{"id":3007,"date":"2016-03-07T14:22:10","date_gmt":"2016-03-07T12:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=3007"},"modified":"2016-03-07T14:22:10","modified_gmt":"2016-03-07T12:22:10","slug":"grosswetterlagen-und-typen-und-die-verbindung-zum-wetter-mit-blick-auf-das-letzte-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/grosswetterlagen-und-typen-und-die-verbindung-zum-wetter-mit-blick-auf-das-letzte-jahr\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfwetterlagen und -typen und die Verbindung zum Wetter mit Blick auf das letzte Jahr!"},"content":{"rendered":"<h2>Gro\u00dfwetterlagen und -typen und die Verbindung zum Wetter mit Blick auf das letzte Jahr!<\/h2>\n<p>Gro\u00dfwetterlagen und Wetter, ein unzertrennliches Duo! Ob zonal oder meridional, ob zyklonal oder antizyklonal, f\u00fcr das Wetter sind dies entscheidende Eigenschaften der Zirkulationsmuster!<\/p>\n<p>Jeder kennt ihn, viele erwarten ihn: den Jahresr\u00fcckblich des Wetters! Im Regelfall behandelt er die drei meteorologischen Parameter Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer. Ob regional aufgeschl\u00fcsselt oder doch deutschlandweit g\u00fcltig werden besondere Ereignisse sowie Mittelwerte und deren Abweichungen detailliert pr\u00e4sentiert. Doch welche Gro\u00dfwetterlagen liegen den vergangenen Wetterabschnitten zugrunde?<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfwetterlage bestimmt den wesentlichen Charakter eines Witterungsabschnittes und ist daher nachhaltig f\u00fcr die auftretenden Wetterph\u00e4nomene verantwortlich. Die Zugbahnen kleinr\u00e4umiger Druckgebilde verlaufen w\u00e4hrend einer Gro\u00dfwetterlage \u00e4hnlich. Definiert wird eine Gro\u00dfwetterlage dabei als eine mittlere Luftdruckverteilung in Meeresh\u00f6he sowie der mittleren Troposph\u00e4re in einem gro\u00dfen Gebiet (z.B. Europa plus Teile des Nordatlantiks) und \u00fcber eine Dauer von mehreren Tagen.<\/p>\n<p>Mit der Klassifikation von Gro\u00dfwetterlagen wird versucht ein gewisses Ma\u00df an Systematik bzw. Nachvollziehbarkeit in der Beschreibung des gro\u00dfr\u00e4umigen atmosph\u00e4rischen Zustands zu schaffen. Schon vor mehr als 100 Jahren begann man hierzu die mittlere Luftdruckverteilung in Meeresh\u00f6he, sp\u00e4ter zus\u00e4tzlich die mittleren atmosph\u00e4rischen Verh\u00e4ltnisse in der Troposph\u00e4re bis etwa 5 Kilometer H\u00f6he, heranzuziehen. Anhand dieser werden wiederkehrende atmosph\u00e4rische Str\u00f6mungsmuster, zum Beispiel \u00fcber Europa, zu Gro\u00dfwetterlagen zusammengefasst. Heute gibt es verschiedene Methoden zur Gro\u00dfwetterlagen-Klassifikation. Die oben gebrachten Beispiele beziehen sich auf die sehr verbreitete Gro\u00dfwetterlagen-Klassifikation nach &#8222;Hess und Brezowsky&#8220;, welche von 29 Grundmustern der Luftdruckverteilung und einer \u00dcbergangswetterlage ausgeht und beim Deutschen Wetterdienst als subjektive, also vom Meteorologen vorgenommene Einteilung erfolgt. Das Gegenst\u00fcck zur subjektiven Einteilung durch Meteorologen ist die objektive Gro\u00dfwetterlagen-Erkennung. Hierbei wird ein Computer Algorithmus eingesetzt, der eine voll automatisierte Klassifikation erm\u00f6glicht. Der Deutsche Wetterdienst nutzt seine operationellen numerischen Wetteranalyse- und Vorhersagesysteme, um die Wetterlage \u00fcber Mitteleuropa t\u00e4glich automatisch in eine von 40 m\u00f6glichen Klassen einzuteilen. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen den einmal t\u00e4glich bestimmten Wetterlagen klimatologische Kenngr\u00f6\u00dfen zugeordnet werden. Eine mittlere Niederschlagsh\u00f6he im Sommer ist f\u00fcr diejenige Wetterlagenklasse zu sehen, die durch zyklonale Bedingungen am Boden und in der H\u00f6he sowie durch eine s\u00fcdwestliche Str\u00f6mung in 700 hPa und hohe Luftfeuchte gekennzeichnet ist (Kurzkennung: SWZZF). Die Niederschlagsh\u00f6he bei SWZZF ist gegen\u00fcber dem Mittel \u00fcber alle Wetterlagen im Sommer relativ hoch, da zu dieser Jahreszeit bei dieser Wetterlage mit einer SW-Str\u00f6mung feuchtwarme Meeresluft vom Atlantik nach Mitteleuropa transportiert und unter hochreichend zyklonalem Einfluss gehoben wird, so dass Wolkenbildung und Niederschlag einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr gro\u00dfr\u00e4umige statistische Untersuchungen sind die H\u00e4ufigkeitsangaben mancher Gro\u00dfwetterlagen