{"id":6007,"date":"2017-01-05T17:01:25","date_gmt":"2017-01-05T15:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=6007"},"modified":"2017-01-05T17:01:25","modified_gmt":"2017-01-05T15:01:25","slug":"sturmtief-axel-peitschte-regen-und-schnee-ueber-das-land-und-bringt-klirrende-kaelte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/sturmtief-axel-peitschte-regen-und-schnee-ueber-das-land-und-bringt-klirrende-kaelte\/","title":{"rendered":"Sturmtief &#8222;Axel&#8220; peitschte Regen und Schnee \u00fcber das Land und bringt klirrende K\u00e4lte!"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Sturmtief &#8222;Axel&#8220; peitschte Regen und Schnee \u00fcber das Land und bringt klirrende K\u00e4lte!<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Sturmtief &#8222;Axel&#8220; sorgte verbreitet f\u00fcr den ersten richtigen Wintereinbruch. Vor allem im Norden und Westen reichte es in tiefen Lagen leider nicht f\u00fcr Schnee, die kommende sibirische K\u00e4lte erreicht jedoch jede Region des Landes!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Sturmtief &#8222;Axel&#8220; beschert uns gleich zum Jahresbeginn eine erste winterliche Episode. Vor allem im S\u00fcden und S\u00fcdosten konnte es schon richtig einwintern, w\u00e4hrend im Westen und Norden bisher nur ansatzweise ein Winterfeeling aufkam. Doch ab dem heutigen Donnerstag sollte sich dies allgemein \u00e4ndern. Zwar nicht mit Schnee, der beliebten wei\u00dfen Pracht, sondern mit klirrender K\u00e4lte aus dem Norden Sibiriens!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tief &#8222;Axel&#8220; trat am Montag um 7 Uhr das erste Mal auf der Wetterkarte mit einem Druck von knapp unter 1010 hPa in Erscheinung. In den darauffolgenden 24 Stunden bis Dienstagmorgen konnte sich &#8222;Axel&#8220; auf seinem Weg vor die K\u00fcste Norwegens gut entwickeln und erreichte einen Kerndruck von unter 985 hPa (Stichwort: Tiefentwicklung vgl. http:\/\/bit.ly\/2iEspN0). Doch westlich von Norwegen war der H\u00f6hepunkt von Tief &#8222;Axel&#8220; zun\u00e4chst \u00fcberschritten, sodass er begann, sich aufzul\u00f6sen. Allerdings prallte das zugeh\u00f6rige Frontensystem (vgl. http:\/\/bit.ly\/2j7Lm7P), getrieben von einer westlichen Str\u00f6mung, gegen das norwegische Gebirge. Auf der Ostseite wurde nachfolgend eine sogenannte &#8222;Lee-Zyklogenese&#8220; angesto\u00dfen, die als Geburt von &#8222;Axel-Junior&#8220; angesehen werden kann (vgl. Abb. 1). Auf der S\u00fcdflanke des Gebirges schl\u00e4ngelte sich die Warmfront von &#8222;Axel-Senior&#8220; (vgl. http:\/\/bit.ly\/2iEEFgy) gleichzeitig um die Berge herum nach Osten und bildete eine Warmfrontwelle aus. Diese wurde von &#8222;Axel-Junior&#8220; aufgenommen und als eigenst\u00e4ndiges Frontensystem auf seinem Weg nach Osten mitgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tief &#8222;Axel-Junior&#8220; umfasste in seiner Geburtsstunde etwa einen Kerndruck von 892 hPa. Auf seinem Weg \u00fcber Schweden hinweg zur Ostsee konnte sich &#8222;Axel-Junior&#8220; pr\u00e4chtig entwickeln und erstarkte zu einem Sturmtief. Der minimale Luftdruck wurde schlie\u00dflich mit etwa 975 hPa \u00fcber Gotland registriert. Auf seinem weiteren Lebensweg \u00fcber das Baltikum und Wei\u00dfrussland hinweg b\u00fc\u00dfte &#8222;Axel-Junior&#8220; dann langsam wieder an St\u00e4rke ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland sorgte