{"id":25789,"date":"2026-10-19T20:34:26","date_gmt":"2026-10-19T18:34:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=25789"},"modified":"2026-10-19T20:34:27","modified_gmt":"2026-10-19T18:34:27","slug":"wetterthema-des-tages-19-10-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wetterthema-des-tages-19-10-2026\/","title":{"rendered":"Wetterthema des Tages &#8211; 19.10.2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Regentropfen \u2013 warum sie nicht wie Tr\u00e4nen aussehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-attachment-id=\"25790\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wetterthema-des-tages-19-10-2026\/2fb7d83e-873f-4215-b0d2-b407db6fddee\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE.png\" data-orig-size=\"1672,941\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;,&quot;alt&quot;:&quot;&quot;}\" data-image-title=\"2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-1024x576.png\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-25790\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-300x169.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-768x432.png 768w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/2FB7D83E-873F-4215-B0D2-B407DB6FDDEE.png 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wetterwissen der Wetterstation Brachwitz | 19. Oktober 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Regentropfen wird in Zeichnungen meist als l\u00e4ngliche Tr\u00e4ne mit einer spitzen Oberseite dargestellt. Tats\u00e4chlich sieht ein fallender Regentropfen ganz anders aus. Kleine Tropfen sind nahezu kugelf\u00f6rmig. Gr\u00f6\u00dfere Tropfen werden durch den Luftwiderstand zunehmend abgeflacht. Besonders gro\u00dfe Tropfen k\u00f6nnen sich sogar verformen und in kleinere Tropfen zerfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese scheinbar unscheinbare Beobachtung f\u00fchrt mitten hinein in die Physik der Wolken und des Niederschlags. Denn die Gr\u00f6\u00dfe eines Regentropfens bestimmt nicht nur seine Form, sondern auch seine Fallgeschwindigkeit, sein Verhalten im Wind und die Art, wie Regen am Boden wahrgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein feiner Nieselregen besteht aus unz\u00e4hligen sehr kleinen Tr\u00f6pfchen, die langsam fallen. Bei einem kr\u00e4ftigen Regenschauer treffen dagegen h\u00e4ufig wesentlich gr\u00f6\u00dfere Tropfen mit deutlich h\u00f6herer Geschwindigkeit auf den Boden. Dabei kann die Niederschlagsmenge in beiden F\u00e4llen stark variieren, denn entscheidend ist neben der Tropfengr\u00f6\u00dfe auch, wie viele Tropfen pro Zeit und Fl\u00e4che fallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kernaussagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regentropfen sind nicht tr\u00e4nenf\u00f6rmig. Sehr kleine Tropfen sind ann\u00e4hernd kugelf\u00f6rmig, w\u00e4hrend gr\u00f6\u00dfere Tropfen durch aerodynamische Kr\u00e4fte zunehmend abgeflacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Oberfl\u00e4chenspannung des Wassers wirkt der Verformung entgegen und h\u00e4lt kleine Tropfen in einer kompakten Form. Mit zunehmender Tropfengr\u00f6\u00dfe gewinnen Luftwiderstand und Druckunterschiede an Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wolkentr\u00f6pfchen besitzen oft nur Durchmesser von etwa zehn bis zwanzig Mikrometern. Sie sind damit erheblich kleiner als typische Regentropfen und fallen so langsam, dass sie von Luftbewegungen lange in der Wolke gehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit aus einer Wolke Regen entsteht, m\u00fcssen zahlreiche kleine Tr\u00f6pfchen zu gr\u00f6\u00dferen Tropfen zusammenwachsen. Das geschieht unter anderem durch Zusammenst\u00f6\u00dfe und Vereinigung von Tr\u00f6pfchen. In vielen Wolken der mittleren Breiten spielt zus\u00e4tzlich das Wachstum von Eiskristallen eine wichtige Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Regentropfen mit etwa zwei Millimetern Durchmesser kann eine Fallgeschwindigkeit von ungef\u00e4hr sechs bis sieben Metern pro Sekunde erreichen. Sehr gro\u00dfe Tropfen fallen schneller, sind jedoch zunehmend instabil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tropfen mit Durchmessern deutlich oberhalb von f\u00fcnf bis sechs Millimetern zerfallen unter atmosph\u00e4rischen Bedingungen h\u00e4ufig, bevor sie den Boden erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Meteorologischer Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg eines Regentropfens beginnt lange bevor wir den ersten Regen am Fenster h\u00f6ren. Zun\u00e4chst muss Luft so weit abk\u00fchlen, dass Wasserdampf an winzigen Schwebteilchen kondensieren kann. Diese Kondensationskerne k\u00f6nnen beispielsweise aus Salz, Staub oder anderen Aerosolen bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bilden sich Wolkentr\u00f6pfchen. Ihre Durchmesser liegen h\u00e4ufig nur im Bereich weniger Zehntausendstel Meter. Ein einzelnes solches Tr\u00f6pfchen