{"id":3263,"date":"2016-04-12T14:24:30","date_gmt":"2016-04-12T12:24:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=3263"},"modified":"2016-04-12T14:24:30","modified_gmt":"2016-04-12T12:24:30","slug":"rippeln-am-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/rippeln-am-himmel\/","title":{"rendered":"Rippeln am Himmel"},"content":{"rendered":"<h2>Rippeln am Himmel<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nEin Blick gen Himmel l\u00e4sst h\u00e4ufig anhand des Wolkenbildes das bevorstehende Wetter erahnen, ob z.B. anhaltender Regen oder doch eher nur kurze Schauer aufziehen. Hier soll nun aber eine Wolkenart betrachtet werden, die h\u00e4ufig auf die Pr\u00e4senz eines Jets (Bereich extremer H\u00f6henwinde) schlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Jet, auch bekannt unter dem Namen &#8222;jet stream&#8220; (dt.: Strahlstrom), ist ein Bereich in der oberen Troposph\u00e4re (9 bis 12 km), der sich relativ zu seiner Umgebung durch hohe Windgeschwindigkeiten auszeichnet. Zus\u00e4tzlich sind auch sogenannte &#8222;niedrige Jets&#8220; bekannt (engl.: low level jets), die sich bevorzugt im Verlauf des Abends und der Nacht in 500 bis 1000 m \u00fcber Grund ausbilden k\u00f6nnen. Doch im heutigen Thema des Tages richten wir den Fokus auf die weiter oben liegenden Starkwindb\u00e4nder des Polarfront- oder Subtropenjets, die sich um die beiden Hemisph\u00e4ren winden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst einmal ein kleiner \u00dcberblick \u00fcber die H\u00f6henjets:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Polarfrontjet in 6 bis 9 km H\u00f6he stellt den Bereich nahe des 60. Breitengrades dar, wo unterschiedlich temperierte Luftmassen aufeinandertreffen &#8211; Kaltluft aus den Polregionen und warme (Sub-)Tropikluft aus den \u00e4quatornahen Breiten. Je st\u00e4rker dieser Temperaturgegensatz ausf\u00e4llt, desto kr\u00e4ftiger weht der Wind von der w\u00e4rmeren (h\u00f6herer Luftdruck in der H\u00f6he) zur k\u00e4lteren Seite (niedriger Luftdruck in der H\u00f6he). Durch die Drehung der Erde wird der Jet auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt (Corioliskraft) und weht schlie\u00dflich von West nach Ost mit Windgeschwindigkeiten in der Spitze von mehr als 500 km\/h. Sie dienen der Fliegerei in g\u00fcnstiger Ausrichtung dazu Kerosin und Flugzeit einzusparen (z.B. Langstreckenfl\u00fcge von Nordamerika nach Europa). Jets sind zwischen dem 40. und 60. Breitengrad der Nord- und S\u00fcdhemisph\u00e4re anzutreffen, wobei der Jet aber stark m\u00e4andrieren kann, denn er ist an das H\u00f6henstr\u00f6mungsmuster, d.h. der Verteilung der. gro\u00dfr\u00e4umigen Tr\u00f6ge (mit Kaltluft angef\u00fcllte Bereiche niedrigen Luftdrucks in der mittleren Troposph\u00e4re) und Keile (mit Warmluft angef\u00fcllte Bereiche hohen Luftdrucks) gebunden. H\u00e4ufig ist beim Blick auf die computergest\u00fctzten H\u00f6henwetterkarten zu erkennen, dass sich ein Jet in mehrere kleinere Starkwindfelder aufteilt, die als &#8222;jet streaks&#8220; oder auch als &#8222;unterschiedliche Windmaxima in einem Jetstream&#8220; bekannt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Polarfrontjet soll noch ein weiteres Starkwindband erw\u00e4hnt werden. Weiter s\u00fcdlich (um 30\u00b0 Nord und S\u00fcd) ist der sogenannte &#8222;Subtropenjet&#8220; zu beobachten, der w\u00e4hrend der Winterzeit meist die gr\u00f6\u00dften Windgeschwindigkeiten aufweist. Da die gesamte Troposph\u00e4re in Richtung \u00c4quator durch das dort maximale W\u00e4rmedargebot vertikal m\u00e4chtiger wird, ist dieser Jet in noch etwas h\u00f6heren Bereichen der Troposph\u00e4re zu finden. Der mittlere H\u00f6henbereich liegt bei rund 12 km, also deutlich h\u00f6her verglichen zu den 6-9 km n\u00f6rdlich des 60. Breitengrades.