{"id":7447,"date":"2017-07-17T12:55:19","date_gmt":"2017-07-17T10:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=7447"},"modified":"2017-07-17T12:55:19","modified_gmt":"2017-07-17T10:55:19","slug":"surferwissen-teil-3-stroemungen-und-surfspots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/surferwissen-teil-3-stroemungen-und-surfspots\/","title":{"rendered":"Surferwissen &#8211; Teil 3: Str\u00f6mungen und Surfspots"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Surferwissen &#8211; Teil 3: Str\u00f6mungen und Surfspots<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nWer im Urlaub schon einmal gesurft ist, wei\u00df, dass die &#8222;perfekte Welle&#8220; enorm vom Wetter abh\u00e4ngig ist. Dabei ist die Theorie, die hinter der Vorhersage solcher Meereswellen steckt, alles andere als einfach. Grund genug, die Wellenvorhersage f\u00fcr Surfer genauer anzuschauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sich der Ozean immer in Bewegung befindet, kann man einfach anhand der Gezeiten beobachten (siehe Teil 2 im Thema des Tages vom 16.05.17). Als weiteres Beispiel dient sicherlich der Golfstrom, der warmes Wasser aus dem Golf von Mexiko bis an die europ\u00e4ische Atlantikk\u00fcste transportiert und somit die &#8222;Heizung&#8220; f\u00fcr den Westen Europas darstellt. Allerdings ist dieser f\u00fcr Wellenreiter nur von geringer Bedeutung und h\u00f6chstens f\u00fcr die &#8222;Warmwassersurfer&#8220; interessant. Wichtiger sind da die Str\u00f6mungen im unmittelbaren K\u00fcstenbereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie man bereits bei der Vorstellung eines &#8222;Shorebreaks&#8220; (siehe Teil 2) vermuten kann, \u00e4ndern sich zwischen Ebbe und Flut auch die Str\u00f6mungsbedingungen. Innerhalb von einer Stunde kann sich die Str\u00f6mung rasch verst\u00e4rken. Aber auch an Tagen mit kr\u00e4ftigen B\u00f6en k\u00f6nnen Str\u00f6mungen im K\u00fcstenbereich innerhalb von kurzer Zeit gef\u00e4hrlich werden. Zus\u00e4tzlich beeinflussen lokale Winde die Wasseroberfl\u00e4che und versetzen diese zus\u00e4tzlich in Bewegung, wodurch es unter Umst\u00e4nden schwerer f\u00e4llt, das Surfbrett in Position zu halten. Deshalb sollte man beim Surfen immer die aktuellen Str\u00f6mungsbedingungen im Blick halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt aber auch Str\u00f6mungen, die man sich als Surfer zunutze machen kann, um schnell und energiesparend ins &#8222;Line up&#8220; zu kommen, ohne gro\u00dfartig gegen die brechenden Wei\u00dfwasserwalzen ank\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Das Wasser der am Ufer brechenden Wellen muss wieder zur\u00fcck ins Meer abflie\u00dfen. Daf\u00fcr sucht es sich den Weg des geringsten Widerstandes. Und dieser f\u00fchrt nicht direkt zur\u00fcck in die brechenden Wellen, sondern durch k\u00fcstennahe Vertiefungen im Untergrund. Die so entstehende Gegenstr\u00f6mung wird dann als &#8222;Channel&#8220; (engl. f\u00fcr Kanal, auch &#8222;Brandungsr\u00fcckstrom&#8220;) bezeichnet. &#8222;Channels&#8220; erkennt man meist an der aufgew\u00fchlten, unebenen Wasseroberfl\u00e4che in einem Bereich, in dem die Wellen nicht richtig brechen. Dort erf\u00e4hrt der paddelnde Surfer einen leichten Sog, der ihn hinaus aufs Meer zieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens bezeichnet man den Surfspot am Strand, bei dem die Wellen \u00fcber Sand brechen als &#8222;Beachbreak&#8220;. Vor allem f\u00fcr Anf\u00e4nger ist dieser Spot gut zum \u00dcben, da man beim Sturz vom Board &#8222;nur&#8220; auf den weichen Sand f\u00e4llt. Allerdings verformt sich die Sandbank durch die Brandung, sodass sich der Ort, an dem brechende Wellen auftreten, ebenfalls mit der Zeit ver\u00e4ndert. Konstanter brechen die Wellen dagegen \u00fcber Riffen. Diese Orte bezeichnet man als &#8222;Reefbreaks&#8220;. Dabei werden die Wellen durch pl\u00f6tzlich aus dem Meeresboden ragenden Felsen, Steinen, Korallen oder Lava unterhalb der Wasseroberfl\u00e4che abgebremst. Somit bauen sich die Wellen sehr schnell und steil auf und brechen bei gleichbleibendem Wasserstand immer an derselben Stelle. Das Riff muss sich nicht unbedingt in unmittelbarer K\u00fcstenn\u00e4he befinden. Teilweise muss man weit hinaus aufs Meer paddeln oder ben\u00f6tigt sogar ein Boot, um dieses zu erreichen. Allerdings sollte man sich vor dem Surfen \u00fcber den geeigneten Wasserstand und die Beschaffenheit des Riffs erkundigen. Denn so sch\u00f6n die Wellen dort brechen m\u00f6gen, so gef\u00e4hrlich kann der Untergrund werden. Bei Niedrigwasser k\u00f6nnen sich messerscharfe Korallenriffe, Seeigel oder Steine und Felsen direkt unter der Wasseroberfl\u00e4che befinden und bei einem Sturz zu \u00fcblen Verletzungen oder Sch\u00e4den am Material f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch den &#8222;Pointbreak&#8220; sollte man nicht vergessen. Dabei trifft die Welle nicht direkt auf Land sondern bricht um einen bestimmten Punkt herum, z.B. an der Spitze einer Landzunge. Diese Welle kann dann im Vergleich zum &#8222;Beachbreak&#8220; meist sehr lange entlang der K\u00fcste gesurft werden. Der Untergrund besteht meist aus Sand oder aus Riff. Da die Wasserwalzen allerdings nur wenige Meter vom Ufer entfernt brechen, ist der Ein- und Ausstieg nicht immer einfach. Entsprechend sollte man &#8222;Setpausen&#8220; abwarten und dann z\u00fcgig in das &#8222;Line up&#8220; paddeln. Wird man von einer Welle erwischt, besteht die Gefahr auf das Ufer, das meist aus Felsen oder Steinen besteht, geschleudert zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MSc.-Met. Sebastian Schappert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 17.07.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Surferwissen &#8211; Teil 3: Str\u00f6mungen und Surfspots Wer im Urlaub schon einmal gesurft ist, wei\u00df, dass die &#8222;perfekte Welle&#8220; enorm vom Wetter abh\u00e4ngig ist. Dabei ist die Theorie, die hinter der Vorhersage solcher Meereswellen steckt, alles andere als einfach. 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