{"id":2958,"date":"2016-02-28T21:10:55","date_gmt":"2016-02-28T19:10:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=2958"},"modified":"2016-02-28T21:10:55","modified_gmt":"2016-02-28T19:10:55","slug":"kurzfristige-synoptische-uebersicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/kurzfristige-synoptische-uebersicht\/","title":{"rendered":"Kurzfristige synoptische \u00dcbersicht"},"content":{"rendered":"<h2>Kurzfristige synoptische \u00dcbersicht<\/h2>\n<p>Auf den Bergen teilweise Sturmb\u00f6en.<\/p>\n<p>Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC<\/p>\n<p>Aktuell &#8230; befindet wir uns im Einflussbereich eines langwelligen Troges. In seinem S\u00fcdteil hat \u00fcber dem westlichen Mittelmeer ein Cut-Off stattgefunden und das resultierende H\u00f6hentief liegt mit seinem Kern \u00fcber dem Golf von Genua und Norditalien. Der n\u00f6rdliche Resttrog \u00fcberquert den Norden bis morgen fr\u00fch.<\/p>\n<p>Korrespondierend zu der Entwicklung in der H\u00f6he befindet ich \u00fcber dem westlichen Mittelmeer und Norditalien ein kr\u00e4ftiges Bodentief mit Zentrum \u00fcber dem Golf von Genua. Auf dessen Nordseite liegen der S\u00fcden und die Mitte im Bereich einer \u00f6stlichen bis nord\u00f6stlichen Str\u00f6mung. Auf der Vorderseite dieses Tiefs wird kr\u00e4ftig Warmluft advehiert. In unseren TKBs wird in der Nacht von Nordbaden bis zum Erzgebirge eine Warmfront markiert.<\/p>\n<p>Das daran befindliche Niederschlagsband sorgt in der zweiten Nachth\u00e4lfte im Bereich Sachsen bis zum s\u00fcdlichen Brandenburg f\u00fcr leichte Schneef\u00e4lle. Bis morgen fr\u00fch werden zwar nur geringf\u00fcgige Mengen vorhergesagt, sie dauern aber morgen im Tagesverlauf noch weiter an. Daher wurde bereits eine markante Schneefallwarnung ausgegeben.<\/p>\n<p>In S\u00fcddeutschland liegt die Schneefallgrenze noch relativ hoch zwischen 1600 und 2000m. Durch die einsetzende Nordstr\u00f6mung auf der Nordwestseite des Tiefs wird aber zunehmend k\u00fchlere Luft auch in den S\u00fcdwesten gef\u00fchrt, sodass die Schneefallgrenze absinkt. In weiten Teilen Bayern liegt die Schneefallgrenze aber auch morgen fr\u00fch noch sehr hoch (\u00fcber 1200m), sodass die meist leichten Niederschl\u00e4ge dort in weiten Teilen noch in fl\u00fcssiger Phase niedergehen.<\/p>\n<p>Die Nacht wird im Norden und in der Mitte frostig. In S\u00fcddeutschland ist es abgesehen von h\u00f6heren Lagen meist frostfrei. Der Nordost- bis Ostwind weht in der Mitte und im S\u00fcden teilweise frisch und auf den Bergen gibt es starke (Bft 7) bis exponiert auch st\u00fcrmische B\u00f6en. Vereinzelt kann es im Norden und im S\u00fcdosten Nebel geben. Im Norden muss dann mit Gl\u00e4tte durch Reif gerechnet werden.<\/p>\n<p>Montag &#8230; verst\u00e4rkt sich das H\u00f6hentief im Trogbereich und verlagert sich vom Golf von Genua zur Balkanhalbinsel. Dabei bildet es ein Trog nach Norden in Richtung B\u00f6hmen aus. Im Bodendruckfeld verlagert sich das Bodenhoch weiter nach S\u00fcdosten. Auf der Vorderseite des H\u00f6hentiefs findet im \u00f6stlichen Alpenraum eine Zyklogenese statt und das resultierende Randtief zieht bis zum Abend vom Salzkammergut nach Ungarn. Auf der Nordseite des Tiefkomplexes befinden wir uns in einer \u00f6stlichen und sp\u00e4ter dann, mit Abzug des Bodentiefs nach Osten, nord\u00f6stlichen bis n\u00f6rdlichen Str\u00f6mung.