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch nun zum eigentlichen &#8222;Rippel-Thema&#8220;: den sogenannten &#8222;transversalen Wolkenb\u00e4ndern&#8220;. Im weiter unten beigef\u00fcgten Bild ist solch ein Beispiel \u00fcber Libyen zu erkennen. Obwohl ein Subtropenjet im Vergleich zu seinem n\u00f6rdlicheren Pendant nicht immer anhand von Wolkenfeldern zu erkennen ist, kann es ab und zu doch zu d\u00fcnnen Wolkenformationen kommen, die dann die Lokalisierung des Jets erm\u00f6glichen. Die Wolken sind in der oberen Troposph\u00e4re zu finden, bestehen zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Eiskristallen und k\u00f6nnen als &#8222;Cirren (dt.: Federwolken)&#8220;\u00b4klassifiziert werden. Diese Wolken sind quer zum Starkwindband angeordnet und deuten auf Bereiche hin, wo eine sehr gro\u00dfe Windscherung (horizontale oder vertikale \u00c4nderung der Windgeschwindigkeit) vorherrscht. Sie erstrecken sich \u00fcber dutzende bis hunderte Kilometer und sind auch nicht so regelm\u00e4\u00dfig angeordnet wie z.B. Wellen im Lee von Gebirgen. Diese Wolkenart entsteht beispielsweise, wenn sich Cirren in den Bereich eines Jets voran arbeiten und quer zur Windrichtung in den Jet eingebunden werden. Beobachtet wird das z.B. bei gro\u00dfr\u00e4umigen Gewitterclustern, sobald sich der Eiswolkenschirm (Gewitteramboss) ausbreitet und dabei in den Bereich eines Jets ger\u00e4t. Dann sind auch im Umfeld von Gewitterclustern solche transversalen Wolkenb\u00e4nder zu erkennen. Auch im Zusammenhang mit Tropenst\u00fcrmen kann diese Wolkenart auftreten. F\u00fcr die Fliegerei stellen sie ein Achtungszeichen dar, denn in deren Umfeld muss mit Turbulenzen jeglicher Intensit\u00e4t gerechnet werden. Genauso wie ein Pilot Tropenst\u00fcrme oder Gewitter in den meisten F\u00e4llen fr\u00fch erkennen und entsprechend umfliegen kann, ist das Auftreten dieser Wolken im sonst nicht selten wolkenarmen Subtropenjet ein willkommenes Hilfsmittel, um m\u00f6gliche Turbulenzbereiche fr\u00fchzeitig entdecken und ebenfalls ausweichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Erdboden aus ist von all der Turbulenz und von hohen Windgeschwindigkeiten nichts zu sp\u00fcren. Meist fallen die Wolken durch ihre Struktur auf, die gelegentlich an Sandrippeln erinnert. Sollten sie also beim n\u00e4chsten Blick in den Himmel aus irgendeinem Grund an den nahenden Badeurlaub am Meer erinnert werden, k\u00f6nnten die transversalen Wolkenb\u00e4nder eines Jets der Grund daf\u00fcr sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Helge Tuschy<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 12.04.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15.png\" rel=\"attachment wp-att-3264\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3264\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/rippeln-am-himmel\/image-321\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15.png\" data-orig-size=\"985,750\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Rippeln am Himmel\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15-300x228.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-3264\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15.png\" alt=\"Rippeln am Himmel\" width=\"985\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15.png 985w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15-300x228.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/image-15-768x585.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 985px) 100vw, 985px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rippeln am Himmel Ein Blick gen Himmel l\u00e4sst h\u00e4ufig anhand des Wolkenbildes das bevorstehende Wetter erahnen, ob z.B. anhaltender Regen oder doch eher nur kurze Schauer aufziehen. 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