{"id":5650,"date":"2016-11-18T18:07:07","date_gmt":"2016-11-18T16:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=5650"},"modified":"2016-11-18T18:07:07","modified_gmt":"2016-11-18T16:07:07","slug":"der-nordamerikanische-monsun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/der-nordamerikanische-monsun\/","title":{"rendered":"Der Nordamerikanische Monsun"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Der Nordamerikanische Monsun<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nIn den trockenen Gebieten im S\u00fcdwesten der USA sowie in weiten Bereichen Mexikos sorgt der Nordamerikanische Monsun allj\u00e4hrlich f\u00fcr die dort sehnlichst erwarteten Niederschl\u00e4ge, teils aber auch f\u00fcr \u00dcberschwemmungen. Was versteht man unter diesem Monsun und wie verlief er in diesem Jahr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der S\u00fcdwesten der USA weist ein trockenes (arides) Klima auf, wo also mit Blick auf ein vielj\u00e4hriges Klimamittel weniger Niederschlag f\u00e4llt, als verdunstet. Teils sind dort ausgedehnte W\u00fcstenfl\u00e4chen zu finden, wie zum Beispiel die Mojave-W\u00fcste &#8211; allseits bekannt f\u00fcr ihr &#8222;Death Valley&#8220;, einem der hei\u00dfesten Orte der Welt. Doch zeitweise erreichen uns \u00fcber die Weltpresse Nachrichten und Bilder von \u00dcberschwemmungen aus diesen Regionen, die zur Sommer- und Sp\u00e4tsommerzeit auftreten. Diese Niederschl\u00e4ge sind auf ein Ph\u00e4nomen zur\u00fcckzuf\u00fchren, was unter dem Namen &#8222;Nordamerikanischer Monsun&#8220; bekannt ist, jedoch auch weitere Namen aufweist wie: &#8222;Arizona Monsun&#8220; oder &#8222;S\u00fcdwestmonsun&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der bekannteste Monsun ist sicherlich der Indische Monsun, doch es gibt noch weitere, wie zum Beispiel den Nordaustralischen Monsun. Das Wort &#8222;Monsun&#8220; kommt aus dem Arabischen und kann im Deutschen als &#8222;Jahreszeit&#8220; \u00fcbersetzt werden. Dieser sorgt somit zum Beispiel in tropischen Klimabereichen, die eher f\u00fcr eint\u00f6niges Wetter ohne Jahreszeiten bekannt sind, f\u00fcr trockenere und regenreichere Zeiten. Sehr stark vereinfacht beschrieben entstehen die Monsunwinde durch Temperaturunterschiede zwischen dem Land und dem Meer. Ersteres heizt sich rascher auf als die umgebenden Wasserfl\u00e4chen. Durch die starke Erw\u00e4rmung \u00fcber Land bildet sich dort ein flaches &#8222;Hitzetief&#8220;, das unter anderem die mit viel Feuchtigkeit geladene Luftmasse vom Meer in Richtung Land lenkt. Nat\u00fcrlich gibt es noch viele weitere Faktoren, doch wollen wir den Blick nun auf den Nordamerikanischen Monsun im S\u00fcdwesten der USA lenken, der dort zwischen Juli und September auftritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst einmal herrscht bis in den Fr\u00fchsommer meist noch eine mehr oder weniger stark ausgepr\u00e4gte Westwindstr\u00f6mung vor, wobei von West nach Ost Tiefausl\u00e4ufer das Gebiet \u00fcberqueren. Diese erreichen jedoch dank der zahlreichen Gebirge nur noch in stark abgeschw\u00e4chter Form und somit sehr wetterinaktiv den S\u00fcdwesten der USA. Im Verlauf des Juli verschiebt sich in der mittleren und oberen Troposph\u00e4re ein kr\u00e4ftiges Subtropenhoch von Mexiko nordw\u00e4rts \u00fcber den S\u00fcdwesten der USA und unterst\u00fctzt zun\u00e4chst einmal die notwendige Einstrahlung und die daraus resultierende Aufheizung der Landmasse. Je w\u00e4rmer die Luft, desto leichter ist sie und umso mehr sinkt der Luftdruck bodennah. Es entwickelt sich ein flaches Hitzetief. Gleichzeitig sorgt der Drehsinn des Hochdruckgebietes in der H\u00f6he, der auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn verl\u00e4uft, f\u00fcr einen Wechsel der hochreichenden Luftstr\u00f6mung von &#8222;West&#8220; auf &#8222;S\u00fcdost&#8220;. Die Folgen sind im Bild in Form von gr\u00fcnen Pfeilen zu erkennen. Anstatt k\u00fchler und durch die \u00dcberquerung zahlreicher Gebirge bereits stark abgetrockneter Luftmassen