{"id":7829,"date":"2017-09-06T11:00:05","date_gmt":"2017-09-06T09:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/?p=7829"},"modified":"2017-09-06T11:00:05","modified_gmt":"2017-09-06T09:00:05","slug":"hurrikan-irma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/hurrikan-irma\/","title":{"rendered":"Hurrikan IRMA"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro\">\n<h1 class=\"isFirstInSlot\" style=\"text-align: justify;\">Hurrikan IRMA<\/h1>\n<div class=\"docData news\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div class=\"abstract\" style=\"text-align: justify;\">\n<p>IRMA ist nach zw\u00f6lf &#8222;Tropischen Tiefdruckgebieten&#8220; und zehn &#8222;Tropischen St\u00fcrmen&#8220; der vierte Hurrikan, und nach HARVEY der zweite schwere Hurrikan (Kategorie 3+) der Atlantischen Saison 2017. Au\u00dferdem ist er seit sieben Jahren der erste Hurrikan, dessen Ursprungsgebiet sich im \u00f6stlichen Atlantik (\u00f6stl. von 35\u00b0 westl. L\u00e4nge) befindet. Heute fr\u00fch hatte der &#8222;Kategorie-5-Hurrikan&#8220; bei einem Kerndruck von 914 hPa in B\u00f6en Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Knoten (ca. 360 km\/h). Damit ist IRMA bedeutend st\u00e4rker als HARVEY.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"body-text\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Hurrikane, die tropischen Wirbelst\u00fcrme des Atlantiks und des nord\u00f6stlichen Pazifiks, sind Tiefdrucksysteme mit geschlossener Zirkulation des Windes um das Druckminimum und organisierter Vertikalbewegung feucht-warmer Luftmassen, die mit schweren Regenf\u00e4llen und Gewittern einhergeht. Dabei h\u00e4lt die frei werdende Kondensationsw\u00e4rme rund um das Zentrum die Systeme &#8222;am Leben&#8220;. Infolge der Corioliskraft rotieren Hurrikane stets &#8222;zyklonal&#8220;, d.h. auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeiger. Die auf relativ kleinem Raum herrschenden gro\u00dfen Luftdruckunterschiede bewirken enorme Windgeschwindigkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tropische Wirbelst\u00fcrme im Allgemeinen entstehen &#8211; nomen est omen &#8211; \u00fcber den tropischen, ggf. auch subtropischen Meeren. Nur dort gibt es genug latente Energie und hinreichend &#8222;glatte&#8220; Oberfl\u00e4chen. Denn eine hohe Bodenreibung w\u00fcrde den Ausgleich von Luftdruckgegens\u00e4tzen f\u00f6rdern und damit das &#8222;Auff\u00fcllen und Absterben&#8220; von Tiefdruckwirbeln beschleunigen. Weiterhin ben\u00f6tigen sie die Corioliskraft, ohne die bestehende Luftdruckunterschiede ebenfalls rasch ausgeglichen w\u00fcrden und sich Wirbel gar nicht erst formen k\u00f6nnten. Auch die vertikale Windscherung muss sich in Grenzen halten, um einen gerade entstandenen, jungen Wirbel nicht gleich zu zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folglich sind im Falle der Hurrikane die Zonen im Atlantik sowie im Ostpazifik zwischen etwa 5\u00b0 und 30\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite, mit Wassertemperaturen (Sea Surface Temperature &#8211; SST) von mindestens 26 \u00b0C, als Ursprungsgebiete relevant. Die Bildung und weitere Existenz eines tropischen Wirbelsturmes ist energetisch betrachtet nichts anderes als der Ausgleich des W\u00e4rme\u00fcberschusses, der sich in den unteren Atmosph\u00e4renschichten staut. Um diesen &#8222;Ausbruch von Energie&#8220; zu erm\u00f6glichen, muss gro\u00dffl\u00e4chig Konvektion ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu ist wiederum Luftdruckfall notwendig, den meistens die innertropische Konvergenzzone liefert. Sie bewirkt Wellenbildungen an der \u00e4quatorialen Seite der subtropischen Hochdruckgebiete. Diese &#8222;tropischen Wellen&#8220; (engl. Easterly Waves) sind ovale bis l\u00e4ngliche, meridional orientierte Gebiete tieferen Luftdruckes, wandern aufgrund der Passatstr\u00f6mung nach Westen und sind sozusagen das erste Entwicklungsstadium tropischer Wirbelsturmsysteme. Die zum gerade entstehenden Tiefdruckzentrum str\u00f6menden Luftmassen werden von der Corioliskraft abgelenkt und rotieren um den Kern mit dem tiefsten Luftdruck. Sofern die o.g. Bedingungen weiterhin bestehen oder sich sogar verbessern, kann sich die tropische Zyklone intensivieren. Wenn sie schnell genug rotiert zeigt sich das legend\u00e4re &#8222;Auge des Wirbelsturmes&#8220;, der zentrale, windschwache Bereich mit absinkender Luft und Bew\u00f6lkungsaufl\u00f6sung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Atlantische Hurrikane entstehen meist aus den oftmals bereits \u00fcber Nordwest- bzw. Westafrika angeregten Easterly Waves an der S\u00fcdflanke des Azorenhochs. Sie werden im Allgemeinen auch durch das Azorenhoch &#8222;gesteuert&#8220; und bewegen sich bei vollst\u00e4ndigem Lebenszyklus ohne &#8222;Landfall&#8220; idealerweise auf nach Osten ge\u00f6ffneten Parabeln. In ihrem jugendlichen Entwicklungsstadium ziehen Hurrikane mit etwa 10 Knoten (knapp 19 km\/h) Verlagerungsgeschwindigkeit auf dem \u00e4quatorialen, also s\u00fcdlichen Ast der Parabel in