{"id":5163,"date":"2016-10-30T14:16:14","date_gmt":"2016-10-30T12:16:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=5163"},"modified":"2016-10-30T14:16:14","modified_gmt":"2016-10-30T12:16:14","slug":"peter-der-grosse-regiert-mit-strenge-und-ausdauer-auf-dem-eurasischen-kontinent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/peter-der-grosse-regiert-mit-strenge-und-ausdauer-auf-dem-eurasischen-kontinent\/","title":{"rendered":"&#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; regiert mit Strenge und Ausdauer auf dem Eurasischen Kontinent"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; regiert mit Strenge und Ausdauer auf dem Eurasischen Kontinent<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nSelten hatte in der Vergangenheit ein Hoch in den mittleren Breiten eine derartige Langlebigkeit wie das Hoch &#8222;Peter&#8220; im Oktober 2016. Nunmehr \u00fcber einen ganzen Monat beeinflusst &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; das Wettergeschehen in Europa und Teilen Asiens nachhaltig. Die folgenden Abschnitte nehmen den Lebensweg von Hoch &#8222;Peter&#8220; genauer unter die Lupe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geburtsstunde von &#8222;Peter dem Gro\u00dfen&#8220; war am 1. Oktober im Meeresgebiet zwischen den F\u00e4r\u00f6ern und den Shetlandinseln. Verantwortlich f\u00fcr die Entstehung von &#8222;Peter&#8220; als sogenanntes dynamisches Hoch waren zahlreiche Tiefdruckgebiete, die sich im europ\u00e4ischen Raum tummelten (vgl. http:\/\/bit.ly\/2eShNc1). So zog das Tief &#8222;Walpurga&#8220; n\u00f6rdlich der K\u00fcste bei Hammerfest, Norwegen seine Kreise. Gleichzeitig dominierten die Tiefs &#8222;Yanina&#8220; \u00fcber S\u00fcdengland und &#8222;Xun&#8220; \u00fcber Deutschland das Wetter in Mittel- bzw. Westeuropa. Von Gr\u00f6nland bis zu den Azoren herrschte ebenfalls tiefer Luftdruck vor. Da die Luft in den zahlreichen Tiefdruckgebieten aufstieg, musste diese auch irgendwo wieder absinken. Dies geschah im Bereich des F\u00e4r\u00f6er-Shetland-Kanals. Das Hoch &#8222;Peter&#8220; erblickte schlie\u00dflich genau dort das Licht der Welt. Zu Beginn kam er allerdings mit einem Luftdruck von 1010 hPa noch recht schwach daher. Doch auf seinem weiteren Lebensweg sollte sich dies noch drastisch \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon innerhalb der ersten 24 Stunden plusterte sich &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; auf seinem Weg vor die K\u00fcste Norwegens auf 1024 hPa auf. W\u00e4hrend in Deutschland weiterhin das Tiefdruckduo &#8222;Yanina&#8220; und &#8222;Xun&#8220; f\u00fcr viele Wolken und teils kr\u00e4ftige sowie l\u00e4nger anhaltende Niederschl\u00e4ge sorgte, konnte durch Hoch &#8222;Peter&#8220; von Schottland \u00fcber die S\u00fcdh\u00e4lfte von Nordwegen und Schweden hinweg bis nach Finnland vom h\u00e4ufig wolkenlosen oder gering bew\u00f6lkten Himmel die Sonne scheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die weitere Entwicklung von Peter konnte sich sehen lassen. Am 3. Oktober erreichte &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; \u00fcber Zentralnorwegen schon einen Luftdruck von 1044 hPa. Sein Einfluss reichte dabei \u00fcber die Nordsee hinweg weit nach S\u00fcden und beeinflusste nun zunehmend auch das Wetter in Westeuropa. In Deutschland lie\u00dfen die Niederschl\u00e4ge von Westen her ebenfalls nach, Wolkenauflockerungen waren, anders als in Skandinavien sowie in Teilen Frankreichs, wo die Sonne l\u00e4nger strahlte, jedoch nicht zu beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im weiteren Verlauf wurde &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; noch m\u00e4chtiger und dehnte seinen Einflussbereich vom Nordmeer bis ins westliche Mittelmeer aus. Im Zentrum, etwa \u00fcber dem Norden Schwedens, stieg am 4. Oktober der Luftdruck auf sehr hohe 1050 hPa, am 5. Oktober in der Fr\u00fche sogar auf 1052 hPa an und blieb auch in den Folgetagen auf \u00e4hnlichem Niveau. Gleichzeitig wurde auch in Deutschland lokal ein Luftdruck bis 1040 hPa, im Mittel um 1020 hPa notiert. Entsprechend konnte man denken, dass der &#8222;Goldene Oktober&#8220; in voller Pracht Deutschland eingenommen hat. Dies erwies sich jedoch als