{"id":3013,"date":"2016-03-09T00:25:17","date_gmt":"2016-03-08T22:25:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=3013"},"modified":"2016-03-09T00:25:17","modified_gmt":"2016-03-08T22:25:17","slug":"antarktika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/antarktika\/","title":{"rendered":"Antarktika"},"content":{"rendered":"<h2>Antarktika<\/h2>\n<p>Der Energiegewinn der Erdoberfl\u00e4che h\u00e4ngt wesentlich von astronomischen Gegebenheiten und den daraus folgenden solaren Beleuchtungsbedingungen ab. Diese sind an den Polen extrem. In Verbindung mit dem geografischen Milieu der Antarktis stellt der Kontinent Antarktika die trockenste und k\u00e4lteste Region der Erde dar.<\/p>\n<p>Die Energie f\u00fcr alle an der Erdoberfl\u00e4che und in der Atmosph\u00e4re stattfindenden physikalischen und chemischen Vorg\u00e4nge stammt fast ausschlie\u00dflich von der Sonne. Dabei bewirkt die ann\u00e4hernde Kugelgestalt der Erde in Verbindung mit der Rotation um ihre eigene Achse sowie dem Umlauf der Erde um die Sonne (Revolution) auf einer gegen\u00fcber dem \u00c4quator geneigten Bahn, dass die von der Erdoberfl\u00e4che empfangene Energie von der geographischen Breite abh\u00e4ngt, mithin &#8222;solare Beleuchtungszonen&#8220; und dar\u00fcber hinaus Tages- und Jahreszeiten auftreten.<\/p>\n<p>Konkrete Parameter f\u00fcr den Energiegewinn an der Erdoberfl\u00e4che sind der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung und damit auch die L\u00e4nge des Weges der Sonnenstrahlen durch die irdische Lufth\u00fclle sowie deren Zustand (Bew\u00f6lkung, Luftfeuchtigkeit, Aerosolgehalt), der durch die &#8222;optische Dicke&#8220; der Atmosph\u00e4re charakterisiert wird. Aufgrund der Kugelgestalt der Erde treffen die parallel einfallenden Sonnenstrahlen die Erdoberfl\u00e4che je nach geografischer Breite unter verschiedenem Winkel. Der Einfallswinkel der Strahlung entspricht der H\u00f6he der Sonne \u00fcber dem Horizont, je kleiner er ist, umso geringer ist die von einer bestimmten Fl\u00e4che empfangene Energiemenge. Weiterhin begrenzen nat\u00fcrlich die Tagesl\u00e4nge sowie ggf. das Relief der Erdoberfl\u00e4che (Sonnen- und Schattenseiten) die m\u00f6gliche solare Energiezufuhr.<\/p>\n<p>Bekanntlich steht die Erdachse nicht senkrecht auf der Erdbahnebene (Ebene der Ekliptik), sondern ist dieser Senkrechten gegen\u00fcber um ca. 23,5\u00b0 geneigt. Deshalb steht die Sonne mittags \u00fcber dem \u00c4quator nicht immer im Zenit (Einfallswinkel der Solarstrahlung 90\u00b0), vielmehr &#8222;pendelt&#8220; der mitt\u00e4gliche zenitale Sonnenh\u00f6chststand im Verlaufe eines halben Jahres entsprechend der scheinbaren Bahn der Sonne um die Erde zwischen 23,5\u00b0 N (n\u00f6rdlicher Wendekreis) am 21. Juni und 23,5\u00b0 S (s\u00fcdlicher Wendekreis) am 21. Dezember.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich f\u00fcr die Polargebiete, also die um beide Pole gelegenen Kugelkalotten bis zu den Polarkreisen in 66,5\u00b0 n\u00f6rdlicher und s\u00fcdlicher Breite, besondere, ja extreme Beleuchtungsbedingungen. Hier geht die Sonne im Sommer f\u00fcr einen bestimmten, von der geografischen Breite abh\u00e4ngigen Zeitraum nicht unter (&#8222;Mitternachtssonne&#8220;), sie wandert vielmehr rings um den Horizont. Im Winter dagegen geht sie f\u00fcr die etwa gleiche, breitenabh\u00e4ngige Zeitspanne nicht auf und zieht ihre t\u00e4gliche Kreisbahn unterhalb des Horizontes. Diese Erscheinungen &#8211; Polartag und Polarnacht &#8211; treten unmittelbar an den Polarkreisen nur jeweils an einem Tag auf, n\u00e4mlich um den 21. Juni sowie um den 21. Dezember. An den Polen selbst dauern sie dagegen jeweils ein halbes Jahr, wenn auch durch D\u00e4mmerungserscheinungen gemildert und im Falle des Kontinents Antarktika durch das Relief beeinflusst.<\/p>\n<p>Der Kontinent &#8222;Antarktika&#8220; liegt im Wesentlichen s\u00fcdlich des Polarkreises, hat eine Fl\u00e4che von ca. 14 Millionen km\u00b2, wird im Landesinneren von Hochgebirgen durchzogen und ist fast vollst\u00e4ndig vereist. Er ist der Kontinent mit der h\u00f6chsten mittleren H\u00f6he \u00fcber dem Meeresspiegel. Sein &#8222;Antarktischer Eisschild&#8220; ist bis zu 4500 m m\u00e4chtig und enth\u00e4lt 90 % des auf der Erde vorkommenden Eises sowie 70 % der weltweiten S\u00fc\u00dfwasser-Reserven. Antarktika ist vom S\u00fcdpolarmeer umgeben, wobei der antarktische Zirkumpolarstrom warme Meeresstr\u00f6mungen vom Kontinent fernh\u00e4lt. Antarktika und S\u00fcdpolarmeer zusammen bilden die Region &#8222;Antarktis&#8220;.