besitzt ein \u00e4u\u00dferst geringes Gewicht. Seine Sinkgeschwindigkeit ist entsprechend klein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb gen\u00fcgt bereits eine schwache aufsteigende Luftbewegung, um viele Wolkentr\u00f6pfchen in der Schwebe zu halten. Eine Wolke kann auf diese Weise lange bestehen bleiben, ohne dass aus ihr Niederschlag f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allein durch weitere Kondensation wachsen Wolkentr\u00f6pfchen normalerweise nicht schnell genug zu gro\u00dfen Regentropfen heran. F\u00fcr die Niederschlagsbildung sind deshalb zus\u00e4tzliche Wachstumsprozesse erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In w\u00e4rmeren Wolken spielt die sogenannte Kollision und Koaleszenz eine wichtige Rolle. Dabei bewegen sich unterschiedlich gro\u00dfe Tr\u00f6pfchen mit verschiedenen Fallgeschwindigkeiten durch die Wolke. Gr\u00f6\u00dfere Tr\u00f6pfchen k\u00f6nnen kleinere einholen, mit ihnen zusammensto\u00dfen und sich mit ihnen vereinigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Weise entstehen nach und nach gr\u00f6\u00dfere Tropfen. Je gr\u00f6\u00dfer ein Tropfen wird, desto mehr Wasser enth\u00e4lt er und desto st\u00e4rker wirkt die Schwerkraft auf ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings verl\u00e4uft dieser Wachstumsprozess nicht bei jedem Zusammensto\u00df erfolgreich. Manche Tr\u00f6pfchen prallen voneinander ab oder werden durch die Luftstr\u00f6mung aneinander vorbeigelenkt. Wie schnell Regentropfen wachsen, h\u00e4ngt deshalb unter anderem von der Tropfengr\u00f6\u00dfenverteilung, dem Fl\u00fcssigwassergehalt der Wolke und den Luftbewegungen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen Wolken \u00fcber Deutschland kommt ein weiterer Mechanismus hinzu: der Eisphasenprozess. In Wolkenbereichen mit Temperaturen unter null Grad Celsius k\u00f6nnen unterk\u00fchlte Wassertr\u00f6pfchen und Eiskristalle gleichzeitig vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber einer Eisoberfl\u00e4che ist der S\u00e4ttigungsdampfdruck geringer als \u00fcber einer Wasseroberfl\u00e4che derselben Temperatur. Dadurch k\u00f6nnen Eiskristalle auf Kosten der unterk\u00fchlten Wassertr\u00f6pfchen wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden die Eiskristalle schwer genug, beginnen sie zu fallen. Unterwegs k\u00f6nnen sie weitere Kristalle oder unterk\u00fchlte Tr\u00f6pfchen aufnehmen. Gelangen sie schlie\u00dflich in w\u00e4rmere Luftschichten, schmelzen sie und erreichen den Boden als Regentropfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein erheblicher Teil des Regens in den mittleren Breiten entsteht auf diese Weise zumindest teilweise aus gefrorenen Niederschlagsteilchen. Regen am Boden bedeutet also keineswegs, dass die Niederschlagsteilchen w\u00e4hrend ihres gesamten Weges fl\u00fcssig waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch warum besitzen die fertigen Regentropfen keine Tr\u00e4nenform?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort liegt im Kr\u00e4ftegleichgewicht zwischen Oberfl\u00e4chenspannung, Schwerkraft und aerodynamischen Kr\u00e4ften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Oberfl\u00e4chenspannung bewirkt, dass eine Fl\u00fcssigkeit ihre Oberfl\u00e4che m\u00f6glichst klein h\u00e4lt. F\u00fcr ein gegebenes Volumen besitzt die Kugel die kleinste Oberfl\u00e4che. Deshalb nehmen sehr kleine frei schwebende Wassertr\u00f6pfchen ann\u00e4hernd Kugelform an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ein Tropfen f\u00e4llt, str\u00f6mt Luft relativ zu ihm an seiner Oberfl\u00e4che entlang. Der Luftwiderstand und die dadurch entstehenden Druckunterschiede verformen den Tropfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei kleinen Tropfen ist dieser Einfluss noch gering. Sie bleiben nahezu rund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei gr\u00f6\u00dferen Tropfen wird die Unterseite zunehmend abgeflacht. Die Form erinnert dann eher an ein leicht zusammengedr\u00fccktes Br\u00f6tchen als an eine Tr\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch gr\u00f6\u00dfere Tropfen k\u00f6nnen eine deutliche Einbuchtung an ihrer Unterseite entwickeln. Wird die Verformung zu stark, kann der Tropfen instabil werden und in mehrere kleinere Tropfen zerfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bekannte spitze Tropfenform entsteht h\u00e4ufig bei Wasser, das an einem Wasserhahn oder Blatt h\u00e4ngt. Dort wirken zus\u00e4tzlich die Anheftung an die Oberfl\u00e4che und die Schwerkraft. Sobald der Tropfen frei f\u00e4llt, entwickelt sich seine Form unter dem Einfluss der Oberfl\u00e4chenspannung und der Luftstr\u00f6mung weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Fallgeschwindigkeit ist keineswegs f\u00fcr alle Tropfen gleich. Ein fallender Tropfen wird zun\u00e4chst durch die Schwerkraft beschleunigt. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt der Luftwiderstand zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich k\u00f6nnen sich Gewichtskraft und Luftwiderstand ann\u00e4hernd ausgleichen. Der Tropfen erreicht dann seine sogenannte Endfallgeschwindigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleine Nieseltr\u00f6pfchen sinken vergleichsweise langsam. Ein Tropfen von ungef\u00e4hr einem Millimeter Durchmesser erreicht dagegen bereits mehrere Meter pro Sekunde. Bei einem Durchmesser von etwa zwei Millimetern sind rund sechs bis sieben Meter pro Sekunde m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die tats\u00e4chlichen Werte h\u00e4ngen unter anderem von der Tropfenform und den Eigenschaften der umgebenden Luft ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfer Tropfen enth\u00e4lt au\u00dferdem wesentlich mehr Wasser als ein kleiner. Verdoppelt sich der Durchmesser eines kugelf\u00f6rmig angen\u00e4herten Tropfens, verachtfacht sich sein Volumen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erkl\u00e4rt, warum einzelne gro\u00dfe Tropfen erheblich mehr zur Niederschlagsmenge beitragen k\u00f6nnen als viele winzige Tr\u00f6pfchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Messung des Niederschlags ist das besonders wichtig. Ein Regenmesser erfasst die Wassermenge, die sich auf einer bestimmten Fl\u00e4che ansammelt. Die Niederschlagsh\u00f6he wird gew\u00f6hnlich in Millimetern angegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Ob diese Menge durch viele kleine oder weniger gro\u00dfe Tropfen zustande kommt, spielt f\u00fcr die gemessene Wassermenge zun\u00e4chst keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Wirkung des Regens macht die Tropfengr\u00f6\u00dfe dagegen einen Unterschied. Gro\u00dfe Tropfen besitzen eine h\u00f6here Bewegungsenergie und k\u00f6nnen auf ungesch\u00fctztem Boden st\u00e4rker zum Aufprall und zur Abl\u00f6sung kleiner Bodenpartikel beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der Wind beeinflusst das Verhalten fallender Tropfen. Er kann ihre Bahn ablenken und die Niederschlagsmessung erschweren. Besonders bei kr\u00e4ftigem Wind wird ein Teil des Niederschlags an der \u00d6ffnung eines Regenmessers vorbeigef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass Regentropfen auf ihrem Weg zum Boden verdunsten k\u00f6nnen. In trockener Luft schrumpfen sie und k\u00f6nnen unter Umst\u00e4nden vollst\u00e4ndig verschwinden, bevor sie die Erdoberfl\u00e4che erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Form, Gr\u00f6\u00dfe und Geschwindigkeit von Regentropfen liefern somit wichtige Hinweise auf die physikalischen Vorg\u00e4nge innerhalb der Wolken und unterhalb ihrer Basis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schon gewusst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Regentropfen mit zwei Millimetern Durchmesser besitzt ungef\u00e4hr das achtfache Wasservolumen eines Tropfens mit nur einem Millimeter Durchmesser. Bereits kleine Unterschiede im Durchmesser ver\u00e4ndern die enthaltene Wassermenge daher erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die verbreitete Vorstellung, besonders heftiger Regen m\u00fcsse ausschlie\u00dflich aus riesigen Tropfen bestehen, ist nicht richtig. Die Niederschlagsintensit\u00e4t ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Tropfengr\u00f6\u00dfe, Anzahl und Fallgeschwindigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moderne Wetterradarger\u00e4te nutzen die Wechselwirkung elektromagnetischer Wellen mit Niederschlagsteilchen. Gro\u00dfe Tropfen tragen bei herk\u00f6mmlichen Radarwellenl\u00e4ngen besonders stark zur gemessenen R\u00fcckstreuung bei. Deshalb h\u00e4ngt die Umrechnung eines Radarsignals in eine Niederschlagsintensit\u00e4t von Annahmen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfenverteilung der Tropfen ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Wetterstation Brachwitz bedeutet das: Ein Regenmesser liefert eine wichtige Information \u00fcber die gesamte Wassermenge, w\u00e4hrend ein Wetterradar zus\u00e4tzlich Hinweise auf die r\u00e4umliche Verteilung des Niederschlags gibt. Beide Messverfahren erg\u00e4nzen sich, erfassen aber unterschiedliche physikalische Eigenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer bei einem Herbstschauer genau hinsieht, beobachtet deshalb mehr als nur fallendes Wasser. Jeder Regentropfen ist das Ergebnis zahlreicher Prozesse innerhalb der Atmosph\u00e4re \u2013 von der Kondensation \u00fcber das Wachstum in der Wolke bis zum Kr\u00e4ftegleichgewicht w\u00e4hrend seines Falls zur Erde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regentropfen \u2013 warum sie nicht wie Tr\u00e4nen aussehen Wetterwissen der Wetterstation Brachwitz | 19. Oktober 2026 Ein Regentropfen wird in Zeichnungen meist als l\u00e4ngliche Tr\u00e4ne mit einer spitzen Oberseite dargestellt. Tats\u00e4chlich sieht ein fallender Regentropfen ganz anders aus. 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