Trugschluss. W\u00e4hrend in Skandinavien die im Hoch absinkenden Luftmassen zu Wolkenaufl\u00f6sung f\u00fchrten und der Sonne somit eine freie Bahn ebneten, entwickelte sich \u00fcber Deutschland vielerorts eine sogenannte Absinkinversion. Diese Sperrschicht verhinderte den Austausch zwischen den bodennahen und h\u00f6her liegenden Luftschichten (vgl. http:\/\/bit.ly\/2eZNblj). In dessen Grenzbereich bildete sich schlie\u00dflich eine dichte hochnebelartige Bew\u00f6lkung, die weite Teile des Landes grau in grau erschienen lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum 10. Oktober thronte &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; mit einem Luftdruck von \u00fcber 1040 hPa \u00fcber Zentralskandinavien und regierte m\u00e4chtig mit Zuckerbrot und Peitsche. Immer wieder versuchten &#8222;Tiefdruckdamen&#8220; mit &#8222;Peter&#8220; anzubandeln. Dabei bissen sie sich jedoch allesamt die Z\u00e4hne aus und mussten ausnahmslos das Weite suchen. Die atlantischen Tiefdruckdamen verendeten entweder in ihrem Kummer vor den K\u00fcsten Gr\u00f6nlands und Spitzbergens oder suchten ihren Br\u00e4utigam auf einer weiter s\u00fcdlichen Route, beispielsweise im Mittelmeerraum. Die Tiefdruckdamen &#8222;Xun&#8220; und &#8222;Zofia&#8220;, die schon vor der blockierenden Herrschaft Peters Richtung Schwarzes Meer gezogen waren, wurden nun von &#8222;Peter dem Gro\u00dfen&#8220; auf dessen kalter \u00f6stlicher Schulter nach Nordosten weitergeschickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen dem 10. und 14. Oktober begann Hoch &#8222;Peter&#8220; etwas zu schw\u00e4cheln. Bei einem Luftdruck um 1036 hPa konnte er jedoch seine Stellung \u00fcber Zentralskandinavien zun\u00e4chst verteidigen. \u00dcber West- und Teilen Mitteleuropas musste &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; jedoch einen R\u00fcckzug antreten und das Feld den Tiefdruckdamen &#8222;Christa&#8220; und &#8222;Brigitte&#8220; \u00fcberlassen, die von den Britischen Inseln bis in den Mittelmeerraum f\u00fcr wolkenreiches und unbest\u00e4ndiges Wetter sorgten. &#8222;Peter&#8220; nutzte dagegen die Chance und erweiterte seinen Einflussbereich nach Osten und S\u00fcdosten, teilweise bis zum Schwarzen Meer. Deutschland gelangte dabei genau zwischen beide Aktionsgebiete. Mit einer \u00f6stlichen bis s\u00fcd\u00f6stlichen Str\u00f6mung wurde dabei milde, aber auch \u00fcberwiegend wolkenreiche Luft nach Deutschland transportiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab dem 15. Oktober verlagerte &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; seinen Sitz schlie\u00dflich weiter nach Osten, um der N\u00e4he von &#8222;Christa&#8220; zu entgehen. Dabei konnte &#8222;Peter&#8220; jedoch wieder an St\u00e4rke zulegen und erreichte am 17. Oktober \u00fcber dem \u00f6stlichen Wei\u00dfrussland einen Luftdruck von 1044 hPa. Sein Machtgebiet umfasste die Gebiete vom Nordmeer bzw. der Barentssee \u00fcber Osteuropa hinweg bis zum Schwarzen Meer. Die Westh\u00e4lfte Europas \u00fcberlie\u00df er nun vollends den Damen um die kr\u00e4ftige &#8222;Christa&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem das Tief &#8222;Christa&#8220; ebenfalls bei der Ann\u00e4herung an &#8222;Peter dem Gro\u00dfen&#8220; gescheitert war und sich zur\u00fcckzog, \u00fcbernahm zun\u00e4chst die Tiefdruckdame &#8222;Danielle&#8220; das Kommando \u00fcber Mitteleuropa. Von Westen stie\u00dfen bis zum 23. Oktober zudem weiter kr\u00e4ftige Damen nach. Zu ihnen geh\u00f6rte beispielsweise auch &#8222;Nicole die Ehemalige&#8220;, die den tropischen Ozean f\u00fcr den Nordatlantik aufgab und gen Nordosten auf Tuchf\u00fchlung zu Hoch &#8222;Peter&#8220; ging. &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; war zun\u00e4chst ob einer Liaison hin und her gerissen, was ihm schlie\u00dflich viel Kraft kostete. Am 20. Oktober fiel sein Luftdruck im Zentrum \u00fcber Nordwestrussland auf magere 1038 hPa ab. In der Folge besann er sich jedoch auf alte Tugenden, nahm reis aus und zog allm\u00e4hlich in die Region \u00f6stlich des &#8222;Wei\u00dfen Meeres&#8220; weiter. Dabei gewann er wieder kr\u00e4ftig an St\u00e4rke. Am fr\u00fchen 24. Oktober erreichte er schlie\u00dflich mit einem Luftdruck von knapp 1055 