Wetterthema des Tages – 18.09.2026
Zwischen zwei Fronten – wenn die Wetterpause nur kurz dauert

Das Wetter in Deutschland zeigt sich am 18. September 2026 vielerorts wechselhaft. Eine Kaltfront zieht von Nordwesten über die Mitte weiter südostwärts und schwächt sich dabei allmählich ab. Hinter ihr folgen vor allem im Norden Schauer, während sich regional bereits wieder größere Wolkenlücken öffnen. Die Temperaturen liegen verbreitet zwischen etwa 17 und 23 Grad, an der Küste weht ein teils kräftiger Westwind.
Solche Wetterlagen vermitteln manchmal den Eindruck, das Wetter habe sich nach einem Regengebiet bereits beruhigt. Plötzlich scheint wieder die Sonne, der Luftdruck steigt etwas und der Himmel wirkt freundlicher. Doch diese Ruhe kann täuschen. In einer lebhaften Westströmung ziehen Hoch- und Tiefdruckgebiete samt ihren Frontensystemen wie Glieder einer Kette vom Atlantik nach Europa. Zwischen zwei Fronten können deshalb nur wenige Stunden mit ruhigerem Wetter liegen.
Kernaussagen
Eine Wetterpause zwischen zwei Fronten entsteht, wenn das Niederschlagsgebiet einer Front bereits abgezogen ist, das nächste Frontensystem aber noch nicht eingetroffen ist. Die Atmosphäre befindet sich dann vorübergehend in einem Zwischenzustand.
Hinter einer Kaltfront steigt der Luftdruck häufig zunächst an. Gleichzeitig lockert die Bewölkung auf, weil trockenere Luft einströmt oder absinkende Luftbewegungen die Wolkenauflösung fördern.
Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sich ein stabiles Hochdruckgebiet durchgesetzt hat. Befindet sich über dem Atlantik bereits das nächste Tief, können dessen Wolkenfelder innerhalb weniger Stunden wieder heranziehen.
Wie lange eine solche Wetterpause dauert, hängt wesentlich von der Geschwindigkeit der großräumigen Westströmung und dem Abstand der Tiefdruckgebiete voneinander ab.
Meteorologischer Hintergrund
Das Wetter Mitteleuropas wird häufig von der sogenannten Westwindzone geprägt. In mehreren Kilometern Höhe bewegt sich die Luft dabei überwiegend vom Atlantik in Richtung Europa.
In diese Strömung eingebettet ziehen Tiefdruckgebiete mit ihren Warm- und Kaltfronten.
Ein klassisches Tief besitzt zunächst eine Warmfront. Dahinter befindet sich der sogenannte Warmsektor, bevor die schneller ziehende Kaltfront folgt.
An beiden Fronten wird Luft zum Aufsteigen gezwungen. Dadurch bilden sich Wolken und Niederschläge.
Hat die Kaltfront einen Ort passiert, dreht der Wind häufig auf westliche oder nordwestliche Richtungen. Gleichzeitig strömt kühlere Luft ein und der Luftdruck steigt.
Das großflächige Niederschlagsgebiet zieht ab.
Am Himmel wird dieser Übergang manchmal besonders deutlich sichtbar. Die zuvor geschlossene Wolkendecke beginnt aufzubrechen. Zwischen einzelnen Quellwolken erscheinen blaue Himmelsbereiche und die Sonne kommt wieder hervor.
Ein Blick auf das Barometer könnte nun den Eindruck vermitteln, dass sich dauerhaft besseres Wetter durchsetzt.
Doch ein steigender Luftdruck allein bedeutet noch kein stabiles Hochdruckwetter.
Entscheidend ist die großräumige Druckverteilung.
Liegt einige hundert oder tausend Kilometer westlich bereits das nächste Tiefdruckgebiet, beginnt der Luftdruck nach einem kurzen Zwischenhoch erneut zu fallen.
Meteorologen sprechen in solchen Fällen gelegentlich von einem Zwischenhoch.
Dabei handelt es sich um einen meist schmalen Hochdruckkeil zwischen zwei Tiefdruckgebieten. Die Luft sinkt darin etwas ab und erwärmt sich beim Absinken. Dadurch nimmt ihre relative Luftfeuchtigkeit ab und Wolken können sich auflösen.
Ein solcher Hochdruckkeil besitzt jedoch häufig keine lange Lebensdauer.
Bei einer kräftigen westlichen Höhenströmung bewegt sich das gesamte Wettersystem weiter ostwärts.
Bereits einige Stunden später kündigt sich die nächste Front an.
Zunächst erscheinen häufig hohe Cirruswolken. Danach nimmt die Bewölkung allmählich zu und verdichtet sich. Der Wind frischt auf und der Luftdruck beginnt wieder zu sinken.
Schließlich erreicht das nächste Niederschlagsgebiet die Region.
Besonders häufig treten solche schnellen Wetterwechsel im Herbst und Winter auf.
Dann nimmt der Temperaturunterschied zwischen den Polarregionen und den südlicheren Breiten wieder zu. Dadurch kann sich auch die großräumige Westwindströmung verstärken.
Atlantische Tiefdruckgebiete ziehen dann teilweise in rascher Folge nach Europa.
Für den Beobachter am Boden entsteht dadurch das typische wechselhafte Herbstwetter: Regen – Auflockerungen – Sonne – zunehmende Bewölkung – neuer Regen.
Manchmal passt ein kompletter solcher Ablauf in weniger als 24 Stunden.
Schon gewusst?
Ein Barometer kann eine kurze Wetterpause zwischen zwei Fronten erstaunlich gut sichtbar machen.
Nach dem Durchzug einer Kaltfront steigt der Luftdruck zunächst an. Befindet sich jedoch bereits das nächste Tief im Anmarsch, erreicht der Druck bald ein kleines Maximum und beginnt anschließend wieder zu fallen.
Auf einer kontinuierlichen Luftdruckkurve entsteht dadurch ein kleiner „Berg“.
Genau dieser unscheinbare Buckel kann ein Zwischenhoch markieren.
Wer zusätzlich den Himmel beobachtet, bekommt häufig noch einen zweiten Hinweis.
Tauchen nach einer sonnigen Wetterpause von Westen zunächst feine, federartige Cirruswolken auf und werden diese langsam dichter, kann sich bereits die nächste Front ankündigen.
Damit lässt sich eine der ältesten Formen der Wetterbeobachtung ausprobieren: Barometer und Wolken gemeinsam lesen.
Manchmal verraten sie schon viele Stunden vor dem ersten Regentropfen, dass die scheinbare Wetterberuhigung nur eine kurze Pause zwischen zwei Fronten ist.

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