Wetterthema des Tages 23.08.2026
Warum sich das Wetter gerade beruhigt – vom Tiefdruckeinfluss zum Zwischenhoch

Nach mehreren wechselhaften Tagen beginnt sich die Wetterlage über Deutschland am heutigen Sonntag, dem 23. August 2026, langsam umzustellen. Das bislang wetterbestimmende Tief zieht weiter nach Nordosten ab, während von Westen zunehmend höherer Luftdruck Einfluss gewinnt. Dieser Übergang ist allerdings noch nicht überall abgeschlossen: In der Nordhälfte ziehen weiterhin zahlreiche Wolken durch, örtlich treten kurze Schauer auf und besonders im Nordosten ist auch noch ein Gewitter möglich. Die Südhälfte profitiert dagegen bereits stärker vom zunehmenden Hochdruckeinfluss und erlebt nach örtlichem Frühnebel einen überwiegend freundlichen Tag. Die Höchsttemperaturen liegen deutschlandweit ungefähr zwischen 17 und 25 Grad. (wetter.com)
Meteorologisch ist gerade diese Übergangsphase interessant. Ein Hochdruckgebiet kommt nämlich nicht wie eine geschlossene Wetterwand herangezogen. Stattdessen verändert sich zunächst die großräumige Luftströmung, die absinkende Bewegung in der Atmosphäre nimmt zu und die Bedingungen für Wolken und Niederschlag werden nach und nach ungünstiger.
Kernaussagen
Steigender Luftdruck bedeutet häufig eine zunehmende Stabilisierung der Atmosphäre. In einem Hochdruckgebiet sinkt Luft großräumig ab. Beim Absinken gelangt sie in Bereiche höheren Luftdrucks, wird zusammengedrückt und erwärmt sich.
Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Vorhandene Wolkentröpfchen können verdunsten und die Wolkendecke beginnt sich aufzulösen.
Dieser Prozess benötigt allerdings Zeit. Deshalb kann die Rückseite eines abziehenden Tiefs noch Schauer produzieren, während sich nur wenige hundert Kilometer entfernt bereits sonniges Hochdruckwetter durchsetzt.
Genau diese Zweiteilung zeigt sich heute: Im Norden und Nordosten wirkt der abziehende Tiefdruckeinfluss noch nach, während im Süden und Südwesten deutlich häufiger die Sonne scheint. (wetter.com)
Meteorologischer Hintergrund
Der Luftdruck am Boden ist vereinfacht betrachtet das Gewicht der darüberliegenden Luftsäule. Verändert sich die großräumige Bewegung dieser Luft, verändert sich auch der Luftdruck.
In Tiefdruckgebieten steigt Luft großräumig auf. Beim Aufsteigen gelangt sie in Bereiche geringeren Luftdrucks, dehnt sich aus und kühlt ab. Dadurch steigt die relative Luftfeuchtigkeit, Wasserdampf kondensiert und Wolken entstehen.
Bei Hochdruckgebieten läuft der Prozess in umgekehrter Richtung.
Luft sinkt aus höheren Atmosphärenschichten nach unten. Dabei nimmt der Umgebungsdruck zu und die Luft wird komprimiert. Diese Kompression führt zu einer Erwärmung.
Das Entscheidende dabei: Die Menge des enthaltenen Wasserdampfs muss sich zunächst gar nicht verändern. Wärmere Luft könnte jedoch wesentlich mehr Wasserdampf aufnehmen. Dadurch sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit.
Wolken beginnen sich aufzulösen.
Deshalb verbinden wir Hochdruckgebiete häufig mit blauem Himmel und Sonnenschein.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht immer. Besonders im Herbst und Winter kann sich unter einem Hoch eine sogenannte Inversion entwickeln. Dann sammelt sich kalte und feuchte Luft in Bodennähe, während darüber wärmere Luft liegt. Nebel und Hochnebel können dadurch tagelang bestehen bleiben.
Ende August besitzt die Sonne jedoch noch genügend Kraft, um morgendliche Nebelfelder vielerorts aufzulösen.
Auch heute können sich nach der vergleichsweise kühlen Nacht besonders in Flussniederungen und Mittelgebirgstälern örtliche Nebelfelder bilden. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung verschwinden sie jedoch meist rasch. (wetter.com)
Interessant ist zudem die weitere Entwicklung: Der Hochdruckeinfluss soll zu Beginn der neuen Woche zunehmen. Gleichzeitig verlagert sich das Hoch allmählich nach Osten. Dadurch kann sich die Strömung über Deutschland drehen und wieder wärmere Luft heranführen. Zur Wochenmitte sind regional erneut sommerliche Temperaturen möglich. (wetter.com)
Schon gewusst?
Ein Barometer kann einen Wetterwechsel manchmal anzeigen, obwohl draußen noch überhaupt nichts davon zu erkennen ist.
Steigt der Luftdruck über mehrere Stunden kontinuierlich an, deutet das häufig darauf hin, dass sich ein Tief entfernt oder ein Hoch nähert.
Dabei sind weniger einzelne Luftdruckwerte interessant als deren Veränderung.
Ein Luftdruck von beispielsweise 1020 Hektopascal garantiert keineswegs Sonnenschein. Ebenso bedeutet ein Wert unter 1000 Hektopascal nicht automatisch Dauerregen.
Meteorologen betrachten deshalb immer auch den Luftdrucktrend.
Steigt der Druck rasch, kann sich die Atmosphäre gerade deutlich stabilisieren. Fällt er dagegen schnell, nähert sich möglicherweise ein Tief oder eine Front.
Das Barometer ist damit gewissermaßen ein Fenster in die großräumige Bewegung der Atmosphäre: Während wir am Himmel erst später sehen, dass sich das Wetter verändert, kann der Luftdruck diesen Wandel bereits Stunden zuvor ankündigen.

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