{"id":6596,"date":"2017-03-08T17:02:40","date_gmt":"2017-03-08T15:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=6596"},"modified":"2017-03-08T17:03:24","modified_gmt":"2017-03-08T15:03:24","slug":"fruehlingserwachen-im-bienenstock-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/fruehlingserwachen-im-bienenstock-teil-1\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingserwachen im Bienenstock (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fchlingserwachen im Bienenstock (Teil 1)<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nDer Fr\u00fchling ist f\u00fcr Fauna und Flora die Zeit der Erneuerung. Dabei ist die Entwicklung in der Tierwelt perfekt auf die sich nun ver\u00e4ndernde Pflanzenumgebung abgestimmt. Ganz besonders eindrucksvoll zeigt sich dies bei der Wechselwirkung von Insekten mit den ersten bl\u00fchenden Gew\u00e4chsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor wenigen Tagen, exakt am 01. M\u00e4rz, begann meteorologisch gesehen der Fr\u00fchling. Auf den astronomischen Fr\u00fchlingsbeginn muss hingegen noch knapp zwei Wochen gewartet werden, dieser f\u00e4llt in diesem Jahr auf den 20. M\u00e4rz. Allerdings h\u00e4lt sich die Natur nur in den wenigsten F\u00e4llen an die von den Menschen festgelegten Kalenderdaten. So konnten im Februar und in den ersten M\u00e4rztagen verbreitet (mit Ausnahme der Mittelgebirge, des h\u00f6heren Alpenvorlandes und der Alpen) Schneegl\u00f6ckchen gesichtet werden, die ph\u00e4nologisch betrachtet den Vorfr\u00fchlingsbeginn markieren. Als Mittelwert f\u00fcr den Beginn der Schneegl\u00f6ckchenbl\u00fcte wurde vom DWD dieses Jahr der 22. Februar berechnet, das ist vier Tage sp\u00e4ter als im vielj\u00e4hrigen Mittel (1992-2016). Der Schneegl\u00f6ckchenbl\u00fcte und den damit verbundenen ersten warmen Tagen des Jahres fiebern nat\u00fcrlich auch die Imker den ganzen Winter \u00fcber entgegen. Erst dann zeigt sich n\u00e4mlich, wie die Bienenv\u00f6lker den vergangenen Winter \u00fcberstanden haben. W\u00e4hrend sich die Insekten in den klimatisch w\u00e4rmeren Gegenden bei entsprechend milder Wetterlage auch mal in den Wintermonaten vor den Bienenstock wagen, verbringen die Bienen in den k\u00e4lteren Regionen meist den gesamten Winter in ihrer sch\u00fctzenden, aus Holz oder Styropor bestehenden Behausung. Im Bienenstock r\u00fccken die Insekten bei niedrigen Temperaturen sehr eng zusammen und bilden die sogenannte &#8222;Wintertraube&#8220;. Dabei erzeugen sie mittels K\u00f6rperzittern genau so viel W\u00e4rme, wie sie zum \u00dcberleben brauchen. Um eine optimale W\u00e4rmeversorgung aller Individuen zu erm\u00f6glichen, wechseln diese immer wieder die Position in der Traube. Die K\u00f6nigin befindet sich nat\u00fcrlich besonders gesch\u00fctzt ganz im Inneren des Volkes, der im Winter eine Temperatur von etwa 20 Grad Celsius aufweist. Jene Bienen, die f\u00fcr eine erfolgreiche \u00dcberwinterung zu sorgen haben, nennt man auch &#8222;Winterbienen&#8220;. Diese werden zwischen August und Oktober des Vorjahres erbr\u00fctet und leben mit sechs bis neun Monaten deutlich l\u00e4nger als ihre sommerlichen Kolleginnen, die eine Lebensdauer von nur 6 bis 8 Wochen aufweisen. Um das l\u00e4ngere Leben sicherstellen zu k\u00f6nnen, werden die Winterbienen im Herbst auch besonders geschont und nicht an den Arbeiten im Stock beteiligt. So mussten sich die letztj\u00e4hrigen Sommerbienen noch um die letzte Brut k\u00fcmmern und daf\u00fcr sorgen, dass genug Wintervorr\u00e4te angelegt sind. Anschlie\u00dfend starben diese, noch bevor der Winter begonnen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im November und Dezember ruht das Brutgesch\u00e4ft meist, da die ben\u00f6tigten Bruttemperaturen nur mit noch h\u00f6herem Kraft- und Ressourcenaufwand zu erreichen w\u00e4ren. Seit der Wintersonnenwende Ende Dezember tut sich aber schon wieder etwas im Bienenstock. Durch das l\u00e4ngere Tageslicht wird das Bienenvolk n\u00e4mlich angeregt, im Zentrum der Wintertraube ein kleines Brutnest anzulegen. Daf\u00fcr wurde die Kerntemperatur des Nestes auf 34 bis 35 Grad Celsius erh\u00f6ht. Abh\u00e4ngig von den Witterungsbedingungen dehnt sich dieses in seinem Volumen langsam aus. Um den erh\u00f6hten Energiebedarf sicherstellen zu k\u00f6nnen, greifen die Bienen nun verst\u00e4rkt auf die im letzten Sommer angelegten Honig- und Pollenvorr\u00e4te sowie auf das vom Imker zur Verf\u00fcgung gestellte, in den Waben eingelagerte Futter zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der richtige Startschuss in die Fr\u00fchjahrsentwicklung f\u00e4llt aber an den Tagen, die bei Sonnenschein Temperaturen um 10 Grad Celsius aufweisen. Diese Temperatur ben\u00f6tigen die Bienen bei einem Ausflug, um sicher wieder in den Bienenstock zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Idealerweise um die Mittagszeit oder am fr\u00fchen Nachmittag str\u00f6mt dann die Mehrzahl der Bienen ins Freie und summt um den Bienenstock herum. Die im Laufe des Winters in der Kotblase gesammelten Stoffwechselprodukte werden dabei ausgeschieden. Besonders gut sieht man das Ergebnis des Spektakels bei noch vorhandenem Schnee. Dieser ist nun \u00fcbers\u00e4t von einer Vielzahl an gelben bis br\u00e4unlichen Kotspritzern. Wenig Freude damit haben nat\u00fcrlich diejenigen, die ihre frisch gewaschene W\u00e4sche an diesen Tagen ins Freie h\u00e4ngen. An einem erneuten Waschgang f\u00fchrt dann kein Weg vorbei!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings sind die Reinigungsfl\u00fcge mit allerhand Gefahren verbunden, die besonders mit dem Wetter zu tun haben. Tage mit pl\u00f6tzlich auftretenden Schauern oder stark auffrischendem und kaltem Wind k\u00f6nnen manch ein Bienenleben kosten. Zudem markieren diese nur den Auftakt zu einer sehr turbulenten Zeit. Mehr dazu in einem der n\u00e4chsten Themen des Tages.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mag. rer. nat. Florian Bilgeri<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 08.03.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchlingserwachen im Bienenstock (Teil 1) Der Fr\u00fchling ist f\u00fcr Fauna und Flora die Zeit der Erneuerung. Dabei ist die Entwicklung in der Tierwelt perfekt auf die sich nun ver\u00e4ndernde Pflanzenumgebung abgestimmt. 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