westlicher bis nordwestlicher Richtung. W\u00e4hrend des Reifestadiums im Scheitelbereich der Parabel liegt das steuernde Azorenhoch dann weit in \u00f6stlicher Richtung und die Wirbel verlangsamen sich gew\u00f6hnlich auf etwa 5 Knoten. Hier erreichen sie ihre gr\u00f6\u00dfte Intensit\u00e4t und schlagen gew\u00f6hnlich einen n\u00f6rdlichen Kurs ein, neigen aber u.U. zu abrupten Richtungs\u00e4nderungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Lebenszyklus von Hurrikan IRMA begann in den Tagen um den 25. August 2017 als tropische Welle \u00fcber Westafrika, die sich stetig intensivierte und am 30. August mit einer Position westlich der Kapverdischen Inseln vom amerikanischen National Hurricane Center (NHC in Miami, Florida) zum tropischen Sturm IRMA deklariert wurde. Innerhalb eines weiteren Tages verst\u00e4rkte sich IRMA rapide vom schweren tropischen Sturm zum Hurrikan, dessen Intensit\u00e4t in den folgenden Tagen bei fortschreitender Bewegung in westlicher Richtung zwischen den Kategorien 2 und 3 auf der Saffir-Simpson-Skala schwankte. Damit ist IRMA ein klassischer Hurrikan vom &#8222;Kap-Verde-Typ&#8220;. Vorgestern noch mit Kategorie 4 bewertet, erf\u00fcllt IRMA seit dem gestrigen 5. September die Kriterien f\u00fcr die h\u00f6chste Hurrikan-Kategorie 5.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute fr\u00fch um 06:00 Uhr UTC folgte der &#8222;Kategorie-5-Hurrikan&#8220; IRMA mit 13 Knoten weiterhin einem Westnordwestkurs und hatte bei einer Position von 17,7\u00b0 n\u00f6rdlicher Breite und 61,8\u00b0 westlicher L\u00e4nge einen Kerndruck von 914 hPa und mittlere Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Knoten (circa 295 km\/h, &#8222;1-min-sustained-wind-speed&#8220; laut Definition des NHC). In B\u00f6en d\u00fcrften es bis zu 195 Knoten (ca. 360 km\/h) gewesen sein. Damit ist IRMA bedeutend st\u00e4rker als HARVEY (Kategorie 4) und der st\u00e4rkste atlantische Hurrikan au\u00dferhalb des Golfs von Mexiko und des Karibischen Meeres seit Beginn der Aufzeichnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hurrikan IRMA gelangt nun allm\u00e4hlich in den Scheitelbereich seiner parabelf\u00f6rmigen Zugbahn, vermutlich nimmt er einen westnordwestlichen Kurs entlang der K\u00fcsten der Gro\u00dfen Antillen um voraussichtlich am Sonntag Florida anzusteuern. Bereits jetzt sind die n\u00f6rdlichen Inseln der Kleinen Antillen (engl. &#8222;Leeward Islands&#8220;) von IRMAs Sturmfeld und sintflutartigen Regenf\u00e4llen betroffen. Einen \u00dcberblick \u00fcber die prognostizierte Zugrichtung und die Warnsituation in den betroffenen Gebieten basierend auf dem Kenntnisstand von vergangener Nacht, 06:00 Uhr UTC, liefert die vom National Hurricane Center herausgegebene Graphik im unteren Teil der Abbildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im oberen Teil der Abbildung finden Sie ein infrarotes Satellitenbild (GOES-E 10,8 \u00b5m) des Hurrikans IRMA vom Mittwoch, den 06.09.2017, 06:00 Uhr UTC. Erg\u00e4nzt wurde die Aufnahme durch Berechnungen des Geopotentials der 500-hPa-Hauptdruckfl\u00e4che (fette rote gestrichelte Linien) sowie der Windgeschwindigkeit (farbige Isotachen in Knoten, engl. [kt], 1 Knoten = 1,852 km\/h) des ICON-Vorhersagemodells des Deutschen Wetterdienstes. Die Windpfeile signalisieren neben dem Betrag der Windgeschwindigkeit die zyklonale Rotation des Wirbels. Au\u00dferdem sind in den schwarzen K\u00e4stchen die Meeresoberfl\u00e4chentemperaturen (SST) eingetragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Met. Thomas Ruppert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 06.09.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Copyright (c) Deutscher Wetterdienst<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7830\" data-permalink=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/hurrikan-irma\/085048_5day_cone_no_line_and_wind\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind.png\" data-orig-size=\"897,736\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Hurrikan IRMA\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind-300x246.png\" data-large-file=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind.png\" class=\"alignnone size-full wp-image-7830\" src=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind.png\" alt=\"Hurrikan IRMA\" width=\"897\" height=\"736\" srcset=\"https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind.png 897w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind-300x246.png 300w, https:\/\/www.hossi-im-netz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/085048_5day_cone_no_line_and_wind-768x630.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 897px) 100vw, 897px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hurrikan IRMA IRMA ist nach zw\u00f6lf &#8222;Tropischen Tiefdruckgebieten&#8220; und zehn &#8222;Tropischen St\u00fcrmen&#8220; der vierte Hurrikan, und nach HARVEY der zweite schwere Hurrikan (Kategorie 3+) der Atlantischen Saison 2017. 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