nicht repr\u00e4sentativ, da der Umfang der einzelnen Kollektive auch bei der Betrachtung von 124 Jahren zu gering ausf\u00e4llt. Es gibt F\u00e4lle, bei denen die Unterteilung in spezielle, mit R\u00fccksicht auf die Witterungsverh\u00e4ltnisse eng definierte Gro\u00dfwetterlagen nicht ben\u00f6tigt wird, ja sogar st\u00f6rend sein kann, so z.B. bei gro\u00dfr\u00e4umigen Zirkulationsuntersuchungen. In diesen F\u00e4llen kann man jeweils mehrere verwandte Gro\u00dfwetterlagen zu Gro\u00dfwettertypen zusammenfassen. Dabei werden schlie\u00dflich nur noch zonale, meridionale sowie gemischte Zirkulationsformen mit einer antizyklonalen oder zyklonalen Einfluss unterschieden (siehe dazu entsprechende Eintr\u00e4ge im Wetterlexikon auf der Homepage des DWD). Doch was zeigen diese nun f\u00fcr das vergangene Jahr?<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig waren vor allem die Monate Februar, M\u00e4rz und Juli sowie September und Oktober. In diesen Monaten dominierte vorwiegend ein Wetterlagentypus. W\u00e4hrend im Juli an 77% der Tage zonale, also von West nach Ost bzw. Ost nach West gerichtete Zirkulationsmuster vorherrschten, konnte diesem Typus im Februar und September kein Tag und im M\u00e4rz und Oktober lediglich drei Tage zugeordnet werden. Im Dezember sorgte sehr milde atlantische Meeresluft, die vorwiegend mit einer zonal orientierten Str\u00f6mung nach Deutschland gelangte, zu dem w\u00e4rmsten Dezember seit 1981. Auch im Juli und August des letzten Jahres wehten die Winde fast ausschlie\u00dflich vom subtropischen Atlantik bzw. der Iberischen Halbinsel nach Deutschland und sorgten hierzulande f\u00fcr extreme Hitze samt neuem deutschen Temperaturrekord (40,3 Grad im unterfr\u00e4nkischen Kitzingen). Geh\u00e4uft meridionale Zirkulationsmuster wurden dagegen entsprechend in den Monaten Februar, September und Oktober beobachtet. In diesen Monaten traten die von Nord nach S\u00fcd bzw. S\u00fcd nach Nord gerichteten Str\u00f6mungsmuster auf. W\u00e4hrend im Februar die meridionalen sowie gemischten Wetterlagen vorwiegend die Luft aus s\u00fcdlicheren Gefilden nach Mitteleuropa transportierten, gelangte im September und Oktober die Luft h\u00e4ufig aus Norden oder Nordosten nach Deutschland. Entsprechend blieb die Temperatur unter dem Zustrom k\u00fchlerer Luft lediglich in diesen Monaten des gesamten Jahres 2015 unter ihrem vielj\u00e4hrigen Durchschnitt. Mit Blick auf das gesamte Jahr lag der zonale Anteil mit 28%, was 102 Tagen entsprach, etwas unter dem Anteil der meridionalen Wetterlagen, denen 143 Tage zugeordnet werden konnten.<\/p>\n<p>Neben der Str\u00f6mungsrichtung ist aus meteorologischer Sicht, wie oben beschrieben, auch die vorwiegende Kr\u00fcmmung der Zirkulationsmuster entscheidend. W\u00e4hrend antizyklonale Kr\u00fcmmung meist eine Wetterberuhigung bedeutet, steht eine zyklonale Kr\u00fcmmung f\u00fcr Hebung, also aufsteigende Luft und entsprechenden Niederschlag. Da das Jahr 2015 allgemein sehr trocken ausgefallen ist, sollten \u00fcberwiegend antizyklonale Wetterlagen dominiert haben. Gr\u00f6\u00dfere Regenmengen wurden lediglich im Januar sowie zwischen September und November registriert. Diese Auff\u00e4lligkeiten lassen sich auch sehr gut in den vorherrschenden Wetterlagen wiederfinden. Antizyklonal gepr\u00e4gt waren im Jahre 2015 nahezu alle Monate von M\u00e4rz bis August, in denen zwischen 20 und 27 Tagen (65 bis 87%) diesem Typus zugeordnet werden k\u00f6nnen. Eine Ausnahme bildete lediglich der Mai, in dem die zyklonalen Wetterlagen leicht \u00fcberwogen (58%). Auch im Dezember f\u00fchrten 22 Tage mit einem antizyklonalen Zirkulationsmuster zu sehr trockenen Verh\u00e4ltnissen. Zyklonal gepr\u00e4gt waren wie erwartet der Januar und der September. Im Januar lagen an 25 Tagen (81%) und im September an 21 Tagen (70%) zyklonale Grundmuster vor.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel<\/p>\n<p>Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 07.03.2016<\/p>\n<p>Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfwetterlagen und -typen und die Verbindung zum Wetter mit Blick auf das letzte Jahr! Gro\u00dfwetterlagen und Wetter, ein unzertrennliches Duo! Ob zonal oder meridional, ob zyklonal oder antizyklonal, f\u00fcr das Wetter sind dies entscheidende Eigenschaften der Zirkulationsmuster! 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