Westen und Norden mehr als ausgleichen, sodass die 68 Stunden Sonnenschein im r\u00e4umlichen und zeitlichen Mittel \u00fcber das gesamte Bundesgebiet diesem November im Ranking seit Messbeginn (1951) einen Platz unter den Top 10 einbrachte.<\/p>\n<p>Auch bei der Niederschlagsverteilung zeigen sich gro\u00dfe r\u00e4umliche Unterschiede. W\u00e4hrend unter Hochdruckeinfluss im S\u00fcden, an der Station Singen am Bodensee, bis zum 18. November nur 0,1 Liter pro Quadratmeter Niederschlag fielen, registrierte die Station Braunlage im Harz im gleichen Zeitraum 169 Liter. Mit der Umstellung der Wetterlage von S\u00fcdwest auf West in der zweiten Novemberh\u00e4lfte kam schlie\u00dflich auch der S\u00fcden wieder h\u00e4ufiger in den Einflussbereich von Tiefausl\u00e4ufern. Nachfolgend traten am 20.\/21. November im S\u00fcdwesten Dauerniederschl\u00e4ge auf. \u00dcber 48 Stunden fielen dabei in Lenzkirch-Ruhb\u00fchl im Schwarzwald 96,5 Liter pro Quadratmeter. Damit wurde an dieser Station die Niederschlagsmenge von 65,2 Liter, die zuvor von Anfang September bis zum Ereignis gefallen war, innerhalb von zwei Tagen deutlich \u00fcberboten. Auch die Dauerniederschl\u00e4ge Ende November sorgten wieder f\u00fcr steigende Flusspegel. Das Niederschlagsdefizit im meteorologischen Herbst (September, Oktober, November) konnte somit vielerorts in nur 10 Tagen ausgeglichen bzw. \u00fcberboten werden.<\/p>\n<p>Tendenziell zeigt sich das Wetter in Deutschland auch in den n\u00e4chsten Tagen weiter windig bis st\u00fcrmisch und vor allem im Norden recht unbest\u00e4ndig. Dabei h\u00e4lt sich weiterhin eine straffe westliche Str\u00f6mung, die wiederholt Randtiefs ostw\u00e4rts f\u00fchrt und deren Ausl\u00e4ufer auch das Bundegebiet teilweise \u00fcberqueren. Allerdings sind gr\u00f6\u00dfere Niederschlagsmengen erst einmal nicht in Sicht. Dagegen frischt jedoch der Wind wieder h\u00e4ufiger stark b\u00f6ig auf. Zudem kann mit der Weststr\u00f6mung bis auf weiteres milde Atlantikluft nach Deutschland gelangen. Und auch ein Blick in die mittelfristige Zukunft zeigt keine \u00c4nderung. Mit einem kr\u00e4ftigen S\u00fcdwestwind steigen die H\u00f6chstwerte am Wochenende und auch \u00fcber die gesamte kommende Woche hinweg auf 8 bis 15 Grad an. Demnach kann der Nikolaus am Sonntag seinen Schlitten sowie auch roten Mantel einmotten und sich stattdessen im dickeren T-Shirt mit einem Drachen von Haus zu Haus gleiten lassen. Im Norden und in der Mitte w\u00e4re zudem ein Regenmantel von Nutzen.<\/p>\n<p>Damit zumindest das Christkind in 20 Tagen im Winterkleid daherkommen kann, m\u00fcsste sich jedoch die Wetterlage komplett umstellen. F\u00fcr ein kaltes und auch schneereiches Weihnachtsfest sollte die Luft aus Norden nach Deutschland gelangen. Dazu w\u00e4ren ein Hoch \u00fcber den Britischen Inseln sowie tiefer Luftdruck von Polen bis zur Adria n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel mit Herrmann Kehrer Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.12.2015 Copyright (c) <a href=\"http:\/\/www.dwd.de\" target=\"_blank\">Deutscher Wetterdienst<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nikolaus mit T-Shirt und Regenjacke?! Milde Westwinde machen es m\u00f6glich! Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier! Ein Spruch, der derzeit auch gut auf das Wetter \u00fcbertragen werden kann. 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