hPa den bisherigen H\u00f6hepunkt auf seinem Lebensweg und brachte manches Barometer an die Messgrenze. Den Einfluss auf Mitteleuropa und somit auch auf Deutschland verlor er in diesem Zeitraum aber komplett. Daf\u00fcr sp\u00fcrte Zentral- und Ostasien seinen sehr kalten Atem. Auf der Ostflanke zapfte &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; die polare Luft an und f\u00fchrte diese s\u00fcdwestw\u00e4rts. In der Folge fielen in Ostsibirien die Temperaturen nachts bis auf minus 36 Grad Celsius. Auch tags\u00fcber wurden dort kaum noch \u00fcber minus 20 Grad Celsius erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Monatsende verlagerte sich &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; weiter nach Osten in Richtung Zentralasien. Dabei schw\u00e4chte er sich aber nur vor\u00fcbergehend ab und konnte am 26. Oktober sogar nochmals auf einen Wert \u00fcber 1050 hPa ansteigen. Im Anschluss ging ihm aber allm\u00e4hlich die Puste aus. Am 28. Oktober erreichte er nur noch einen Wert von etwa 1042 hPa. Zwischenzeitlich streckte er seine Hilfe suchende Hand nochmals nach Mitteleuropa aus, die schlie\u00dflich auch vom neuen Herrn \u00fcber Westeuropa, Hoch &#8222;Quinn&#8220;, ergriffen wurde. Diese Hochdruckverbindung war allerdings nicht sehr gefestigt und wurde von dem langlebigen Tief &#8222;Florentine&#8220; auf deren Kurs nach S\u00fcdosten schon am 29. Oktober wieder getrennt. Alleine und fast nur von sehr kalter Polarluft umgeben, wandelte sich &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; nun langsam zu einem thermischen Hoch, bei dem \u00fcberwiegend die bodennahe kalte Luft f\u00fcr das lebenswichtige Absinken im Hoch verantwortlich ist. Um seinen Machtanspruch vielleicht auch \u00fcber den Monat hinweg zu wahren, steht zum Monatsausklang zudem eine Ehe mit einem weiteren thermischen Hoch \u00fcber Nordsibirien an. (vgl. den Lebensweg auch mit der Graphik)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider hat &#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; einen gro\u00dfen Bogen um Deutschland gemacht und konnte somit das Eindringen verschiedener Tiefdruckdamen nur zeitweise verhindern. Allerdings blockierte &#8222;Peter&#8220; auch deren Weg nach Osten, sodass die Damen entweder nach Norden oder S\u00fcden auswandern mussten. W\u00e4hrend des gesamten Monats konnten damit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Tiefs &#8222;Yanina&#8220;, &#8222;Xun&#8220;, &#8222;Zofia&#8220;, &#8222;Brigitte&#8220;, &#8222;Christa&#8220;, &#8222;Danielle&#8220; und &#8222;Elisabeth&#8220; meist f\u00fcr tr\u00fcbes, teils auch regnerisches und relativ k\u00fchles Herbstwetter sorgen. Nur 1974 und 1998 wurden noch weniger Sonnenstunden registriert. Seit Messbeginn 1951 war er somit der drittsonnenschein\u00e4rmste Oktober in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.10.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5164\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/peter-der-grosse-regiert-mit-strenge-und-ausdauer-auf-dem-eurasischen-kontinent\/img_0497\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497.png\" data-orig-size=\"993,655\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"&amp;#8222;Peter der Gro\u00dfe&amp;#8220; regiert mit Strenge und Ausdauer auf dem Eurasischen Kontinent\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497-300x198.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-5164\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497.png\" alt=\"&quot;Peter der Gro\u00dfe&quot; regiert mit Strenge und Ausdauer auf dem Eurasischen Kontinent\" width=\"993\" height=\"655\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497.png 993w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497-300x198.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0497-768x507.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 993px) 100vw, 993px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Peter der Gro\u00dfe&#8220; regiert mit Strenge und Ausdauer auf dem Eurasischen Kontinent Selten hatte in der Vergangenheit ein Hoch in den mittleren Breiten eine derartige Langlebigkeit wie das Hoch &#8222;Peter&#8220; im Oktober 2016. 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