{"id":4295,"date":"2016-07-13T12:39:40","date_gmt":"2016-07-13T10:39:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=4295"},"modified":"2016-07-13T12:39:40","modified_gmt":"2016-07-13T10:39:40","slug":"leuchtende-nachtwolken-wolken-in-der-kaeltesten-zone-der-erdatmosphaere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/leuchtende-nachtwolken-wolken-in-der-kaeltesten-zone-der-erdatmosphaere\/","title":{"rendered":"Leuchtende Nachtwolken &#8211; Wolken in der k\u00e4ltesten Zone der Erdatmosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Leuchtende Nachtwolken &#8211; Wolken in der k\u00e4ltesten Zone der Erdatmosph\u00e4re<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nManchmal lassen sich in klaren Sommern\u00e4chten am Nordhorizont geheimnisvoll silbrig &#8211; wei\u00df bis blau leuchtende Wolken beobachten. Wie dieses Ph\u00e4nomen entsteht, wird im Folgenden erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal lassen sich in klaren Sommern\u00e4chten am Nordhorizont geheimnisvoll silbrig &#8211; wei\u00df bis blau leuchtende Wolken beobachten. Sie haben etwas \u00c4hnlichkeit mit Cirruswolken. Leuchtende Nachtwolken sind ein eher seltenes Ph\u00e4nomen. Meist treten sie von Anfang Juni bis Ende Juli im Zeitraum um die Sommersonnenwende auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von normalen Wolken unterscheiden sie sich durch ihre gro\u00dfe H\u00f6he. W\u00e4hrend normale Wolken in der Troposph\u00e4re in H\u00f6hen bis zu 15 km zu finden sind, erscheinen leuchtende Nachtwolken in einer H\u00f6he von 81 bis 87 km. Dieses ist die sogenannte Mesopausenregion. Es ist die k\u00e4lteste Zone der Atmosph\u00e4re. Nirgendwo sonst auf diesem Planeten lassen sich in nat\u00fcrlicher Umgebung so tiefe Temperaturen messen. Im Sommer werden dort Werte von unter -150 \u00b0C erreicht. Diese kalten Temperaturen werden ben\u00f6tigt, damit bei der in diesen H\u00f6hen sehr geringen Wasserdampfkonzentration kleine Eiskristalle an Staubpartikeln kristallisieren. Dadurch entstehen die leuchtenden Nachtwolken. Woher jedoch die Staubpartikel stammen, ist noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Zuerst beobachtete man diese Wolken zwei Jahre nach dem Ausbruch des Krakatau (Sunda-Stra\u00dfe, Indonesien), im Jahre 1885. Man nahm an, dass durch den Ausbruch Staub bis in solche H\u00f6hen transportiert wurde. Dochtraten die Wolken auch noch viele Jahre nach dem Ausbruch auf. Deshalb geht man heute davon aus, dass der Staub von Meteoren kommt, die in diesen H\u00f6hen vergl\u00fchen. Das scheinbare Leuchten der Wolken entsteht durch gestreutes Sonnenlicht. Wenn die Sonne etwa 6 bis 16 Grad unter dem Horizontsteht, erscheint der Himmelshintergrund bereits dunkel. Doch werden die leuchtenden Nachtwolken dann aufgrund ihrer enormen H\u00f6he von der Sonne noch beschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erforscht werden diese Wolken unter anderem am Leibnizinstitut f\u00fcr Atmosph\u00e4renforschung (IAP) in K\u00fchlungsborn (http:\/\/www.iap-kborn.de).Das IAP verwendet dazu ein LIDAR (Light Detecting And Ranging) in derArktis und sammelt damit die entsprechenden Daten. Dabei wird ein Laserstrahl ausgesendet und die R\u00fcckstreuung an den Wolken gemessen und ausgewertet. Entsprechende Daten lassen sich auf der Seite des IAP finden: https:\/\/alomar.andoyaspace.no\/rmrlidar\/html\/campaign.summer\/00index.htm<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den vergangen Tagen gab es auch \u00fcber Deutschland zahlreiche Sichtungen. Es lohnt sich also auch in den kommenden N\u00e4chten am Nordhorizont nach diesen Erscheinungen Ausschau zu halten. Die besten Bedingungen bestehen daf\u00fcr in der heutigen Nacht in der Nordwesth\u00e4lfte, denn dort klart der Himmel zumindest zeitweise auf. Im S\u00fcden und Osten halten sich dichte Wolken, die Regen bringen. In der Nacht zum Freitag klart dann der Himmel in der S\u00fcdh\u00e4lfte auf, w\u00e4hrend im Norden dichte Wolkenfelder vor\u00fcberziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Christian Herold<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.07.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leuchtende Nachtwolken &#8211; Wolken in der k\u00e4ltesten Zone der Erdatmosph\u00e4re Manchmal lassen sich in klaren Sommern\u00e4chten am Nordhorizont geheimnisvoll silbrig &#8211; wei\u00df bis blau leuchtende Wolken beobachten. Wie dieses Ph\u00e4nomen entsteht, wird im Folgenden erkl\u00e4rt. 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