Supertaifun BAVI
Datum 11.07.2026
Während bei uns schon wieder hoher Luftdruck vorherrscht, ist in Südostasien weiterhin Taifun BAVI unterwegs. Gestartet ist er Ende Juni Nähe der Marshallinseln als Störung. Seitdem hat er über 5000 Kilometer zurückgelegt und trifft nun als Taifun der Kategorie 1 auf Südostchina.
Bereits Ende Juni wurde auf Satellitenbildern die Entwicklung einer Störung über den Marshallinseln erkannt. Zunächst handelte es sich um ein normales Tiefdruckgebiet, das sich erst nordwärts und später westwärts verlagerte. Dabei entwickelte sich aus dem tropischen Tiefdruckgebiet westlich der Marshallinseln rasch ein tropischer Sturm. Anfang Juli wurde das Tief von der japanischen meteorologischen Agentur (JMA) auf den Namen BAVI getauft. Bei niedriger Windscherung (um 15 Kilometer pro Stunde) und hoher Wassertemperatur (knapp 30 Grad) konnte sich das Tief rasch zu einem Taifun und schließlich Supertaifun (Windgeschwindigkeiten über 252 km/h) entwickeln. BAVI ist nach SINLAKU der zweite heftige Taifun der laufenden Saison.

BAVI traf am 05. Juli auf den nördlichen Teil der Insel Rota (zugehörig zu den Marianeninseln) und zog west-nordwestwärts weiter. Die JMA schätzte bei einem Kerndruck von 910 Hektopascal (hPa) die Windgeschwindigkeiten auf 205 Kilometer pro Stunde (km/h). Das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) ging hingegen von Windgeschwindigkeiten um 285 km/h und einem Kerndruck von 901 hPa aus. Damit wäre BAVI einer der stärksten Taifune, der auf den Nördlichen Marianen je verzeichnet wurde.
Vom 07. auf den 08. Juli erreichte BAVI philippinisches Hoheitsgebiet und bekam den Namen INDAY. Zunehmende Windscherung und kühleres Wasser sorgten für die Abschwächung des Systems. Ein subtropischer Rücken lenkte es zudem nordwärts ab, sodass die Philippinen nicht getroffen wurden.
Aktuell (11.07.2026, 11 Uhr MESZ) trifft BAVI mit einem Kerndruck unter 984 hPa als Taifun der Kategorie 1 etwa 200 Kilometer südlich der Stadt Hangzhou auf den Südosten Chinas. Die Behörden vor Ort haben schon vor Tagen vor dem Taifun gewarnt. Innerhalb von 24 Stunden ist mit Regensummen zwischen 150 und 250 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zu rechnen. Laut einiger Lokalmodelle sind sogar Regensummen um 300 l/m² möglich. Die Windgeschwindigkeiten werden nach Auftreffen auf Land zwar rasch abnehmen, anfangs sind aber vor allem im Küstenbereich Ostchinas Böen bis 220 km/h möglich.

Beim Überqueren der südlichen Inseln der japanischen Präfektur Okinawa in den vergangenen 24 Stunden wurden Windböen bis zu 135 km/h registriert. Außerdem fielen an der Station Miyakojima bis Samstagmorgen (mitteleuropäischer Zeit) 157 l/m² an der Station Iriomotejima 123 l/m² in 24 Stunden.
Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.07.2026
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