{"id":6453,"date":"2017-02-19T13:57:29","date_gmt":"2017-02-19T11:57:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=6453"},"modified":"2017-02-19T13:57:29","modified_gmt":"2017-02-19T11:57:29","slug":"winter-ade-fruehlingshoch-wo-bist-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/winter-ade-fruehlingshoch-wo-bist-du\/","title":{"rendered":"Winter ade &#8211; aber Fr\u00fchlingshoch wo bist du?"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Winter ade &#8211; aber Fr\u00fchlingshoch wo bist du?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nSchon lange ist es her &#8211; eine Westwetterlage bringt regnerisches und st\u00fcrmisches Wetter! Milde Atlantikluft l\u00e4sst zudem dem Schnee bis in h\u00f6here Mittelgebirgslagen keine Chance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem der Januar und Februar \u00fcberwiegend von ruhigem Winterwetter gepr\u00e4gt waren, kommt nun richtig Schwung in die Wetterk\u00fcche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis auf wenige Ausnahmen waren im bisherigen Jahresverlauf immer wieder kr\u00e4ftige Hochdruckgebiete f\u00fcr das Wettergeschehen in Mitteleuropa und somit auch Deutschland mitverantwortlich. W\u00e4hrend sich in der ersten Januarh\u00e4lfte die Hochs meist \u00fcber dem Atlantik von Island bis zur Iberischen Halbinsel breit machten und somit eine westliche Str\u00f6mung weitestgehend unterbanden, dominierten in der zweiten Januarh\u00e4lfte sowie im bisherigen Februarverlauf wiederholt kr\u00e4ftige blockierende Hochdruckgebiete \u00fcber Nord- bzw. Osteuropa. Tiefdruckeinfluss mit nennenswerten Niederschl\u00e4gen trat lediglich Mitte Januar auf. Insgesamt gab es im gesamten J\u00e4nner keine reinen zonalen Wetterlagen (vgl. Wetterlexikon unter http:\/\/bit.ly\/2lvE16s). Stattdessen dominierten an 16 Tagen (52%) die gemischten Lagen um ein Hoch Mitteleuropa (HM). Auch 9 Tage mit einer reinen meridionalen Str\u00f6mung (30%) verhinderten eine typische Westlage, brachten aber zumindest etwas Niederschlag. Auch im Februar sah es bisher nicht viel anders aus. Gerade in der ersten Monatsdekade k\u00fchlte ein Hoch \u00fcber dem Nordmeer bzw. Fernnoskandien mit kalten \u00f6stlichen Winden den mitteleurop\u00e4ischen Raum herunter und blockierte gleichzeitig Tiefausl\u00e4ufer von Westen. Diese mussten entweder \u00fcber das Mittelmeer oder aber das Nordpolarmeer ausweichen. Auch in der zweiten Dekade fehlte von einer reinen Westwetterlage jede Spur. Doch dies soll sich jetzt \u00e4ndern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich von den Azoren bis zum Schwarzen Meer hoher Luftdruck breit macht, dominiert von Neufundland bis nach Nordrussland Tiefdruckeinfluss. Dabei reihen sich nun schon zahlreiche Tiefs wie an der einer Perlenschnur aneinander. Mit von der Partie sind dort auch die Tiefdruckgebiete &#8222;Rolf&#8220; bei Island und &#8222;Querkin&#8220; \u00fcber Finnland. Zwischen dem hohen und tiefen Luftdruck kann sich dabei eine kr\u00e4ftige westliche Str\u00f6mung entwickeln, mit der wiederholt Tiefausl\u00e4ufer vom Atlantik \u00fcber West- und Mitteleuropa hinweg gef\u00fchrt werden. Auch bei den prognostizierten Luftdruckverteilungen (Gro\u00dfwetterlagen) herrscht nun entsprechend der Begriff &#8222;West&#8220; vor. Ob nun als reine Westlage oder als gemischte Nordwest- bzw. S\u00fcdwestlage, der Weg f\u00fcr eine windige bis st\u00fcrmische und regenreiche Periode ist frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Auftakt macht am heutigen Sonntag, den 19. Februar, eine sogenannte Kaltfront (vgl. DWD-Wetterlexikon unter http:\/\/bit.ly\/2lxQpDC), die das Land von Nordwesten her s\u00fcdostw\u00e4rts \u00fcberquert. Diese schiebt dichte Wolkenfelder mit Regen ins Land. Vorderseitig herrscht in der Mitte und im S\u00fcden des Landes aber nochmals \u00fcberwiegend geringe Bew\u00f6lkung vor, sodass dort die Sonne gebietsweise noch l\u00e4nger scheinen kann. Doch gerade dieses w\u00e4rmende und helle Zentralgestirn werden wir in der kommenden Woche nur selten und \u00f6rtlich begrenzt zu Gesicht kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen wird ab Montag m\u00e4\u00dfiger bis frischer und stark b\u00f6iger West- bis S\u00fcdwestwind den Regen \u00fcber das Land peitschen. Bis Freitag werden vor allem von der d\u00e4nischen Grenze bis zur Donau sowie von der Eifel bis zur Oder kr\u00e4ftige und l\u00e4nger anhaltende Regenf\u00e4lle erwartet, die in Staulagen auch ergiebig ausfallen k\u00f6nnen. Regional k\u00f6nnen von Montag bis Freitag \u00fcber 50 Liter pro Quadratmeter fallen, \u00f6rtlich sind bis 100 l\/qm m\u00f6glich. Da die Luft vom Atlantik zu uns weht, ist diese nicht nur mit viel Wasser angereichert, sondern auch teils sehr mild. Entsprechend hei\u00dft es wohl bis in die h\u00f6chsten Mittelgebirgslagen &#8222;Winter ade&#8220;. Stattdessen setzt im Erzgebirge und Bayerischen Wald Tauwetter ein, sodass es auch dort dem restlichen Schnee an den Kragen geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der H\u00f6hepunkt bei der Windentwicklung k\u00f6nnte dann am kommenden Donnerstag erfolgen. Somit scheint auch der Start in den Stra\u00dfenkarneval (Altweiberfastnacht) wettertechnisch sehr spannend zu werden. Ein kleinr\u00e4umiges Randtief soll nach derzeitigem Stand die Jecken im Westen und der Mitte ziemlich durcheinanderwirbeln. Die Trendprognosen sind zwar noch unsicher, deuten jedoch st\u00fcrmische B\u00f6en oder Sturmb\u00f6en vereinzelt auch schwere Sturmb\u00f6en bis in tiefere Lagen an. Im Bergland w\u00fcrden dann m\u00f6glicherweise sogar orkanartige B\u00f6en oder Orkanb\u00f6en wehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum n\u00e4chsten Wochenende sollen dann wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Von Westen soll sich hoher Luftdruck nach Mitteleuropa ausbreiten. Mit einer nordwestlichen bis n\u00f6rdlichen Str\u00f6mung k\u00f6nnte dann aber zumindest vor\u00fcbergehend auch wieder deutlich k\u00fchlere Luft das Land erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Lars Kirchh\u00fcbel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 19.02.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winter ade &#8211; aber Fr\u00fchlingshoch wo bist du? Schon lange ist es her &#8211; eine Westwetterlage bringt regnerisches und st\u00fcrmisches Wetter! Milde Atlantikluft l\u00e4sst zudem dem Schnee bis in h\u00f6here Mittelgebirgslagen keine Chance. 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