<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt beginnen die Niederschl\u00e4ge im Bereich Erzgebirge in der Nacht zum Montag und erfassen im weiteren Tagesverlauf bis zum Abend eine Region s\u00fcd\u00f6stlich einer Linie vom Saarland, Pfalz \u00fcber Hessen und Th\u00fcringen hinweg bis nach S\u00fcdbrandenburg. Dabei fallen die Niederschl\u00e4ge von Sachsen \u00fcber Th\u00fcringen und Hessen bis nach Baden-W\u00fcrttemberg als Schnee, in Bayern aufgrund der noch sehr hohen Schneefallgrenze im Flachland als Regen. Von Westen her geht aber auch im S\u00fcdosten der Regen zunehmend in Schnee \u00fcber.<\/p>\n<p>Betrachtet man die vorhergesagten Schneemengen, so ist nach der deutschen Modellkette in Teilen Sachsens und im \u00f6stlichen Th\u00fcringen und dem s\u00fcdlichen Sachsen-Anhalt im Flachland von verbreitet \u00fcber 15cm\/24h, also Unwetter, auszugehen. Auch f\u00fcr das Allg\u00e4u und der \u00f6stlich daran anschlie\u00dfenden Alpenraum werden Mengen \u00fcber 15cm angegeben. Hier betrifft es aber vor allem Lagen oberhalb von 800m. Die anderen Modelle und auch die Ensembles sind bei der Einsch\u00e4tzung der Schneemengen defensiver als die deutsche Modellkette. Betrachtet man die Gesamtschneeh\u00f6hen, so zeigt sich, dass kein Modell von einer Gesamtschneeh\u00f6he von \u00fcber 15cm nach 24h ausgeht. Von daher sollte die Situation mit einer Ockerwarnung ausreichend abgewarnt sein. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ist dort, wo die Schneef\u00e4lle intensiver ausfallen, auch mit Schneebruch in den W\u00e4ldern zu rechnen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Warnelement ist der Wind. Er weht in der Mitte und im S\u00fcden b\u00f6ig aus Nordost und erreicht in den H\u00f6henlagen Bft 7, in Gipfellagen Bft 8 und teilweise auch 9.<\/p>\n<p>Der Norden und Nordwesten bleibt dagegen am Montag klar oder nur leicht bew\u00f6lkt und auch der Nordostwind ist dort deutlich schw\u00e4cher. Die Tagesh\u00f6chstwerte erreichen 1 Grad in Sachsen und 6 Grad im Nordwesten. Ganz im S\u00fcdosten kann es sogar bis 10 Grad warm werden.<\/p>\n<p>Dienstag &#8230; verlagert sich das H\u00f6hentief von Slowenien weiter nach Nordosten und erreicht um 24 UTC Wei\u00dfrussland. R\u00fcckseitig davon wird Deutschland von einem H\u00f6henr\u00fccken s\u00fcdostw\u00e4rts passiert. Ihm folgt in der zweiten Tagesh\u00e4lfte von Nordwesten her ein kurzwelliger Trog nach, der sich zunehmend abschw\u00e4cht und dessen Achse am Tagesende von Holstein bis in die Pfalz reicht.<\/p>\n<p>Am Dienstagfr\u00fch gehen auch in Niederbayern die Regenf\u00e4lle in Schnee \u00fcber. Der Schneefall l\u00e4sst dann im weiteren Verlauf von Westen her nach, so dass es vormittags im Wesentlichen nur noch in Sachsen und im S\u00fcdostteil Bayerns schneit. Mit Ann\u00e4herung eines neuen Frontensystems von Frankreich her setzt mittags im \u00e4u\u00dfersten Westen Niederschlag ein, der am Vorderrand meist als Schnee, sp\u00e4ter dann zumindest in den Niederungen als Regen f\u00e4llt. Abends ist die gesamte Westh\u00e4lfte von diesem Niederschlag \u00fcberdeckt und um 24 UTC hat das Niederschlagsgebiet bis auf den \u00e4u\u00dfersten Osten und Nordosten das gesamte Land erfasst. Dabei ist in der Westh\u00e4lfte in h\u00f6heren Lagen auch gefrierender Regen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Niederschlagsmengen liegen am Dienstag in der Fl\u00e4che im Westen und S\u00fcden meist nur bei 2 bis 5mm\/24h. Kr\u00e4ftigere Signale gibt es vor allem in Richtung Alpen. Hier zeigt GFS \u00fcber 10mm in 24h. In den Bergen S\u00fcddeutschlands ist mit einigen cm Neuschnee zu rechnen.