Sturmtief &#8222;Axel-Junior&#8220; mit seinen Ausl\u00e4ufern f\u00fcr m\u00e4chtig Wirbel (vgl. Abb. 2). Zun\u00e4chst f\u00fchrte er am Dienstag, den 3. Januar feuchte und milde Luft von Nordwesten her ins Land. Im Norden und Nordwesten fiel bei kr\u00e4ftig auffrischendem Wind Regen. Doch als die Niederschl\u00e4ge die Mittelgebirge erreichten, mischten sich doch zunehmend Schneeflocken unter. Im \u00f6stlichen Mittelgebirgsraum fiel die wei\u00dfe Pracht etwa oberhalb von 200 bis 400 Metern, sodass sich dort nennenswerte Neuschneemengen aufsummieren konnten. In Bayern und gro\u00dfen Teilen Baden-W\u00fcrttembergs schneite es sogar bis in tiefe Lagen hinab. Lediglich im Westen stieg die Schneefallgrenze zum Mittwoch und am Mittwoch selber auf 400 bis 600 Meter an. Am Mittwochabend sank sie dann landesweit allm\u00e4hlich wieder bis in tiefe Lagen ab. Bis Mittwochmorgen kamen so in den westlichen Mittelgebirgen oberhalb von 400 Metern 0 bis 5 cm und oberhalb von 600 Metern 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen. In den \u00f6stlichen Mittelgebirgen wurde im gleichen H\u00f6henniveau ein deutlich gr\u00f6\u00dferer Schneezuwachs registriert. So fielen in der Rh\u00f6n zwischen 7 und 13 cm, im Th\u00fcringer Wald 7 bis 20 cm, im Harz 7 bis 16 cm und im Erzgebirge 7 bis 25 cm Neuschnee. Im S\u00fcden waren zun\u00e4chst nur das Fichtelgebirge und der Bayerische Wald von den Schneef\u00e4llen betroffen. Dort fielen in Tallagen zwischen 2 und 8 cm und in h\u00f6heren Lagen bis 20 cm Schnee. Die Alpen- und Schwarzwaldregionen sollten ihren Schnee erst sp\u00e4ter bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch den starken bis st\u00fcrmischen Wind, der in Kammlagen des Erzgebirges auch orkanartige B\u00f6en brachte, wurde der Schnee stark verweht, was wiederum eine genaue Messung erschwerte. Regional k\u00f6nnen somit deutlich h\u00f6here Schneemengen gefallen sein. Die h\u00f6chsten Windgeschwindigkeiten wurden bis Mittwochmorgen auf dem Brocken (Harz) mit 125 km\/h gemessen. Auf dem Fichtelberg (Erzgebirge) wehte der Wind in B\u00f6en von 114 km\/h zeitweise orkanartig. Aber auch entlang der Nordseek\u00fcste sind verbreitet orkanartige B\u00f6en oder Orkanb\u00f6en aufgetreten. Beispielshaft seien daf\u00fcr Sylt mit 123 km\/h, Spiekeroog mit 116 km\/h, Norderney mit 109 km\/h, Hallig Hooge mit 107 km\/h und Cuxhaven mit 105 km\/h erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Mittwoch verlagerten sich die l\u00e4nger anhaltenden Niederschl\u00e4ge nach S\u00fcden in Richtung Alpen. Dort brachte der Dauerschneefall in tiefen Lagen bis Donnerstagmorgen zwischen 1 und 10 cm, und in h\u00f6heren Lagen bis 30 cm Neuschnee hervor. Auch im Schwarzwald fielen in mittleren und h\u00f6heren Lagen zwischen 3 und 25 cm. Im Rest des Landes sorgte die einstr\u00f6mende Kaltluft f\u00fcr zahlreiche Schauer, die sich teilweise linienhaft organisierten und lokal mit Blitz und Donner einhergingen. Vor allem im Stau von Th\u00fcringer Wald und Erzgebirge schneite es aber auch noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit. Somit kamen dort oberhalb von 400 Metern vielerorts nochmals 2 bis 15 cm Neuschnee dazu. Im Erzgebirge fielen \u00f6rtlich sogar weitere 30 cm. Ansonsten konnten am heutigen Donnerstag auch die westlichen Mittelgebirge um Eifel, Rh\u00f6n und Rothaargebirge sowie Odenwald und Hunsr\u00fcck in h\u00f6heren Lagen mit