{"id":6765,"date":"2017-03-30T14:00:42","date_gmt":"2017-03-30T12:00:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=6765"},"modified":"2017-03-30T14:00:42","modified_gmt":"2017-03-30T12:00:42","slug":"in-der-savanne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/in-der-savanne\/","title":{"rendered":"In der Savanne"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">In der Savanne<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nExtremtemperaturen treten auf der Erde stets in meeresfernen, wetterberuhigten Arealen auf. Dazu z\u00e4hlt au\u00dferhalb der &#8222;Regenzeit&#8220; auch die Trockensavanne Westafrikas, die zonal s\u00fcdlich der Sahara verl\u00e4uft und einen gro\u00dfen Teil des Jahres im Bereich des subtropischen Hochdruckg\u00fcrtels liegt. Nach langer &#8222;Trockenzeit&#8220; und bei steigendem Sonnenstand sind in diesen Fr\u00fchlingstagen Temperaturmaxima von \u00fcber 40 \u00b0C keine Seltenheit. Damit ist die Region derzeit die hei\u00dfeste auf der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich in Europa Meeresluftmassen, die mit atlantischen Tiefausl\u00e4ufern zu uns gelangen, m\u00e4\u00dfigend auf das Temperaturregime auswirken, treten die Extrema auf der Erde stets in meeresfernen, wetterberuhigten Arealen auf. Dazu z\u00e4hlen au\u00dferhalb der &#8222;Regenzeit&#8220; auch die Trockensavannen, die in Westafrika s\u00fcdlich der Sahara zonal von West nach Ost verlaufen, und, je nach geographischer Breitenlage und Jahreszeit, entweder im Bereich des &#8222;subtropischen Hochdruckg\u00fcrtels&#8220; (Trockenzeit) oder im Bereich der &#8222;innertropischen Konvergenzzone&#8220; (Regenzeit) liegen. Die Region geh\u00f6rt zur &#8222;Gro\u00dflandschaft Sudan&#8220;, dabei d\u00fcrfte den meisten Zeitgenossen der unmittelbare \u00dcbergangsbereich zwischen der quasi v\u00f6llig trockenen W\u00fcste und der wechselfeuchten Savanne als medialer Begriff &#8222;Sahelzone&#8220; eher bekannt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innerhalb des subtropischen Hochdruckg\u00fcrtels dominieren absinkende Luftbewegungen, d.h. die dort vorherrschende &#8222;Tropikluft&#8220; ist relativ trocken, stabil geschichtet und verhindert jegliche Konvektion und damit Wolken- und Niederschlagsbildung. Die mit der Nordverlagerung der innertropischen Konvergenzzone herangef\u00fchrten \u00e4quatorialen Luftmassen sind dagegen feucht und labil geschichtet, so dass sie w\u00e4hrend der Regenzeit im nordhemisph\u00e4rischen Sommer zeit- und gebietsweise intensive und ergiebige Niederschl\u00e4ge hervorbringen k\u00f6nnen. Dabei verk\u00fcrzen sich die Regenperioden nach Norden hin, bis sie schlie\u00dflich im W\u00fcstenklima der Sahara v\u00f6llig verschwinden. In Richtung \u00c4quator verl\u00e4ngert sich die feuchte Zeit und an der Guineak\u00fcste herrscht tropisches Regenklima mit ganzj\u00e4hrigen Niederschl\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit herrscht in der westafrikanischen Trockensavanne am Tage bei hoch stehender Sonne vorwiegend wolkenarmes Wetter, daher ist nach langer und noch bis Mai\/Juni andauernder Trockenzeit und folglich geringem Pflanzenbewuchs die am Boden empfangene (kurzwellige) Strahlung gewaltig. Auch die n\u00e4chtliche (langwellige) Ausstrahlung ist bei meist klarem Himmel betr\u00e4chtlich. Dennoch verbleibt insgesamt ein positiver Strahlungssaldo, dessen Betrag etwa doppelt so hoch wie in Mitteleuropa ist. Wo bleibt nun diese Energie? Verdunstung findet wegen Wassermangels nicht statt. Der ausgetrocknete Boden leitet die W\u00e4rme schlecht, kann also die eingestrahlte Energie kaum aufnehmen. Nur durch die Erh\u00f6hung der Lufttemperatur kann der hohe Energie\u00fcberschuss abgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dementsprechend sind in diesen Fr\u00fchlingstagen in der Savanne Westafrikas Tagesh\u00f6chsttemperaturen \u00fcber 40 \u00b0C keine Seltenheit, wobei es unmittelbar am Boden noch viel hei\u00dfer ist. Als Beispiel sei die Station Kayes (14\u00b027&#8242; N, 11\u00b026&#8242; W, 33 m H\u00f6he) im S\u00fcdwesten der Republik Mali im Dreil\u00e4ndereck mit Mauretanien und dem Senegal genannt. Nach Fr\u00fchtemperaturen von ca. 34 \u00b0C am gestrigen 29. M\u00e4rz erreicht das Quecksilber rasch die 40-\u00b0C-Marke, steigt bis zum Nachmittag auf den H\u00f6chstwert von 45,5 \u00b0C, um dann gem\u00e4chlich, nach Sonnenuntergang etwas rascher abzusinken. Zum Vergleich: Das mittlere Temperaturmaximum in Kayes betr\u00e4gt im M\u00e4rz 39,4 \u00b0C und im April 41,7 \u00b0C. Laut englischsprachiger Wikipedia ist Kayes die hei\u00dfeste, dauernd bewohnte Stadt des Kontinents und besitzt deshalb den Kosenamen &#8222;Schnellkochtopf Afrikas&#8220;. Aber auch am Flugplatz Yelimane unmittelbar an der mauretanischen Grenze (Distrikt Kayes, 15\u00b007&#8242; N, 10\u00b034&#8242; W, 99 m H\u00f6he) kletterte das Quecksilber auf 45,5 \u00b0C.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter http:\/\/www.dwd.de\/DE\/wetter\/thema_des_tages\/2017\/03\/30.html finden Sie eine Karte Westafrikas vom Mittwoch, den 29.03.2017, 18:00 Uhr UTC, mit den Tagesh\u00f6chsttemperaturen (in ganzen \u00b0C) ausgew\u00e4hlter Wetterstationen, unterlegt mit einem im infraroten Spektralbereich aufgenommenen Satellitenbild (Meteosat Second Generation, Kanal bei 10,8 \u00b5m). W\u00e4hrend etwa n\u00f6rdlich von 10\u00b0 Nord die derzeit hei\u00dfesten Temperaturen auf der Erde gemessen werden, hat weiter s\u00fcdlich im Bereich der Oberguineaschwelle mit den dort auftretenden m\u00e4chtigen und hoch reichenden Gewitterkomplexen bereits der &#8222;westafrikanische Monsun&#8220; begonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Thomas Ruppert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 30.03.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"6766\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/in-der-savanne\/img_3948\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948.png\" data-orig-size=\"1096,911\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"In der Savanne\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-300x249.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-1024x851.png\" class=\"alignnone size-large wp-image-6766\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-1024x851.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"851\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-1024x851.png 1024w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-300x249.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948-768x638.png 768w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_3948.png 1096w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Savanne Extremtemperaturen treten auf der Erde stets in meeresfernen, wetterberuhigten Arealen auf. 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