<\/p>\n<p>Antarktika kennt eigentlich nur zwei Jahreszeiten &#8211; Winter und Sommer. Im antarktischen Winter (etwa M\u00e4rz bis September) gibt es eben, je nach Breitengrad, nur wenige Stunden bis gar keinen Sonnenschein. Dann herrschen in den langen Polarn\u00e4chten, insbesondere bei klarem Himmel \u00fcber Schneefl\u00e4chen mit hohem Emissionsgrad im langwelligen infraroten Spektralbereich, ideale Ausstrahlungs- und damit Ausk\u00fchlungsbedingungen. Im antarktischen Sommer (September bis M\u00e4rz) hingegen scheint zwar die Sonne in Abh\u00e4ngigkeit vom Breitengrad gr\u00f6\u00dftenteils oder tats\u00e4chlich rund um die Uhr. Dennoch erh\u00e4lt das Land insgesamt nur eine geringe &#8222;Strahlungsdosis&#8220;, da unser Zentralgestirn recht tief \u00fcber dem Horizont steht und au\u00dferdem noch ein Gro\u00dfteil der Solarstrahlung durch Eis oder Schnee mit hohem Reflexionsgrad im kurzwelligen sichtbaren Spektralbereich reflektiert wird. Daher kann auch eine h\u00e4ufig klare, trockene, optisch d\u00fcnne und damit lichtdurchl\u00e4ssige Atmosph\u00e4re nicht zur Erw\u00e4rmung der Landmasse beitragen.<\/p>\n<p>Antarktika ist in jeder Hinsicht extrem, es ist der k\u00e4lteste und zugleich trockenste Kontinent der Erde. Bei Niederschl\u00e4gen von 40 bis 60 L\/m\u00b2 im Binnenland kann man Antarktika getrost als gr\u00f6\u00dfte &#8222;W\u00fcste&#8220; der Erde bezeichnen, wenn auch die meist als Schnee fallenden Niederschl\u00e4ge in Richtung K\u00fcste deutlich zunehmen. Im Landesinneren liegt die Temperatur im Jahresdurchschnitt bei -55 \u00b0C, an der K\u00fcste schwankt sie zwischen etwa -20 \u00b0C im Juni und knapp \u00fcber 0 \u00b0C im Januar. Am k\u00e4ltesten ist es auf dem sog. Polarplateau. Dort wurden in diesen s\u00fcdpolaren Sp\u00e4tsommertagen bereits unvorstellbar tiefe Temperaturen registriert. Beispielsweise sank das Thermometer an der Wetterstation DOME ARGUS (80\u00b022\u00b4S, 77\u00b021\u00b4E, 4084 m H\u00f6he) bis gestern 00:00 UTC auf -60,0 \u00b0C, in der weiteren Umgebung wurden verbreitet Temperaturen von deutlich unter -50 \u00b0C beobachtet. Doch es geht noch 30 Grad k\u00e4lter! Am 21. Juli 1983 wurde an der sowjetischen Forschungsstation WOSTOK mit 89,2 \u00b0C die tiefste, jemals auf der Erde in natura gemessene Lufttemperatur registriert. F\u00fcr die Station DOME ARGUS wurde aufgrund von Satellitendaten einmal sogar eine Rekordminustemperatur von -93,2 \u00b0C errechnet. Dieser Rekord wurde jedoch, da nicht &#8222;in situ&#8220; gemessen, von der World Meteorological Organization (WMO) nicht anerkannt.<\/p>\n<p>p. s.: Die geographischen Zahlenangaben entstammen gr\u00f6\u00dftenteils www.wikipedia.de. Eine S\u00fcdpolarkarte mit Windpfeilen, den aktuellen Meeresoberfl\u00e4chentemperaturen (in schwarzen K\u00e4stchen) sowie den &#8222;Tiefsttemperaturen&#8220; an Land, jeweils in ganzen [\u00b0C], vom 07.03.2016, 00:00 UTC, finden Sie weiter unten.<\/p>\n<p>Dipl.-Met. Thomas Ruppert<\/p>\n<p>Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 08.03.2016<\/p>\n<p>Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3014\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/antarktika\/image-256\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9.png\" data-orig-size=\"1097,950\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Antarktika\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-300x260.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-1024x887.png\" class=\"alignnone size-large wp-image-3014\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-1024x887.png\" alt=\"Antarktika\" width=\"1024\" height=\"887\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-1024x887.png 1024w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-300x260.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9-768x665.png 768w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/image-9.png 1097w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antarktika Der Energiegewinn der Erdoberfl\u00e4che h\u00e4ngt wesentlich von astronomischen Gegebenheiten und den daraus folgenden solaren Beleuchtungsbedingungen ab. 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