{"id":6574,"date":"2017-03-05T13:11:35","date_gmt":"2017-03-05T11:11:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=6574"},"modified":"2017-03-05T13:11:35","modified_gmt":"2017-03-05T11:11:35","slug":"fruehling-fuer-einen-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/fruehling-fuer-einen-tag\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchling f\u00fcr einen Tag"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fchling f\u00fcr einen Tag<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nH\u00f6chstwerte bis 20 Grad und Fr\u00fchlingsgef\u00fchle haben den gestrigen Samstag gepr\u00e4gt. Wie es dazu kam und was der F\u00f6hn damit zu tun hat liefert das heutige Tagesthema mit allen wichtigen Zahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was war das doch gestern f\u00fcr ein toller Fr\u00fchlingstag&#8220; mag der eine oder andere denken, wenn er heute aus dem Fenster schaut. Und tats\u00e4chlich f\u00fchlte man sich gestern angesichts der H\u00f6chstwerte um mehr als einen Monat in die Zukunft versetzt. V\u00f6gel zwitscherten, Krokusse und Narzissen \u00f6ffneten die Bl\u00fcten und auch die ersten Bienen und Zitronenfalter sonnten sich auf den verschiedenen Fr\u00fchbl\u00fchern. Gewiss &#8230; nicht \u00fcberall war es gestern sonnig und mild. Im Norden von Schleswig- Holstein wurden gerade einmal 8 Grad erreicht. Dennoch, die gro\u00dfe Mehrheit der Deutschen kam in den Genuss von 15 bis 20 Grad.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie kam es eigentlich dazu? Schauen wir zun\u00e4chst auf die Gro\u00dfwetterlage. \u00dcber Westeuropa befand sich am gestrigen Samstag ein umfangreiches und kr\u00e4ftiges Tief, das weit nach S\u00fcden bis in den westlichen Mittelmeerraum reichte. Mit der um ein Tief entgegen des Uhrzeigersinns str\u00f6menden Luftbewegung, wurden sehr warme Luftmassen aus S\u00fcden nach Deutschland transportiert. Vor allem in \u00d6sterreich war auch ein wenig Saharastaub mit dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am w\u00e4rmsten ist es am gestrigen Tage vor allem an den Nordh\u00e4ngen der Alpen und auch Mittelgebirge geworden. Das ist nicht weiter \u00fcberraschend. Mit der s\u00fcdlichen Anstr\u00f6mrichtung kam n\u00e4mlich gestern ein weiterer Effekt zum Tragen: Der F\u00f6hn. Dabei handelt es sich um einen trockenen und warmen Fallwind im Lee der Berge (also auf der windabgewandten Seite). Mit der s\u00fcdlichen Str\u00f6mung staut sich die Luft auf der windzugewandten Seite (Luv) und da sie nirgendwo anders hin kann, beginnt sie aufzusteigen. Es bilden sich Wolken aus denen Regen oder Schnee f\u00e4llt. Die Luft k\u00fchlt sich beim Aufsteigen ab, mit Wolkenbildung und damit S\u00e4ttigung allerdings weniger schnell. Wenn die Luft den Alpenkamm \u00fcberquert hat, beginnt sie nach unten zu fallen (sie ist durch Abk\u00fchlung deutlich schwerer als die sie umgebende Luft). Dadurch l\u00f6sen sich die Wolken auf und die Luft beginnt sich zu erw\u00e4rmen. Das geht durch die nicht mehr vorhandene S\u00e4ttigung deutlich schneller, als die Abk\u00fchlung auf der ges\u00e4ttigten Luvseite. Als Ergebnis erreicht die Luft die T\u00e4ler als warmer Fallwind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klassisch und auch am eindrucksvollsten ist der F\u00f6hn durch die \u00dcberstr\u00f6mung der Alpen, aber auch im Lee der Mittelgebirge l\u00e4sst sich dieser durchaus wiederfinden und sorgt daf\u00fcr, dass die H\u00f6chstwerte gut und gerne 1 bis 3 Grad \u00fcber denen der umliegenden Stationen liegen. Die h\u00f6chsten Werte wurden dennoch in Bayern gemessen. In Wielenbach zeigte das Quecksilber ein Maximum von 20.4 Grad an, in Rosenheim und Schwandorf waren es noch 19.7 Grad. Dass es noch etwas w\u00e4rmer geht, zeigten zahlreiche Stationen in der Schweiz und in \u00d6sterreich. Der absolute Spitzenwert wurde in Wien (Marienbrunn) mit 22.2 Grad gemessen. Da lie\u00df es sich mit T-Shirt und einem Eis gut aushalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kehrseite des starken F\u00f6hns sind die enormen Windgeschwindigkeiten, die damit erreicht werden. Durch den Anstau der Luftmassen auf der Leeseite der Berge herrscht dort ein Luftdruck\u00fcberschuss (Luvhoch) und auf der windabgewandten Seite ein Defizit (Leetief). Je st\u00e4rker die Luftdruckgegens\u00e4tze sind, desto kr\u00e4ftiger weht der F\u00f6hn. Gestern wurde an den Alpen immerhin ein Druckgegensatz von zum Teil mehr als 16 hPa gemessen! Die h\u00f6chsten Windgeschwindigkeiten wurden nat\u00fcrlich auf den Berggipfeln erreicht. Auf der Zugspitze gab es Windgeschwindigkeiten bis 174 km\/h! Schaut man sich die Messnetze der \u00d6sterreicher und Schweizer an, so findet man zahlreiche Meldungen von Orkanb\u00f6en. In der Schweiz wurde auf dem Gornergrat die st\u00e4rkste B\u00f6e von 181 km\/h gemessen. In \u00d6sterreich war es der Patscherkofel, der mit 161 km\/h die h\u00f6chste Windgeschwindigkeit registrierte. Abseits des offiziellen Messnetzes hat dort eine Lawinenstation der \u00d6BB eine B\u00f6e von knapp 200 km\/h gemessen. Das deutet darauf hin, dass es lokal durchaus noch h\u00f6here Geschwindigkeiten gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht nur auf den Bergen, auch in den klassischen F\u00f6hnt\u00e4lern hat der Wind heftig geweht. Es sei beispielhaft das Alpenrheintal herausgenommen. Das ist der Abschnitt des Rheins, der vom Alpenkamm \u00fcber Chur, Vaduz und Lustenau bis zum Bodensee reicht. In Vaduz wurde eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von 111 km\/h gemessen und in Altenrhein knapp s\u00fcdlich des Bodensees gab es sogar volle Orkanst\u00e4rke mit 122 km\/h. Zusammengenommen war es also ein kr\u00e4ftiges und nicht allt\u00e4gliches F\u00f6hnereignis, das auch zahlreiche Sch\u00e4den vor allem in \u00d6sterreich verursacht hat. Bei dieser Fr\u00fchlings-Eintagsfliege bleibt es aber zun\u00e4chst ersteinmal. Schon heute liegen die H\u00f6chstwerte deutlich niedriger und auch in den kommenden Tagen sieht es eher nasskalt als fr\u00fchlinghaft aus. Einzig am Freitag kann sich nochmal kurz der Fr\u00fchling zeigen. Man sollte sich in jedem Fall davor h\u00fcten schon jetzt die Winterreifen abzuziehen &#8230; es ist halt doch erst Anfang M\u00e4rz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Marcus Beyer<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 05.03.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchling f\u00fcr einen Tag H\u00f6chstwerte bis 20 Grad und Fr\u00fchlingsgef\u00fchle haben den gestrigen Samstag gepr\u00e4gt. 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