Neuschneemengen \u00fcber 5 cm aufwarten. Von Mecklenburg-Vorpommern bis zum Erzgebirge bildete sich sogar in tiefen Lagen eine Schneedecke von wenigen cm aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Wochenende stellt sich nun von Westen her allm\u00e4hlich Wetterberuhigung ein. Von Westen nutzt das Hochdruckgebiet &#8222;Angelika&#8220;, mit Zentrum \u00fcber S\u00fcdnorwegen, den frei werdenden Raum von &#8222;Axel&#8220; und verlagert sich ihrerseits mit Schwerpunkt nach Mitteleuropa. Die Niederschl\u00e4ge ziehen sich nachfolgend in den S\u00fcdosten zur\u00fcck. Vor allem am \u00f6stlichen Alpenrand, dem Bayerischen Wald sowie dem Erzgebirge sind bis Freitagmorgen jedoch erneut nennenswerte Schneemengen zu erwarten. Danach sollten die Niederschl\u00e4ge auch dort abklingen. Daf\u00fcr macht sich dann die sibirische K\u00e4lte zumindest vor\u00fcbergehend in Deutschland breit. Gerade in den N\u00e4chten wird es bei vielerorts klarem Himmel klirrend kalt. Verbreitet sinken die Temperaturen in der Nacht auf Freitag auf Minima zwischen -5 und -15 Grad ab. An den Alpen sowie im Erzgebirge sowie Bayerischen Wald sind \u00fcber Schnee auch Werte zwischen -15 bis -25 Grad m\u00f6glich. In der Nacht auf Samstag wird es im S\u00fcden und der Mitte im Vergleich zur vorangegangenen Nacht gebietsweise noch etwas k\u00e4lter (vgl. Abb. 3). Tags\u00fcber sollte sich am Freitag nahezu landesweit bei Dauerfrost ein freundlicher Wintertag viel Sonnenschein einstellen. Lediglich im Erzgebirge und an den Alpen halten sich noch dichtere Wolkenfelder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Samstag pirscht sich dann von Nordwesten ein Tiefausl\u00e4ufer heran, der allerdings gro\u00dfe Probleme hat gegen das Hoch und dessen kalte Schulter voranzukommen. Lediglich im Nordwesten kann er Boden gut machen und das Land dem Frost entrei\u00dfen. Niederschl\u00e4ge schiebt er aber allm\u00e4hlich \u00fcber das ganze Land hinweg. In der Mitte und im Osten sowie sp\u00e4ter auch im S\u00fcden rieseln Flocken. Nur im Nordwesten mischen sich zunehmend Regentropfen unter den Schnee. Auf dem gefrorenen Boden kann es dann \u00f6rtlich sehr glatt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.01.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"6009\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/sturmtief-axel-peitschte-regen-und-schnee-ueber-das-land-und-bringt-klirrende-kaelte\/img_2036\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036.png\" data-orig-size=\"1126,826\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Sturmtief &amp;#8222;Axel&amp;#8220; peitschte Regen und Schnee \u00fcber das Land und bringt klirrende K\u00e4lte!\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036-1024x751.png\" class=\"alignnone size-large wp-image-6009\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036-1024x751.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"751\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036-1024x751.png 1024w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036-300x220.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036-768x563.png 768w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/IMG_2036.png 1126w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sturmtief &#8222;Axel&#8220; peitschte Regen und Schnee \u00fcber das Land und bringt klirrende K\u00e4lte! 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