<\/p>\n<p>Der Wind nimmt ausgangs der Nacht erstmal ab, ehe mit dem von Westen her nahenden Frontensystem der Wind auf s\u00fcdliche Richtungen dreht. An der Nordsee, sp\u00e4ter auch in exponierteren Lagen im Westen und in der Mitte gibt es starke Windb\u00f6en (Bft 7). Ab dem Abend sind an der Nordsee B\u00f6en Bft 8 m\u00f6glich, ab sp\u00e4tem Abend gibt es in Gipfellagen oberhalb 1000 m B\u00f6en Bft 8 bis 9. Dabei dreht der Wind abends meist auf s\u00fcdwestliche Richtungen.<\/p>\n<p>Die Tagesh\u00f6chsttemperaturen liegen am Dienstag bei 3 Grad im S\u00fcdosten und 8 Grad am Oberrhein. In der Nacht gibt es vor allem im S\u00fcden und Osten leichten Frost. Nach Westen und Nordwesten zu bleibt es, abgesehen von h\u00f6heren Lagen frostfrei. Dem entsprechend muss vor allem in der S\u00fcdosth\u00e4lfte mit Gl\u00e4tte gerechnet werden.<\/p>\n<p>Mittwoch &#8230; naht von Westen her ein weiterer H\u00f6hentrog, der mit h\u00f6henkalter Luft (T500 unter -35 Grad) angef\u00fcllt ist. Am Tagesende hat sich im Bereich der Trogspitze ein H\u00f6hentief gebildet, das \u00fcber der s\u00fcdlichen Nordsee liegt. Korrespondieren dazu erreicht uns die okkludierte Front eines Tiefs \u00fcber Schottland und der n\u00f6rdlichen Nordsee. Es sorgt f\u00fcr Regen und sp\u00e4ter vermehrt f\u00fcr Regenschauer. Auch einige Kaltluftgewitter sind im Westen und in der Mitte nicht auszuschlie\u00dfen. Bei einer Schneefallgrenze von etwa 500m im Westen und \u00fcber 1000m im S\u00fcdosten fallen die meisten Niederschl\u00e4ge als Regen, lediglich im Bergland kann es auch etwas Schnee geben. Von den Mengen her gibt es vor allem im Bergland Signale f\u00fcr \u00fcber 10mm\/24h, in Staulagen auch f\u00fcr \u00fcber 20mm\/24h. In der Fl\u00e4che liegen die Mengen meist nur bei 2 bis 5 oder nach Westen zu bei 5 bis 10mm\/24h. F\u00fcr das Sauerland werden von der deutschen Modellkette \u00fcber 10cm, in den Hochlagen des Schwarzwaldes sogar bis \u00fcber 15cm Neuschnee\/24h simuliert.<\/p>\n<p>Warnw\u00fcrdig bleibt auch der Wind. Im Tagesverlauf k\u00f6nnen auch im Flachland der Mitte und des S\u00fcdens starke Windb\u00f6en (Bft 7) aus West auftreten, im Zusammenhang mit Gewittern auch Sturmb\u00f6en (Bft 8 bis 9). Im Bergland sind st\u00fcrmische B\u00f6en, exponiert auch Sturmb\u00f6en m\u00f6glich. An der K\u00fcste gibt es lediglich starke Windb\u00f6en (Bft 7).<\/p>\n<p>Die Tagesh\u00f6chsttemperaturen liegen am Mittwoch bei 6 bis 9 Grad, am Oberrhein k\u00f6nnen auch \u00fcber 10 Grad erreicht werden. Die Nacht ist zumeist frostig, lediglich im Nordwesten und im Rheintal bleibt es frostfrei.<\/p>\n<p>Modellvergleich und -einsch\u00e4tzung<\/p>\n<p>Die Modelle stimmen in den gro\u00dfscalige Druck-, Temperatur- und Feuchtefeldern \u00fcber Mitteleuropa im kurzfristigen Vorhersagezeitraum gut \u00fcberein. Dies erstreckt sich sogar bis hin zur Niederschlagsverteilung am Montag \u00fcber Deutschland. Lediglich bei den Mengen gibt es noch gr\u00f6\u00dfere Unterschiede.<\/p>\n<p>Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Rolf Ullrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzfristige synoptische \u00dcbersicht Auf den Bergen teilweise Sturmb\u00f6en. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC Aktuell &#8230; befindet wir uns im Einflussbereich eines langwelligen Troges. 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