vom Nordostpazifik, gelangt nun auf direktem Wege mal sehr feuchte Luft vom Golf von Mexiko oder vom Golf von Kalifornien in den S\u00fcdwesten der USA. Die feuchte Luft sorgt in Verbindung mit der kr\u00e4ftigen Sonneneinstrahlung und der komplexen und teils sehr hochreichenden Orografie f\u00fcr tageszeitenabh\u00e4ngige kr\u00e4ftige Schauer und Gewitter, die in kurzer Zeit sehr viel Regen bringen k\u00f6nnen. So viel Nass in einer trockenen (ariden) oder W\u00fcstenregion sorgt entsprechend f\u00fcr Probleme in Form von \u00dcberschwemmungen und Erosion. Wer in den dortigen Nationalparks unterwegs ist, wird immer wieder auf eine pl\u00f6tzliche \u00dcberschwemmungsgefahr hingewiesen, sollte solch ein Schauer oder Gewitter vor Ort oder in der N\u00e4he auftreten. Typisch f\u00fcr diesen Monsun ist, dass sich der Niederschlag in &#8222;Wellen&#8220; ereignet, es also eine Woche relativ trocken sein kann, w\u00e4hrend kurz darauf wiederholt heftige Schauer und Gewitter \u00fcber die Lande ziehen, wobei sie sich meistens \u00fcber den Bergen bilden und dann in die T\u00e4ler wandern. Der Niederschlag macht einen Gro\u00dfteil des Jahresniederschlages aus und ist daher u.a. f\u00fcr die Landwirtschaft von gro\u00dfer Bedeutung, aber auch Themen wie &#8222;Brandgefahr&#8220; oder die Gesundheit des Menschen (z.B. Auftreten des sog. Hantavirus) spielen eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Jahr verlief der Monsun im Vergleich zu den vergangenen Jahren relativ normal, wobei vor allem \u00fcber Nordmexiko etwas mehr Niederschlag fiel, w\u00e4hrend es z.B. in Arizona (USA) insgesamt eher zu trocken blieb. Dass auch immer wieder Reste von Tropenst\u00fcrmen f\u00fcr Feuchtenachschub sorgen k\u00f6nnen, zeigte Anfang September Hurrikan NEWTON, der im Bild s\u00fcdlich des Golf von Kaliforniens zu sehen ist und in der Folge weiter nach Arizona zog. Von daher fiel in Arizona der Gesamtniederschlag der Monsunsaison sehr variabel aus. Orte mit \u00fcberdurchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Regenmengen lagen entsprechend der Gewitterverteilung eng beisammen. Wie so oft war auch der Sand in Form von Sandst\u00fcrmen (engl. &#8222;haboob&#8220;) ein Thema. Der &#8222;haboob&#8220; wird oft von sterbenden Gewitterzellen ausgel\u00f6st, die den Sand durch herabfallende, starke und kalte Abwinde aufwirbeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Verlauf des Septembers verlagerte sich das Subtropenhoch allm\u00e4hlich wieder s\u00fcdw\u00e4rts und die Westwinde setzten sich zunehmend durch, die somit das Ende des Nordamerikanischen Monsuns einl\u00e4uteten &#8211; bis das Spiel im kommenden Jahr zur Sommerzeit wieder von vorne beginnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Helge Tuschy<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 18.11.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"5651\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/der-nordamerikanische-monsun\/img_0837\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837.png\" data-orig-size=\"954,750\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Der Nordamerikanische Monsun\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837-300x236.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-5651\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837.png\" alt=\"Der Nordamerikanische Monsun\" width=\"954\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837.png 954w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837-300x236.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_0837-768x604.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 954px) 100vw, 954px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nordamerikanische Monsun In den trockenen Gebieten im S\u00fcdwesten der USA sowie in weiten Bereichen Mexikos sorgt der Nordamerikanische Monsun allj\u00e4hrlich f\u00fcr die dort sehnlichst erwarteten Niederschl\u00e4ge, teils aber auch f\u00fcr \u00dcberschwemmungen. 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